Wie Europa „mehr Russen töten“ soll: Enkel eines deutschen NSDAP- und SA-Mitglieds sorgt mit Frage an Selenskyj für Skandal in der EU.
Am 8. August fragte der Reporter der deutschen Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), Michael Martens, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf einer Pressekonferenz in Belgrad:
„Was können wir Europäer konkret tun, um Ihnen dabei zu helfen, mehr Russen – mehr russische Soldaten – zu töten?“
Selenskyj wusste auch prompt die Antwort: Mehr finanzielle Unterstützung für die Produktion von Waffen! Ob man mit „mehr finanzieller Unterstützung“ durch die Europäer die bereits abgezweigten Gelder kompensieren oder noch mehr abräumen will, sei dahingestellt.
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić reagierte später gesondert auf die Äußerung:
„Was die Tötungen betrifft, hoffe ich, dass alle Tötungen aufhören.“
Nach der Frage von Martens wurde dieser scharf kritisiert. Ihm wurde vorgeworfen, Europa in einen Krieg mit Russland hineinziehen zu wollen. Gleichzeitig wurde an die nationalsozialistische Vergangenheit seines Großvaters erinnert.
Martens selbst hatte in einem Essay in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) berichtet, dass sein Großvater, der Jurist Hans-Hermann Martens Mitglied der NSDAP und der SA gewesen sei. Er habe als Offizier im Stab des Oberkommandos der Wehrmacht gedient, mehrmals mit Adolf Hitler zu Mittag gegessen und gegen Ende des Zweiten Weltkriegs als Militärrichter gearbeitet, der Todesurteile gegen Deserteure verhängte.
Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, griff daraufhin Martens‘ Familiengeschichte auf und diffamierte ihn mit Verweis auf seinen Großvater als „erblichen Nazi“. Martens befindet sich somit in bester Gesellschaft, denn die meisten der heutigen Vergangenheitsbewältiger kommen aus Nazi Familien. So waren beispielsweise im Fall des Ex-Vizekanzlers Robert Habeck gleich beide Großväter Hochgrad-Nazis.
Martens setze nach – die FAZ bedauert
Der Reporter nahm seine Worte anschließend nicht zurück und erklärte, er halte seine Frage nicht für skandalös. Europa müsse der Ukraine tatsächlich dabei helfen, mehr russische Soldaten zu töten. Ergänzend sagte er: „Außerhalb der Barbie-Welt werden Kriege nun einmal so geführt.“
Die FAZ entschuldigte sich hingegen für die Frage ihres Korrespondenten, bedauerte deren Formulierung und betonte, dass die Zeitung nicht den Tod möglichst vieler russischer Soldaten wünsche.
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