In der Nacht zum Donnerstag hat Rumänien zwei F-16-Kampfjets nahe der Grenze zur Ukraine in die Luft geschickt. Dies teilte das rumänische Verteidigungsministerium am Morgen auf X mit. Nach Angaben der Behörde habe das Radarüberwachungssystem um 1:27 Uhr Ortszeit eine Gruppe von fünf Flugobjekten in der Umgebung der ukrainischen Ortschaft Ismail in der Nähe der Flussgrenze zu Rumänien entdeckt. Nach der Entdeckung der Luftziele sei ein Alarm für die Bewohner des nördlichen Teils des Kreises Tulcea, der an die Ukraine grenzt, ausgelöst worden. Zur Überwachung der Lage seien zwei F-16-Kampfjets der rumänischen Luftstreitkräfte vom Luftwaffenstützpunkt 86 in Borcea eingesetzt worden.

Das Verteidigungsministerium berichtete weiter, dass die Radare das Eindringen eines Luftziels in den nationalen Luftraum Rumäniens, etwa zwei Kilometer südlich von der Ortschaft Pardina, registriert hätten. Das Ziel habe etwa zehn Minuten lang im Luftraum des Landes manövriert, bevor es das rumänische Territorium in Richtung Ukraine verließ. Die rumänische Militärbehörde präzisierte, dass kurz danach Explosionen auf ukrainischem Gebiet gemeldet worden seien.

Während des Konflikts in der Ukraine hat Rumänien mehrere Verletzungen seines Luftraums durch Drohnen sowie deren Abschuss gemeldet. Ende Juli teilten die Behörden Rumäniens mit, dass innerhalb von drei Tagen drei Drohnen über dem Territorium des Landes abgeschossen worden seien. Die Vorfälle ereigneten sich am 24., 25. und 26. Juli.  

Der rumänische Präsident Nicușor Dan berichtete auf X unter Berufung auf die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft, dass es sich bei dem am 24. Juli abgeschossenen Flugobjekt um eine Drohne vom Typ Shahed handele. Laut dem Politiker sei diese Drohne „von der Russischen Föderation“ in der Ukraine eingesetzt worden. Für Bukarest sei es inakzeptabel, dass Russland „weiterhin den rumänischen Luftraum verletzt, der gleichzeitig NATO-Luftraum und Luftraum der Europäischen Union ist“, so Dan. 

Am 27. Juli hat das rumänische Außenministerium den russischen Botschafter Wladimir Lipajew einbestellt. Während des Treffens wurden dem russischen Diplomaten Fragmente einer auf rumänischem Gebiet zerstörten Drohne vorgelegt. „Offizielle Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bestätigten, dass es sich bei den Bauteilen um russische Komponenten handelt“, schrieb die Behörde auf X. 

Russlands Botschaft in Bukarest wies die Anschuldigungen zurück. Auf Telegram teilte die russische diplomatische Vertretung nach dem Treffen mit, dass es sich um eine „Propagandainszenierung“ handele. Sie ziele darauf ab, „weitere Angriffe auf ukrainische Hafenanlagen im Schwarzen Meer und an der Donau zu verhindern, die von der NATO für die Lieferung von Militärgütern und Waffen genutzt wird“. Die russische Botschaft betonte, dass die rumänische Seite „keine Beweise für die russische Herkunft der Drohnen“ vorgelegt und „keine der Fragen zu den technischen Parametern des Fluges“ beantwortet habe.

Ende Mai hatte das rumänische Außenministerium bereits den russischen Botschafter nach dem Drohnenangriff in der Stadt Galați einbestellt. Später erklärte der rumänische Präsident den russischen Generalkonsul in Constanța, Andrei Kosilin, zur unerwünschten Person und ordnete die Schließung des Konsulats an. Daraufhin bestellte das russische Außenministerium den rumänischen Botschafter Cristian Istrate ein. Ihm wurde eine Note überreicht, in der der Generalkonsul in St. Petersburg zur unerwünschten Person erklärt und die dortige diplomatische Vertretung geschlossen wurde.

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