Deutsche Medien berichten von einem Messerangriff bei der gut besuchten „Blauliachd-Party“, einem Dorffest des örtlichen Burschenvereins in Egling im bayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfrathshausen, in der Nacht auf den 19. Juli 2026. Die Polizei sei bei ihrer Fahndungsarbeit unter anderem damit befasst, vorhandenes Videomaterial sowie Zeugenaussagen auszuwerten. Nach bisheriger Information soll der bislang unbekannte Täter zunächst einen 24-Jährigen mit einem Schlag auf den Kopf niedergestreckt haben und diesem ersten Opfer zufolge anschließend mit einem Messer einen 16-jährigen Jugendlichen angegriffen haben, dem er damit Verletzungen am Unterarm zufügte. Seine beiden Opfer seien österreichische Staatsbürger, so der Vereinsvorsitzende. Anschließend sei der Tatverdächtige in der Menge untergetaucht. Details zu Angriffen auf weitere sechs Menschen fehlen bisher ‒ zunächst wird von anderweitigen Schlägereien beim Fest mit insgesamt 700 Besuchern ausgegangen. Allen acht Verletzten wurde medizinische Hilfe geleistet, teils auch in Krankenhäusern.

Die Motive des Messerstechers seien noch nicht klar, jedoch gehe die Polizei bisher nicht von einem Terroranschlag aus – es werde daher wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Nach dem Täter wird gefahndet. Laut Augenzeugen soll es sich um einen etwa 1,80 bis 1,90 Meter großen Mann mit schmaler Statur und dunklerer Hautfarbe handeln, der seine ebenfalls dunklen Haare kurz trägt. Zudem habe der dringend Tatverdächtige lediglich gebrochenes Hochdeutsch gesprochen, berichtet der Merkur mit Verweis auf die Polizei von Wolfrathshausen. Er habe eine graue Fleecejacke und eine Jeans getragen. Zu seinem Alter lagen keine Angaben vor.

Ungewohnte Stimmung soll diesmal gegen Mitternacht beim Fest geherrscht haben, das dem Vereinsvorsitzenden zufolge gemütlich angefangen habe und auch zuvor stets genauso gemütlich verlaufen sei: Als es zum Messerangriff und den Schlägereien kam, sei die Atmosphäre aufgeheizt und teils aggressiv gewesen, und als das Fest deswegen kurz vor Mitternacht aufgelöst werden musste, mussten zahlreiche Polizeikräfte – rund 60 Mann samt einem Zug des Unterstützungskommandos des Polizeipräsidiums München – anrücken und einige Gäste in Gewahrsam nehmen und sie teils sogar fesseln. Ähnlich zahlreich mussten auch Rettungskräfte anrücken: Medien berichteten, dass fünf Rettungswagen und zwei Notärzte zum Dorffest beordert wurden. Auch die Feuerwehr musste hinzugezogen werden – dies allerdings nur als Hilfe für die Polizei beim Ausleuchten des Geländes und bei der Lenkung des Verkehrs vor Ort.

Simon Raß, Vorsitzender der Burschenschaft, äußert deutliche Zweifel, ob der Verein die Blauliachd-Party in kommenden Jahren abhalten werde:

„Ich glaube, die Blaulicht-Party machen wir nie wieder. Den Namen verbindet von jetzt an jeder mit diesem Abend. Auch wir selbst haben keine guten Erinnerungen mehr daran.“

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