Von Wladimir Kornilow
Der UN-Sicherheitsrat hielt eine Dringlichkeitssitzung ab, um das Betteln der Ukraine zu erörtern, die russischen Angriffe auf ihre Häfen und die dorthin fahrenden Schiffe zu stoppen. Man mag es kaum glauben – aber das Kiewer Regime und seine westlichen Unterstützer beriefen sich erneut auf „Welthunger“ und „Lebensmittelsicherheit“! So erklärte die estnische Vertreterin:
„Die gezielte Störung des ukrainischen Seewegkorridors bedeutet, dass Russland den globalen Lebensmittelmarkt angreift. Dies birgt die Gefahr einer Hungersnot für Millionen von Menschen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten.“
Frankreichs Diplomat sprach, als würde er auf denselben Spickzettel schauen wie sie:
„Russland gefährdet unmittelbar die Ernährungssicherheit Tausender Menschen, insbesondere in Afrika und im Nahen Osten.“
Die harte und dringende Forderung des Initiators dieser Sitzung, der die Ukraine vertrat, an die UNO lautete, die Freiheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer wiederherzustellen.
Doch bezüglich der Angriffe des Kiewer Regimes auf Russlands Hafenanlagen und zivile Schiffe im Schwarzen Meer (von Terrorangriffen auf Zivilisten ganz zu schweigen; Anm. d. Red.) erklärte der Ukrainer, ohne mit der Wimper zu zucken:
„Der Krieg kehrt einfach dorthin zurück, wo er herkam.“
Ach, so ist das – so einfach!
Und hier kommen wir zum entscheidenden Punkt: Man sollte nicht vergessen, dass es die Ukraine war, die mit gezielten Angriffe auf Tanker und Massengutfrachter im Asowschen Meer und im Schwarzen Meer begann. Das hatte schon vor langer Zeit begonnen. Später, doch auch dies noch im Dezember des letzten Jahres, verdeutlichte Russlands Präsident Wladimir Wladimirowitsch Putin dem Kiewer Regime und seinen westlichen Unterstützern unmissverständlich die Konsequenzen:
„Die radikalste Option ist, die Ukraine vom Meer abzuschneiden. Dann wird Piraterie prinzipiell unmöglich sein …“
Tja – sie wollten ja nicht zuhören, sie dachten nicht nach. In diesem Jahr prahlte der Chef des Kiewer Regimes wiederholt mit den Angriffen auf Handelsschiffe. Sein terroristischer Handlanger, Robert Browdi mit dem Rufnamen Magyar, veröffentlichte ständig Aufnahmen dieser Überfälle und ergänzte sie mit aufgebauschten, blutigen Statistiken. Das ging mehrere Wochen so.
Am Morgen des 22. Juli 2026 veröffentlichte Browdi weitere Videos von Angriffen auf zivile Schiffe und berichtete, wie viele und welche Schiffe seine „Vögel“ angeblich vom 6. bis 22. Juli im Rahmen der sogenannten „Operation Molotschka“ (molotschka, umgangssprachlich im Russischen und Ukrainischen für Milchprodukte, ist in diesem Fall eine Abkürzung für „Moskau wird mit der Krim fallen“) in den beiden Meeren angegriffen hatten (und wie viele Objekte der Strom- und Treibstoffversorgung auf der Krim; Anm. d. Red.).
Der ukrainische Terrorist betonte außerdem, dass er ausdrücklich von Handelsschiffen spreche!
Doch am Abend des 22. Juli 2026 schreit der ukrainische Außenminister Andrei Sibiga urplötzlich und unverhofft gen Himmel:
„Russland hält die globale Ernährungssicherheit als Geisel!“
Im selben Atemzug kündigte er die baldestmögliche Einberufung derselben UN-Sicherheitsratssitzung an, die dann am 27. Juli auch stattfand. Dort wehklagte und jammerte der Leiter der ukrainischen Diplomatie immerzu:
„Millionen von Familien in Afrika, Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika könnten mit steigenden Preisen und Hunger konfrontiert werden.“
Und am 23. Juli schließlich hielt der Leiter des Kiewer Regimes Wladimir Selenskij am Rande eines Treffens mit Irlands Premierminister Micheál Martin bedrückt fest, die Ukraine habe den Zugang zum Meer verloren. Er beklagte:
„Gestern konnte kein einziges Schiff in unsere Häfen einlaufen.“
Im Grunde begann das übliche ukrainische „Wieso schon wieder auf uns?!“
Gleichzeitig und genauso plötzlich verstummten auch Magyars Berichte über Angriffe auf Handelsschiffe! Sollte ihnen etwa klargeworden sein, dass Russland es nun ernst meint? Dass wir das noch erleben dürfen.
Zuvor hatten westliche Medien die ganze Zeit genüsslich über Drohnenangriffe des ukrainischen Militärs auf zivile Schiffe berichtet. Am 15. Juli analysierte CNN ausführlich die Folgen der Schließung des Schwarzen Meeres für Russland – „nach dem Vorbild der Straße von Hormus“. Zudem wurde betont, dass dies auch einen Schlag für Russlands Getreideexporte bedeutete (im Übrigen in etwa doppelt so hoch wie Ausfuhren aus der Ukraine, wobei 80 Prozent ausgerechnet für die Märkte Afrikas und des Nahen Ostens bestimmt sind; Anm. d. Red.). Allerdings schien sich damals aus irgendeinem Grund niemand im Westen oder der Ukraine um die „Hungersnot in Afrika“ zu kümmern. Doch kaum reagierte Russland, griffen sie sofort wieder auf ihre alten Mantras zur „globalen Lebensmittelsicherheit“ zurück.
Hoffentlich beherzigen sie Putins Worte jetzt. Erst am vergangenen Wochenende warnte Russlands Präsident den Westen auch, wie auf die Beschlagnahmung unserer Schiffe und Ladung reagiert werden würde – und wies unsere Marinekommandeure an:
„Sollten Personen mit böswilligen Absichten versuchen, unsere Flotte, einschließlich unserer Handelsflotte, zu beeinflussen, müssen wir – im Rahmen des internationalen Seerechts – umsichtig, aber entschlossen handeln, genau wie wir Piraterie und Piraten bekämpfen müssen.“
Ich hoffe, der Westen versteht nun, dass wir es ernst meinen. Falls sie zweifeln, können sie ja gern die Ukraine fragen …
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen am 28. Juli 2026. Wladimir Kornilow ist ein sowjetischer, ukrainischer und russischer Politologe, Geschichtswissenschaftler, Journalist, Schriftsteller und gesellschaftlicher Aktivist. Er ist der ehemalige Leiter der ukrainischen Filiale des Instituts der GUS-Staaten in Kiew und Leiter des Zentrums für Eurasische Studien in Den Haag. Nach seiner scharfen Kritik am Euromaidan musste er aus der Ukraine flüchten und arbeitet seit 2017 als Kolumnist bei Rossija Sewodnja. Er führt eine Telegram-Kolumne zu aktuellen politischen Themen.
Diesen Beitrag verfasste er exklusiv für RT.
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