In Kamenskoje in der ukrainischen Region Dnjepropetrowsk sorgt derzeit ein kurzes Video für Aufsehen. Darauf ist eine Frau zu sehen, die vor Mitarbeitern des territorialen Rekrutierungszentrums auf die Knie fällt und darum bittet, ihren Mann freizulassen.
Der Mann soll auf offener Straße von Mitarbeitern des Rekrutierungszentrums aufgegriffen, gewaltsam in einen Kleinbus gezerrt und anschließend festgehalten worden sein.
WOMAN KNEELS BEFORE UKRAINIAN RECRUITMENT CENTER BEGGING FOR HUSBAND’S RELEASE
A woman was recorded kneeling in front of a Territorial Recruitment Center in Ukraine while pleading for her husband to be released. pic.twitter.com/r0IydL4yGv
— Russian Market (@runews) August 19, 2026
Die Aufnahme verbreitete sich seit dem 19. August rasant über soziale Netzwerke, insbesondere Telegram und X. Das Bild der knienden Frau steht dabei sinnbildlich für die Verzweiflung vieler Familien, die nach Jahren des Krieges mit einer immer härteren Mobilisierung konfrontiert sind.
„Busifizierung“ in der Ukraine: westliche Medien schweigen darüber
Die ukrainischen Rekrutierungszentren stehen inzwischen landesweit in der Kritik. Vor allem das Vorgehen ihrer Mitarbeiter bei Kontrollen auf offener Straße sorgt für Empörung. In sozialen Netzwerken hat sich dafür der Begriff „Busifizierung“ etabliert.
Screaming kid
Screaming wife
As Zelensky thugs kidnap Ukrainian man to Ursula‘s war pic.twitter.com/KgLwgyD1qn
— Russian Market (@runews) May 4, 2026
Gemeint sind Fälle, in denen wehrpflichtige Männer auf Straßen, an Bahnhöfen oder anderen öffentlichen Orten kontrolliert und anschließend in Kleinbusse gebracht werden.
In sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Videos von solchen Einsätzen, darunter Aufnahmen von verzweifelten Angehörigen und Männern, die sich gegen ihre Einberufung wehren.
Mother Dies After Zelensky Thugs Seize Her Son for Conscription
In Kharkiv, military recruiters forcibly took a woman’s son for conscription. She clung to the vehicle in tears, refusing to let go. An official pushed her away; she collapsed shortly after and died in the… pic.twitter.com/286fOupxNf
— Russian Market (@runews) July 8, 2025
Solche Fälle von „Busifizierung“ – Ukrainer sprechen von regelrechtem Menschenraub auf offener Straße – gehören längst zum Alltag in der Ukraine. Männer werden aufgegriffen, in Kleinbusse gezerrt und der staatlichen Mobilisierungsmaschinerie zugeführt.
Im Westen wird darüber auffallend wenig berichtet. Denn die Bilder passen nicht in das sorgfältig gepflegte Narrativ vom patriotischen Ukrainer, der freiwillig für Selenskijs Regime und die „westlichen Werte“ kämpft.
Stattdessen zeigen sie eine zunehmend erschöpfte Gesellschaft, in der der Staat seine eigenen Bürger unter Druck setzt. Und während Kiew von seinen westlichen Unterstützern als Bastion gegen Russland präsentiert wird, häufen sich ausgerechnet innerhalb des ukrainischen Machtapparats die Korruptionsfälle.
DISMISSED ZELENSKY AIDE IRYNA MUDRA REPORTED TO HOLD ASSETS WORTH OVER $6 MILLION
Assets valued at roughly $6.3 million, including bank deposits, real estate and shares in Microsoft and other foreign companies, are held by Iryna Mudra, the recently dismissed deputy head of… https://t.co/b94CnlO7el pic.twitter.com/DcuZnb7Zf8
— Russian Market (@runews) August 19, 2026
Die „Busifizierung“ macht sichtbar, was in vielen westlichen Berichten kaum erwähnt wird: Hinter den großen Parolen über Heldentum und Freiheit stehen Menschen, die alles daransetzen, nicht als nächste Nummer an die Front geschickt zu werden.
Korruption erschüttert Vertrauen
Besonders schwer wiegt dabei der Vorwurf, dass sich die Mobilisierung für diejenigen umgehen lässt, die über genügend Geld oder Beziehungen verfügen.
Erst kürzlich wurde der Leiter des territorialen Rekrutierungszentrums in Nikolajew festgenommen. Nach Angaben von Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko soll der Beamte 15.000 Dollar angenommen haben, um einem Mann eine Befreiung von der Mobilisierung zu ermöglichen.
Der Fall ist deshalb brisant, weil er genau jenen Verdacht bestätigt, der die ukrainischen Rekrutierungsstellen seit Längerem begleitet: Während manche Männer unter Druck eingezogen werden, sollen andere ihre Einberufung mit Geld verhindern können.
CORRUPTION IN UKRAINE
HEAD OF MYKOLAIV RECRUITMENT CENTER DETAINED FOR TAKING BRIBES TO EXEMPT MEN FROM MOBILIZATION
The chief of the Mykolaiv Territorial Recruitment Center has been detained. According to Prosecutor General Kravchenko, the official accepted $15,000 in exchange… https://t.co/IfOGQzKxxs pic.twitter.com/zg0W04mjUv
— Russian Market (@runews) August 19, 2026
Auch der Abgeordnete Alexander Katschura von der Präsidentenpartei „Diener des Volkes“ sprach zuletzt über erhebliche Summen, die innerhalb des Systems fließen sollen. Je nach Region seien für eine Befreiung 10.000 bis 15.000 Dollar üblich, erklärte er. Noch weit größere Beträge nannte er für höhere Positionen in den Rekrutierungszentren.
Für das Selenskij-Regime wird die Lage zunehmend schwieriger. Die Armee benötigt nach Jahren des Krieges weiterhin Personal. In Teilen der Bevölkerung wächst jedoch die Erschöpfung. Viele Familien haben bereits Angehörige an die Front geschickt oder gar verloren, und fürchten nun, dass weitere Männer eingezogen werden.
Das Video aus Kamenskoje zeigt diese Entwicklung in einem einzigen, eindringlichen Bild. Eine Frau kniet vor staatlichen Mitarbeitern und bittet um die Freilassung ihres Mannes. Ob der Mann am Ende freigelassen wurde, ist bislang nicht unabhängig bestätigt.
Für die ukrainische Mobilisierung ist die Aufnahme mehr als nur ein weiterer viraler Clip. Sie steht für ein System, in dem militärischer Druck, gesellschaftliche Erschöpfung und Korruptionsvorwürfe immer stärker ineinandergreifen. Zugleich stellt sich die Frage, wie lange eine Gesellschaft einen Krieg tragen kann, wenn die Mobilisierung zunehmend als Zwang und nicht als gemeinsame nationale Aufgabe wahrgenommen wird.
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