Israel hat am Mittwoch mehrere Ziele im südlichen Libanon angegriffen. Es war die schwerste Bombardierung seit dem Waffenstillstand Anfang Juni. Die Angriffe fanden statt, während israelische und libanesische Vertreter in Rom unter US-Vermittlung verhandelten.

Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurde in Tibnin ein Mann getötet und zwölf weitere verletzt, als ein Projektil das Dach einer Gebetshalle auf einem Friedhof traf. Die israelische Armee bombardierte außerdem Al-Mansouri und später Burj el-Shamali am Rand von Tyros. Zum ersten Mal seit rund zwei Monaten erging eine Evakuierungsanordnung.

Die IDF behauptete, sie habe auf einen „krassen Verstoß“ der Hisbollah gegen den Waffenstillstand reagiert. Die Miliz habe versucht, israelische Kräfte anzugreifen. Zuvor berichteten Medien, dass zwei israelische Soldaten bei einer Explosion in einem präparierten Gebäude in Majdal Zoun ums Leben gekommen seien – die ersten Todesfälle unter israelischen Truppen in Libanon seit Ende Juni.

Die siebte Gesprächsrunde in Rom wurde am Nachmittag auf Israels Wunsch vorzeitig beendet. Israelischen Medien zufolge warf der israelische Botschafter in den USA der libanesischen Delegation vor, wiederholt falsche Informationen an die Presse weitergegeben zu haben. Die Gespräche sollen am Donnerstag fortgesetzt werden.

Laut UNO kehren derzeit mehr als 820.000 Libanesen in ihre Heimat zurück, die zuvor durch Luftangriffe und Evakuierungsbefehle vertrieben worden waren. Israel hält weiterhin Teile des südlichen Libanon als Sicherheitszone besetzt, um weitere Angriffe der Hisbollah zu verhindern. Der Waffenstillstand vom 3. Juni sah einen schrittweisen Rückzug und die Übergabe bestimmter Zonen an die libanesische Armee vor – unter der Bedingung, dass die Hisbollah dort keine Angriffe mehr starten kann. Die Hisbollah hatte das Abkommen abgelehnt, einen vollständigen israelischen Abzug gefordert und ihre Entwaffnung zurückgewiesen.

Die Lage bleibt angespannt. Während in Rom weiter verhandelt werden soll, zeigen die neuen Angriffe und die Todesfälle auf beiden Seiten, wie zerbrechlich der seit Juni bestehende relative Waffenstillstand ist.

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