Sandsäcke vor dem Eingang, Barrikaden auf dem Bürgersteig und Männer in Tarnuniformen an den Straßenecken: In Zagreb wird derzeit ein Hollywoodfilm über die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines gedreht. Die Produktion setzt bei der Inszenierung sichtbar auf Kriegsoptik und verwandelt Teile der kroatischen Hauptstadt in eine Kulisse für einen Thriller über die Sabotage.

Regie führt Doug Liman, bekannt für Actionfilme wie „Die Bourne Identität“. In den Hauptrollen sind die Oscarpreisträger Adrien Brody und Sean Penn zu sehen. Der Film soll den Titel „Snake Island“ tragen.

Penn zählt zu den engagiertesten Ukraine-Unterstützern in Hollywood. Bereits mehrfach reiste er seit Kriegsbeginn in das Land. Auch im Februar 2022, ganz zu Beginn des Konflikts, war Penn in Kiew gewesen. Damals drehte er einen Dokumentarfilm über Präsident Wladimir Selenskij, wobei eine persönliche Freundschaft mit dem einstigen Schauspieler und heutigen Präsidenten der Ukraine entstand. Als Zeichen dieser Verbundenheit überließ Penn Selenskij einen seiner Oscars – mit dem Versprechen, ihn zurückzufordern, sobald die Ukraine den Krieg gewonnen habe. 

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Der Streifen greift ein reales Ereignis auf: Im September 2022 wurden drei der vier Nord-Stream-Leitungen durch Explosionen beschädigt. Die Pipelines verbanden Deutschland mit Russland und dienten dem Transport von Erdgas. 

Am Rande der Dreharbeiten kam es nun zu einer filmreifen Wendung: In Pula wurde ein ukrainischer Taucher festgenommen, der laut deutschen Ermittlern an der Sabotage beteiligt gewesen sein soll. Pikant: Der Mann soll nach Spiegel-Informationen als Berater für den Film „Snake Island“ tätig gewesen sein.

Mit dem ukrainischen Taucher Wolodymyr Sch. wurde diese Woche ein weiterer mutmaßlicher Täter festgenommen. Er war den Ermittlern bereits zweimal entwischt. Im Sommer 2024 verließ er Polen, kurz nachdem ein europäischer Haftbefehl gegen ihn erlassen worden war – im Auto des ukrainischen Militärattachés in Warschau. Im vergangenen Jahr wurde er schließlich in Polen festgesetzt. Ein Gericht entschied jedoch, die Ostseepipelines seien ein „legitimes militärisches Ziel“. Der Mann sei auf freien Fuß zu setzen. Nun nahmen kroatische Polizisten Sch. in Pula fest – ausgerechnet am Rande weiterer Dreharbeiten zur Hollywood-Version der Pipelinesprengung. Ein weiteres mutmaßliches Mitglied der Gruppe sitzt bereits in Hamburg in Untersuchungshaft.

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