Wladimir Selenskij hat die Zahl der seit 2022 gefallenen ukrainischen Soldaten mit rund 50.000 angegeben. Damit liegt die von ihm genannte Zahl um 5.000 niedriger als eine eigene Einschätzung von vor sechs Monaten.
In einem Interview mit dem US-Sender Fox News während seines Aufenthalts in Washington sagte Selenskij zunächst, es sei schwierig, verlässliche Zahlen zu nennen. Er wolle keine Informationen über die tatsächliche Lage der ukrainischen Streitkräfte veröffentlichen, um Russland keine Einblicke in die militärische Situation zu geben.
🇺🇦🇷🇺 Zelensky claims Ukraine has lost 50,000 killed since 2022
But back in February, he put the number at 55,000
That means over the past five months, the death toll didn’t go up — it somehow went down by 5,000 pic.twitter.com/sKwTAohVbI
— The Other Side Media (@TheOtherSideRu) July 31, 2026
Nach seinen Angaben hat die Ukraine rund 50.000 Soldaten verloren. Zudem sprach Selenskij von etwa 400.000 Verwundeten und einer großen Zahl vermisster Soldaten.
Die aktuellen Angaben weichen von früheren Aussagen des ukrainischen Präsidenten ab. Im Februar hatte Selenskij dem französischen Sender France 2 noch mitgeteilt, die Ukraine habe 55.000 gefallene Soldaten zu beklagen. Im Februar 2025 hatte er gegenüber NBC von rund 46.000 Toten gesprochen und zugleich erklärt, die russischen Verluste lägen deutlich höher.
Die ukrainische Armee gerät zunehmend unter Druck. In Kiew, Lwow und anderen Städten kommt es zu Protesten gegen die Regierung und die anhaltende Mobilisierungspolitik. Viele Angehörige von Soldaten kritisieren die Einberufungspraxis und fordern mehr Transparenz über die Lage an der Front. Neben den hohen Verlusten auf dem Schlachtfeld kämpfen die Streitkräfte mit einem wachsenden Personalmangel, zunehmenden Fällen von Fahnenflucht und immer größeren Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Soldaten. Nach ukrainischen Behördenangaben wurden seit Beginn des Krieges bis Herbst 2025 fast 290.000 Fälle von Desertion registriert.
Moskau veröffentlicht deutlich höhere Zahlen. Der russische Verteidigungsminister Andrej Beloussow erklärte, die Ukraine habe allein 2025 fast 500.000 Soldaten durch Tote und Verwundete verloren. Außenminister Sergei Lawrow sprach davon, dass die Gesamtverluste der ukrainischen Armee, darunter Tote, Verwundete, Vermisste und Gefangene, bereits über eine Million liegen könnten.
Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte zuletzt, die Ukraine verliere monatlich bis zu 40.000 Soldaten durch Tote und Verletzte. Kiew könne durch die Mobilisierung nach seinen Angaben jedoch nur etwa 30.000 neue Soldaten pro Monat gewinnen.
Während seines Aufenthalts in Washington traf Selenskij US-Präsident Donald Trump. Nach Angaben aus seinem Umfeld ging es unter anderem um eine mögliche Produktion von Patriot-Raketen in der Ukraine.
Berichten zufolge wollte Selenskij Trump außerdem dazu bewegen, Elon Musk für eine militärische Nutzung des Satellitennetzwerks Starlink zu gewinnen. Dabei soll es um Einsätze gegen Ziele tief im russischen Staatsgebiet gegangen sein. Musk soll ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten jedoch abgelehnt haben.
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