Die Bundeswehr hat im Juli so viele Soldaten gezählt wie seit mehr als 13 Jahren nicht mehr. Die Truppenstärke ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums im Vergleich zu Mitte 2025 um zwei Prozent gestiegen. Zum Stichtag 31. Juli habe es rund 186.700 Männer und Frauen in der Truppe gegeben ‒ rund 3.700 mehr als im Juli 2025, hieß es unter anderem bei der Zeit.

Die personelle Stärke des militärischen Personals liegt damit zur Jahresmitte im von der Bundesregierung vorgegebenen Zielkorridor für das Jahr 2026. Dieser war im Ringen um den neuen Wehrdienst für 2026 auf 186.000 bis 190.000 Soldaten festgelegt worden. Ziel des neuen Wehrdienstgesetzes ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldaten bis 2035 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen.

Zuletzt hatte die Bundeswehr 2012 im Jahresdurchschnitt mehr Soldaten als aktuell ‒ damals waren es rund 197.900. Die größte Truppenstärke hatte die Bundeswehr in den 1980er-Jahren mit teilweise mehr als 495.000 Soldaten.

Bei den Bewerbungen gibt es laut Verteidigungsministerium ein Plus von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Nun seien es rund 47.300 Menschen, die eine Stelle wollten. Mit rund 15.400 Neueinstellungen verzeichnet das Ministerium ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat sowie ein Plus von 4.500 zum Vormonat.

Derzeit dienen nach diesen Angaben rund 12.100 freiwillig Wehrdienstleistende und kurz dienende Zeitsoldaten im Rahmen des neuen Wehrdienstes in der Bundeswehr. Das seien rund sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Die aggressive Werbung der Bundeswehr seit 2022 im öffentlichen Raum auf Kosten der Steuerzahler scheint langsam zu fruchten.

Allerdings spielen die ganz Jungen nicht wie gewünscht mit: Das neue Wehrdienstgesetz sieht einen Fragebogen vor, der seit Anfang 2026 an alle 18-jährigen Deutschen verschickt wird. Männer müssen ihn beantworten, für Frauen ist dies freiwillig. Laut Verteidigungsministerium wurden bis Ende Juli rund 378.000 Fragebögen verschickt. Rund 96 Prozent der Männer seien der Antwortpflicht nachgekommen. Von den Frauen hätten vier Prozent geantwortet. Männern, die nicht antworten, droht ein Bußgeld.

Von allen Interessierten hätten bislang rund 2.630 Personen ein Assessment durchlaufen, 865 Personen hätten dies erfolgreich absolviert und seien für eine Laufbahn in der Bundeswehr eingeplant worden. Gemessen an den verschickten Fragebögen fällt der Anteil der eingeplanten Personen mit etwa 0,2 Prozent miserabel aus. Offenbar lässt sich die Jugend nicht so einfach für die von Verteidigungsminister Boris Pistorius geforderte „Kriegstüchtigkeit“ einspannen.

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