Wie der Verband Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) in einer Pressemitteilung am Montag bekanntgab, gab es im zweiten Quartal des Jahres 2026 eine weitere Verteuerung von Wohnimmobilien in Deutschland, sowohl was die Vermietungen als auch was den Immobilienkauf betraf. Dagegen sanken die Kosten beim Erwerb einer gewerblich genutzten Immobilie.
Der Auswertung des vdp zufolge stiegen die Immobilienpreise in Deutschland insgesamt im zweiten Quartal des Jahres 2026 weiterhin. Der Anstieg betrug gegenüber dem Vorjahresquartal 1,3 Prozent. Allerdings hatte sich der Anstieg gegenüber dem ersten Quartal 2026 mit 0,1 Prozent verlangsamt.
Der Immobilienpreisindex des vdp bezieht sich auf Erkenntnisse aus der Auswertung von Immobilientransaktionsdaten und verwendet bei seiner Aufstellung die Daten von mehr als 700 Kreditinstituten. Dabei analysiert er sowohl die Preise für Wohnungen als auch die für gewerblich genutzte Flächen.
In der Entwicklung der Immobilienpreise ist ein deutlicher Unterschied zwischen Büro- und Gewerbeimmobilien zu verzeichnen. Während sich die Preise für Wohnimmobilien von April bis Juni 2026 um 1,9 Prozent erhöhten, gab es bei gewerblichen Immobilien (also Büros oder Ladengeschäfte für den Einzelhandel) einen preislichen Rückgang. Das Minus umfasst 1,2 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent.
Der vdp-Geschäftsführer Jens Tolckmitt erklärt diese Diskrepanz mit der Reaktion des Gewerbeimmobilienmarktes auf geopolitische Entwicklungen. Gestiegene Inflations- und Zinserwartungen würden zusammen mit der verhaltenen Konjunkturentwicklung in Deutschland zu einer geringeren Nachfrage nach solchen Immobilien führen.
Dagegen führe der angespannte Wohnungsmarkt in Deutschland bei Wohnimmobilien weiterhin zu Preissteigerungen. Am stärksten erhöhten sich dabei die Preise für Eigentumswohnungen. Der Anstieg betrug gegenüber dem Vergleichsquartal im Jahr 2025 2,6 Prozent.
Auch bei Eigenheimen und Mehrfamilienhäusern war ein Preiswachstum von zwei Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent zu verzeichnen. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 blieb der Preisanstieg mit insgesamt 0,3 Prozent dagegen eher moderat.
Nicht nur die Kaufpreise, auch die Mieten bei Neuverträgen in Mehrfamilienhäusern erhöhten sich weiter. Hier umfasste der Anstieg gegenüber dem Vorjahresquartal 3,2 Prozent. Der Anstieg hatte sich allerdings ebenfalls im Vergleich zu den vorausgegangenen Quartalen verlangsamt.
Der Kauf eines Mehrfamilienhauses bringt nach Einschätzung des vdp angesichts des Wohnungsmangels eine Rendite von 1,5 Prozent, wenn es der Käufer im Anschluss an den Kauf vermietet. Der Grund: Der Preis für Neuvermietungen wächst stärker als der Kaufpreis für eine Mietimmobilie.
Im Vergleich zum ersten Quartal verlor der Anstieg der Immobilienpreise in den Top-7-Städten etwas an Fahrt, wies aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Anstieg von immerhin 2,1 Prozent auf. Spitzenreiter der Verteuerung von Wohnobjekten waren die deutschen Großstädte Hamburg (3,8 Prozent), Köln (2,5 Prozent), Frankfurt und Düsseldorf (jeweils 2,4 Prozent) sowie München (2,3 Prozent).
Dagegen fielen die Neuvertragsmieten in den Ballungsräumen mit 1,5 Prozent geringer aus als in Gesamtdeutschland (3,2 Prozent). Das heißt: Die Wohnungspreise verteuern sich vor allem auf dem Land.
Angesichts dieser Entwicklung fordert der vdp eine weitere „ambitionierte Umsetzung der Reformagenda“ vonseiten der Bundesregierung. Wenn auch die Geopolitik mitspiele, könne das eine positive Wirkung auf die Konjunktur und damit auf den Gewerbeimmobilienmarkt erzielen.
Was den Wohnungsmarkt betrifft, so lobt der vdp die geplanten Lockerungen der Bauregelungen. Hingegen lehnt er eine Enteignung von Wohnimmobilienkonzernen, wie sie beispielsweise die Linke im Berliner Wahlkampf fordert, als nicht dienlich ab. Dadurch werde lediglich privates Kapital abgeschreckt.
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