Die Europäische Union könnte Griechenland Zugeständnisse machen und einige Bestimmungen des 21. Sanktionspakets gegen Russland ändern. Wie Politico unter Berufung auf EU-Diplomaten berichtet, geht es um Befürchtungen der griechischen Seite, dass ein Verbot russischer Lieferungen von Flüssigerdgas der nationalen Schifffahrtsindustrie einen verheerenden Schlag versetzen würde.
Laut der Publikation bereitet die EU-Kommission eine Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen vor, die am Dienstag bei einem Treffen der EU-Diplomaten erörtert werden soll. EU-Diplomaten bezeichneten das Treffen als entscheidend für das Schicksal des Sanktionspakets. Brüssel möchte demonstrieren, dass das Verbot Russland größeren wirtschaftlichen Schaden zufügen würde als Griechenland und durch den Wechsel der Schiffsflagge nicht mehr umgangen werden könnte.
Die EU versuche, einen Ausweg aus der Situation zu finden, erklärte eine Quelle gegenüber Politico. Die Auseinandersetzung mit Griechenland zeige, dass Brüssel mit wichtigen wirtschaftlichen Interessen in Konflikt gerate. Weitere Diplomaten betonten gegenüber der Publikation, dass die griechischen Einwände einen zentralen Bestandteil des Pakets zum Scheitern bringen könnten. Im schlimmsten Fall wäre eine Ausnahmeregelung für Athen möglich. Dies würde jedoch ein falsches Signal an die Länder senden, die aufgrund der Sanktionen gegen Russland bereits Verluste erlitten hätten.
Es waren maßgeblich Griechenland und Österreich, die neue Sanktionen gegen Russland blockierten, berichtete Politico. Wien begründete seine Entscheidung mit einer Entschädigung für die Raiffeisen Bank und schlug einen Mechanismus vor, der einen Ausgleich für Verluste in Höhe von 2,44 Milliarden Euro gewähren würde.
Griechenland äußerte seinerseits die Besorgnis, dass die EU durch neue Beschränkungen des LNG-Handels Einbußen erleiden könnte. Im Einzelnen befürchteten Experten den Verlust von Marktanteilen an die USA, China und Japan.
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