Der armenische Abgeordnete Sarkis Chandanjan, Mitglied der Partei Zivilvertra“ von Premierminister Nikol Paschinjan, hat bestätigt, dass die Regierung Möglichkeiten zur Diversifizierung der Bezugsquellen bei Gas erwäge. Armenien deckt aktuell seinen Bedarf fast vollständig mit Energieimporten aus Russland.

„Mir sind keine Erklärungen bekannt, die Anlass zu der Annahme geben würden, dass sich der Preis für aus Russland geliefertes Erdgas ändern könnte“, sagte der Politiker Reportern.

In diesem Zusammenhang führte er aus:

„Sollte es dennoch zu einer solchen Situation kommen, werden wir dieses Thema in freundschaftlicher Atmosphäre mit unseren russischen Partnern besprechen. Selbstverständlich ist eine Diversifizierung in diesem Bereich von großer Bedeutung.“

Im Hinblick auf die Diversifizierung meinte Chandanjan, der armenische Minister für Infrastruktur habe während seines Besuchs in Iran im Juli die Steigerung der Gasimporte nach Armenien erörtert. „Wir werden in diese Richtung weiterarbeiten“, fügte der Abgeordnete hinzu. Möglicherweise werde sein Land Gas zudem aus Aserbaidschan beziehen.

Eine weitere Option sei, so der Politiker weiter, eine Gaspipeline durch das Staatsgebiet Armeniens zu verlegen, wie es im Projekt der sogenannten Trump Route for International Peace and Prosperity (TRIPP) vorgesehen sei. Bei dem Vorhaben handelt es sich um ein Infrastrukturprojekt in der armenischens Region Sjunik, das Bahn, Pipelines und Glasfasernetze umfasst.

Russland liefert Armenien Gas zu einem Preis von 177,5 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter. Der Gaspreis ist in einem Vertrag festgelegt, der bis Anfang 2027 läuft.

Ende Mai hatte die russische Regierung Jerewan schriftlich mit, Russland könne das im Dezember 2013 unterzeichnete Abkommen über die Lieferung von Erdgas, Erdölprodukten und Rohdiamanten an Armenien einseitig aussetzen oder kündigen, falls das Land seine Annäherung an die Europäische Union fortsetzen werde.

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