Die seit Monaten unangefochtene Spitzenposition der AfD in Sachsen-Anhalt in den Umfragewerten zur Landtagswahl am 6. September scheint die westdeutsch geprägten Medien und Organisationen deutlich zu beunruhigen. Neben andauernden Pressekampagnen wurde nun bekannt, dass die NGO Campact im Hintergrund versucht, durch finanzielle Hilfestellung gegenüber der politischen Konkurrenz die Wahl manipulativ zu beeinflussen. Am 14. August rief Campact laut einer Pressemitteilung offiziell „zur strategischen Wahl von SPD und Grünen auf“ – begleitet von hohen Geldüberweisungen an beide Parteien.
In aktuellen Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD bei über 40 Prozent, wie die NGO Campact feststellt. Daran schließt sich die Mitteilung an, dass die Organisation, „um eine Alleinregierung der AfD zu verhindern“, am gestrigen Freitag „ihre Kampagne zur Landtagswahl am 6. September“ startete.
Parallel veröffentlichte der Deutsche Bundestag auf seiner Webseite eine Information zum Thema „Parteispenden über 35.000 Euro – Jahr 2026“. Für den 12. und 13. August finden sich dort zwei Einträge, die Überweisungen von der NGO Campact anführen. Diese belaufen sich demnach auf eine Höhe von jeweils 310.000 Euro an das Bündnis 90/Die Grünen und die SPD.


Felix Kolb, geschäftsführender Vorstand von Campact, erklärte zur Motivation der Parteispenden, dass aktuell „ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem demokratischen Lager und der rechtsextremen AfD“ zu beobachten sei. Komme am 6. September ein Wahlergebnis zustande, bei dem die SPD und die Grünen „unter die Fünf-Prozent-Hürde rutschen, gehen viele demokratische Stimmen verloren und die AfD könnte alleine regieren“. Dies wolle die NGO mithilfe ihrer finanziellen Unterstützung verhindern, so Kolb.
Zuvor hatte die Organisation mehr als drei Millionen Euro „privat eingesammelt“, um erfolgreich ihre „Strategisch-wählen-Kampagne“ ins Leben rufen zu können. Angeblich gebe es „eine große Bereitschaft, für Projekte in Ostdeutschland zu spenden, die sich für die liberale Demokratie einsetzen“, behauptete Kolb, der auch Mitgründer von Campact ist, gegenüber dem Spiegel (Bezahlschranke). Weiter sagte er: „Das Entsetzen darüber, wie stark die AfD werden könnte, ist groß.“
Ein Teil des Geldes soll neben der Parteienunterstützung an Initiativen und Vereine in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gehen, wo am 20. September gewählt wird. Dutzende Organisationen hätten demnach bereits Geld erhalten, so Kolb. Gezielt gefördert werden „Projekte, die politische Bildung machen, sich für das demokratische Staatswesen einsetzen und extremistische Bestrebungen bekämpfen“.
Auf der Campact-Webseite wird über das offensive Agieren der NGO im Landtagswahlkampf weiter ausgeführt:
„Insgesamt investiert Campact 620.000 Euro in die ‚Strategisch-wählen-Kampagne‘ in Sachsen-Anhalt – für Plakate, Anzeigen und Postwurfsendungen. Zudem richtet sich die Kampagnen-Organisation an ihre mehr als 70.000 Unterstützer*innen in Sachsen-Anhalt und spricht eine Wahlempfehlung für SPD und Grüne aus.“
Nachweislich wahrheitswidrig heißt es weiter, dass „kein Geld an SPD und Grüne fließt, die Parteien erhalten keinerlei Spenden“. Die Kampagne würde aus den sogenannten „NoAfD-Fonds“ finanziert, die Campact im Herbst vergangenen Jahres ins Leben gerufen hatte.
„Wir konzentrieren uns auf die urbaneren Räume in Sachsen-Anhalt“, so der Campact-Gründer im Spiegel-Artikel, „weil wir glauben, dass die Leute dort empfänglicher sind für unsere Ziele“.
Im Rahmen der nahenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist dabei nicht nur die Organisation Campact aktiv. Auch die Initiative namens „Taktisch Wählen“ wirbt in dem Bundesland aktuell dafür, bei den Grünen oder der SPD ein Kreuz auf dem Wahlzettel zu machen. Dafür werbe sie „unter anderem mit Haustürgesprächen“. Im Impressum der Initiative ist allerdings eine Adresse in Berlin angegeben. Die FDP und das BSW kritisieren laut dem MDR „das Angebot, weil es nicht neutral agiert“. Zudem würden auch „die AfD und die Linke das Angebot fragwürdig finden“.
Die Campact-Kampagne greife laut einer Erklärung auf der Webseite „auf Erfahrungen aus vergangenen Wahlkämpfen zurück“. So hätte die Kampagnen-Organisation bereits mit ihrer „Strategisch-wählen-Kampagne“ bei den Landtagswahlen 2024 in Sachsen mit dazu beigetragen, „dass die Linke in das Parlament einzog und so eine AfD-Sperrminorität verhindert wurde“.
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