Sowohl US- als auch saudische Angriffe auf schiitische Milizen im gesamten Irak am 29. Juli, bei denen in sieben Provinzen mindestens 20 Menschen getötet und 32 verletzt worden waren, zeigten dem irakischen Premierminister Ali al-Zaidi einmal mehr den Preis, zu Trumps Lager zu gehören.

Auch der Irak immer nun tiefer in den Nahostkonflikt hineingezogen.

US-Bündnis wertlos

Der Zeitpunkt erschwerte die Lage zusätzlich, da die Angriffe mit der Ankunft von Millionen Pilgern aus dem Irak, Iran, Pakistan, Aserbaidschan und darüber hinaus in der irakischen Stadt Karbala, zum Anlass von Arbaeen, einer bedeutenden religiösen Versammlung, zusammenfielen, schrieb dazu die Tasnim News.

Die Anschläge veranlassten al-Zaidi, seine Reise nach Saudi-Arabien auf unbestimmte Zeit zu verschieben und eine Notfallsitzung des Nationalen Sicherheitsrats einzuberufen.
Letzte Woche endete al-Zaidis Mission, einen Waffenstillstandsvorschlag von Trump an den Iran zu übermitteln, in einem Fiasko. Nachdem Teheran das Angebot zurückgewiesen und erklärt hatte, man habe kein Interesse an einem vorübergehenden Waffenstillstand.

Eine zweifellos vorhersehbare Reaktion angesichts von Trumps wiederholten Wechselwirkungen und Verstößen gegen seine eigenen Waffenstillstandsvereinbarungen.

US-Marionettenpremier?

Al-Zaidi erwies sich trotz „inexistenter“ politischen Erfahrung oder Einflussnahme als überraschende Wahl für das irakische Premierministeramt. Trump gab am 14. Juli im Weißen Haus offen seine Beteiligung am Aufstieg Zaidis zu. Trump bezeichnete den ehemaligen Premierminister Nouri al-Maliki als „nicht gut für Amerika und für den Irak“ und sagte, er habe „eine Rolle bei“ Zaidis Ernennung gespielt.

Am 24. Januar unterstützte der irakische Koordinierungsrahmen, der für die Auswahl des Premierministers zuständige Block, Nouri al-Maliki für eine dritte Amtszeit. Trump reagierte jedoch mit den „üblichen“ harten Drohungen betreffend al-Malikis eventueller Rückkehr ins Amt. Spaltungen innerhalb der „Ernennungsgruppe“ betreffend eines Nachfolgers führten zu verpassten Fristen, wobei al-Zaidis Name am 27. April als „Kompromiss“-Kandidat auftaucht war.

The Cradle legt nahe, dass al-Zaidi durch seine Verbindungen zum US-Banker Dennis Edward Flannery Zugang zu US-Machtkreisen erhalten hatte, einem ehemaligen Finanzattaché der US-Botschaft in Bagdad, der auch als leitender Berater der Weltbank, des US-Finanzministeriums, Citicorp und Lehman Brothers tätig gewesen war.

Ein weiterer angeblicher Ermöglicher einer neuen pro-US-amerikanischen Premierministerschaft war Richter Faiq Zaidan, Leiter des Obersten Justizrats des Irak, der Berichten zu Folge enge Beziehungen zum US-Sondergesandten Tom Barrack pflegt. Unter Berufung auf seine Quellen mutmaßt The Cradle, dass al-Zaidis Säuberung pro-iranischer Beamter am 28. Juni unter dem Vorwand von Anti-Korruptionsbemühungen, auch bekannt als Operation Dawn, von Barrack und Zaidan organisiert worden war.

CIA mischt „wie immer“ fleißig mit

Barrack soll eine Liste von Abgeordneten, Beamten, Banken und Unternehmen zusammengestellt haben, die hastig durch die irakische Justiz „geschleust“ worden war. Der ehemalige CIA-Direktor David Petraeus soll angeblich die Grundlage für die Säuberung gelegt haben. Analysten argumentieren, dass es bei der Operation weniger um Korruption als vielmehr um die Schwächung der Iran-Irak-Beziehungen sowie die Zielsetzung und Entwaffnung der Achse des Widerstands im Irak, gegangen war.

In diesem Zusammenhang scheinen US-saudische Angriffe auf irakische schiitische Milizen im Team-Trumps umfassenderen Vorgehen zu passen. Es heißt also, den Iran zu schwächen und den Irak in einen weiteren Krieg hineinzuziehen, wobei sein unerfahrener Premierminister sowohl als Bote als auch „nützlicher Idiot“ benutzt wird.

Dies ist wohl nur eine weitere Erinnerung daran, dass eine Allianz mit den USA sehr schnell einen tödlichen Preis haben kann.


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