Wann immer ich noch irgendwas beim Spiegel lese, steht meist am Anfang des jeweiligen Artikels die obligatorische dramaturgische Wetterbeschreibung. Es regnete, der Regen trommelte an die Fenster, der Himmel war grau wie die Stimmung. Auch die aktuelle, wohl als Verriss geplante Coverstory zu Ulrich Siegmund (AfD) kommt nicht ohne sie aus: „Es ist der heißeste Tag des Jahres, aber Ulrich Siegmund will sich von nichts und niemandem aufhalten lassen, schon gar nicht von der Sonne. »Ist das nicht ein tolles Wetter! Endlich ist der Sommer zurück, endlich ist er da, der Klimawandel«, ruft er in die schwitzende Menge, die johlt und pfeift.“ Man möchte ein wenig lachen über dieses immer wiederkehrende, unkaputtbare Stilelement aus dem letzten Jahrzehnt. Dann lacht man etwas lauter, wenn einem bewusst wird, dass das wohl erst zusammen mit dem Spiegel aussterben wird.
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