Es mag beinahe unglaubwürdig anmuten, doch der Iran scheint im Kampf gegen das „Team Trump/Netanjahu“ einen „Verbündeten“, in Form des Vatikans gefunden zu haben.
Papst Leo XIV. gilt ja bekanntlich als einer der schärfsten Gegner des Iran-Krieges.
Der Vatikan und Trumps Iran-Krieg
Es gab wohl kaum einen schärferen westlichen Gegner des Iran-Krieges als Papst Leo XIV. Der Pontifex hatte Trumps Krieg gegen den Iran als „ungerecht“ bezeichnet, Diejenigen verurteilt, die unter der „Wahnvorstellung der Allmacht“ leben, und als gebürtiger US-Amerikaner erklärt, er habe „keine Angst vor der Trump-Regierung“.
Die mehr als klare Haltung des Papstes ließ das „Trump-Team“ geradezu töricht erscheinen.
„Kreuzritter-in-chief“ Pete Hegseth hatte sogar behauptet, die USA führten den Iran-Krieg „im Namen Jesu Christi“. Doch Leo XIV. verurteilte einen solchen Ansatz als „völlig fremd für den Weg Jesu Christi“
Der katholische Vizepräsident JD Vance hatte versucht, die Position des Papstes herunterzuspielen und sich auf eine „mehr als 1.000-jährige Tradition der Theorie des gerechten Krieges“ zu berufen. Der Papst wehrte sich allerdings unmissverständlich und argumentierte, dass die Lehre überstrapaziert wurde und nicht mehr auf eine moderne Welt mit verheerenden neuen Waffen anwendbar sei.
Das Treffen des Papstes mit Marco Rubio war da unangenehm geworden, als der US-Außenminister Leo XIV. einen Glas-Fußballbriefbeschwerer überreicht hatte. „Wow. Okay“, antwortete darauf der Pontifex ebenso irritiert wie knapp.
Trump freilich konnte seine Wut auf Leo XIV. einfach nicht verbergen, „teilte“ einmal mehr öffentlich aus und postete KI-generierte Bilder von sich selbst als Christus, bevor er diese wieder löschte, was ihn allerdings letztlich völlig lächerlich gemacht hatte.
Nicht zuletzt hatte dann der Papst, beinahe „provokant“, Irans Botschafter beim Heiligen Stuhl das Großkreuz des Päpstlichen Ordens von Pius IX. verliehen.
Der Iran und der Vatikan
Die Haltung des Papstes ist freilich nicht neu. Der Vatikan und der Iran nahmen bereits 1954 offizielle diplomatische Beziehungen auf, und ihre Beziehungen blieben während und nach der Islamischen Revolution von 1979 ungebrochen. Einige westliche Beobachter argumentieren, dass sich die beiden Theokratien besonders gut verstünden. 2007 bezeichnete das Papst Benedikt XVI. sogar als „Irans Geheimwaffe“.
Der Iran besitzt eine „überraschend große“ diplomatische Präsenz am Heiligen Stuhl, nur noch übertroffen von der Dominikanischen Republik. Einige westliche Medien hätten außerdem behauptet, dass iranische Geheimdienstmitarbeiter im Vatikan aktiv seien, was die Möglichkeit nicht ganz ausschließen würde, dass zwei der geheimnisvollsten und unterschätztesten Nachrichtendienste der Welt, der iranische und der des Papstes, zusammenarbeiten könnten.
Geopolitisches 3D-Schach
Jahrhunderte politischer Expertisen, geheimer Netzwerke, enormer Reichtum und enormer ideologischer Einfluss machen den Vatikan zweifellos zu einem beeindruckenden geopolitischen Akteur.
Westliche Medien hatten kürzlich auf einen weiteren unerwarteten Verbündeten des Heiligen Stuhls und des Iran hingewiesen. Spaniens atheistischer, sozialistischer Premierminister Pedro Sanches, bekanntlich auch ein europäischer Querdenker, hatte nicht nur dem US-Militär die Nutzung spanischer Stützpunkte während des Krieges mit dem Iran untersagt, was Leo XIV. mit Lob bedacht hatte, sondern darüber hinaus auch ein geheimes Treffen zwischen dem Iran und Saudi-Arabien, vermittelt.
Die „Drei“ spielen zudem ein weiter „gedachtes“ geopolitisches Spiel, indem sie sich nicht nur in der östlichen Hemisphäre, sondern auch in der westlichen Hemisphäre gegen Trumps „Allmachtsambitionen“ stellen, wo der Vatikan eine starke Präsenz in Lateinamerika hat, Spanien die Region als Teil seiner historischen Einflusssphäre sieht und Iran eigene strategische Interessen verfolgt.
Dies unterstreicht wohl deutlich Irans meisterhaftes „geopolitisches 3D-Schachspiel“, das inoffizielle Allianzen mit wichtigen europäischen Akteuren schmiedet und Trumps Isolationsstrategie zunehmend nutzlos macht.
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