Die in der parlamentarischen Sommerpause eingeleitete Kabinettsumbildung von Bundeskanzler Friedrich Merz änderte laut der ARD-Tagesschau „wenig an der Wahrnehmung der politischen Arbeit der Bundesregierung“, so das Resümee nach Auswertung der Umfragezahlen im neuesten sogenannten „DeutschlandTrend„. Mit der weiterhin führenden AfD hätten sich nach der aktuellen Befragung „die Kräfteverhältnisse zwischen Union und AfD“ seit der Bundestagswahl umgekehrt. Im Februar 2025 erhielten die Unionsparteien 28,5 und die AfD 20,8 Prozent der Stimmen.

In der aktuellen sogenannten „Sonntagsfrage“ für den Fall einer Bundestagswahl am kommenden Wochenende verharren CDU und CSU bei 21 Prozent (-1 im Vergleich zum Vormonat), während die AfD mit 28 Prozent (+1) ihre Spitzenposition behauptet. Dies stelle laut Tagesschau den höchsten Wert dar, „der je im ARD-DeutschlandTrend für die Partei gemessen wurde“.

Die SPD bleibt unverändert bei überschaubaren 12 Prozent und liegt damit noch knapp vor den Linken (11 Prozent), jedoch hinter den Grünen, die aktuell 15 Prozent Zustimmung erreichen.

Die FDP erreicht demnach 4 Prozent, während das BSW unter den „Sonstigen“ (9 Prozent) geführt wird, ohne dass ein eigener Wert ausgewiesen wird.

Zur Frage nach der „Wahrnehmung der politischen Arbeit der Bundesregierung“ heißt es:

„Gut zwei Drittel meinen, nach den personellen Veränderungen werde die Bundesregierung genauso schlecht (57 Prozent) oder gar schlechter arbeiten (elf Prozent) als bisher.“

Nach wie vor sei nur eine Minderheit (13 Prozent) mit der Arbeit der Bundesregierung „sehr zufrieden oder zufrieden“. Demgegenüber zeige sich die Mehrheit (85 Prozent) der Befragten „unzufrieden“.

Ein längerer Abschnitt der Auswertung beschäftigt sich mit den Wahrnehmungen von AfD-Wählern und Sympathisanten. Die Anhänger dieser Partei würden „insgesamt sorgenvoller auf Deutschland blicken, etwa bei der wirtschaftlichen Stellung Deutschlands, der finanziellen Absicherung im Alter oder der Sicherheit im öffentlichen Raum“.

Zudem werde eine „Wahrnehmung von Zuwanderung als Bedrohung“ festgestellt, die unter AfD-Anhängern „deutlich ausgeprägter“ sei als unter den übrigen Befragten. Abschließend heißt es, viele AfD-Anhänger hätten das Gefühl, dass die AfD Probleme klar benenne.

Vergleichswerte oder Argumente für die anderen Parteien werden nicht genannt. Die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September hätten jedoch aktuell „die Diskussion um den Umgang mit der AfD wieder angefacht“. Dabei sei „das Stimmungsbild in der Bevölkerung gespalten“. Dazu heißt es:

„Mehrheiten der Anhänger von Grünen (77 Prozent), Linken (74 Prozent) und SPD (61 Prozent) lehnen eine Zusammenarbeit mit der AfD grundsätzlich ab. Bei den Unions-Anhängern würden 7 Prozent eine Zusammenarbeit mit der AfD suchen, 48 Prozent von Fall zu Fall entscheiden und 44 Prozent eine Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen.“

Aktuell hätten sich 27 Prozent der Befragten (+3 Prozentpunkte gegenüber Juni) „für eine Zusammenarbeit“ mit der Partei ausgesprochen, wobei die Befürworter demnach „in erster Linie die AfD-Anhänger selbst“ wären. Ein Drittel (32 Prozent) würde über eine Zusammenarbeit von Fall zu Fall entscheiden (+1), und 37 Prozent schließen eine Zusammenarbeit mit der AfD grundsätzlich aus (-4).

Die Welt berichtet, dass das Thema „öffentliche Sicherheit“ ergänzend als einer der Schwerpunkte der DeutschlandTrend-Umfrage behandelt wurde (erhoben von Infratest dimap im Auftrag von ARD-Tagesthemen und Welt). Dazu heißt es laut Auswertung:

„Demnach ist jeder dritte Bundesbürger ‚immer‘, ‚häufig‘ oder zumindest ‚manchmal‘ in Sorge, Opfer eines Terroranschlags zu werden.“

Vor allem würden die Deutschen laut den Ergebnissen „Übergriffe“ und „Anschläge“ durch Islamisten befürchten. 31 Prozent bewerten diese Gefahr als „sehr groß“, weitere 38 Prozent als „eher groß“, was zusammen „mehr als zwei Drittel der Bevölkerung“ entspreche. Danach folgt mit 56 Prozent die Gefahr rechtsextremer Terrortaten. 50 Prozent sehen laut Umfrage eine entsprechende Bedrohung durch das linksextreme Spektrum.

Mehr zum Thema ‒ Umfrage: 56 Prozent der Bürger bezweifeln „ausreichend politische Kompetenz“ bei allen Parteien

Abbildung des Banners Denkanstoß statt Denkverbot
Nach oben scrollen