Am 8. August 2026 hatte der Südosteuropa-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Michael Martens, auf einer Pressekonferenz in Belgrad die Frage gestellt, was Europa tun könne, damit mehr Russen getötet würden.
Dieser Tötungswunsch löste vor allem in Serbien und Russland große Empörung aus. Mittlerweile wurde Martens, der weiterhin zu seiner Aussage steht und sie noch bekräftigt, auf die Fahndungsliste des russischen Innenministeriums gesetzt. Die Einleitung eines Strafverfahrens wird geprüft.
Der Deutsche Journalisten-Verband DJV stellt sich jedoch weiterhin hinter Michael Martens. In einer heute erschienenen Pressemitteilung fordert der Verband von Außenminister Johann Wadephul (CDU) die Einbestellung des russischen Botschafters Sergei Netschajew ins Auswärtige Amt. Bei der Vorladung eines Botschafters handelt es sich um eine der schärfsten diplomatischen Maßnahmen, mit denen ein Gastgeberland sein Missfallen zum Ausdruck bringen kann.
Der Pressemitteilung zufolge erklärte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster, dass es sich bei dem russischen Haftbefehl gegen einen Journalisten, der seine berufliche Tätigkeit ausübe, um einen „inakzeptablen Angriff auf die Pressefreiheit“ handele. Dies müsse Außenminister Wadephul dem russischen Botschafter klar machen, ebenso dass Deutschland „die freie und unabhängige Berichterstattung von Journalistinnen und Journalisten“ schütze.
Als FAZ-Korrespondent sei Martens durch den russischen Haftbefehl in besonderer Gefahr, da er aus beruflichen Gründen häufig nach Südosteuropa reisen müsse. Auf dem Balkan gebe es aber Staaten, die in enger Beziehung zu Russland stünden. Es bestehe die Gefahr, dass diese Staaten den Haftbefehl vollstrecken und Martens an die Russische Föderation ausliefern könnten. Dies müsse unbedingt verhindert werden. Die DJV fordere die Bundesregierung daher auf, für den bestmöglichen Schutz Martens‘ zu sorgen.
Eine Stellungnahme zu dem Ansinnen des DJV von Seiten des Auswärtigen Amts liegt noch nicht vor. Bei einer Pressekonferenz am 19. August hatte das Außenamt jedoch Martens die Unterstützung der Bundesregierung zugesichert und von einem „politisch betriebenen Strafverfahren“ gesprochen, wie sie Russland schon früher gegen Deutsche betrieben hätte, „die etwas gesagt oder getan haben, was das russische Regime nicht gut findet“. Man erkenne daran, dass Russland auch international gegen die Pressefreiheit vorgehe, weil das Land eine unabhängige und kritische Berichterstattung fürchte.
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