Am Samstagabend ist der US-Senator Lindsey Graham gestorben. Der Politiker erlangte Bekanntheit nicht zuletzt durch kritische Äußerungen gegenüber Russland und Forderungen nach entschiedener Unterstützung der Ukraine.

Bereits im Jahr 2013 rief Graham zu einem Boykott der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi auf. Als Grund dafür diente das „Verhalten Russlands in der Welt“, einschließlich des Umgangs mit dem NSA-Whistleblower Edward Snowden. In einem Interview mit dem Sender NBC News erklärte Graham:

„Ich habe die Olympischen Spiele gern, aber ich verabscheue, was die russische Regierung weltweit tut. Wenn sie jemandem Asyl gewährt, der meiner Meinung nach Hochverrat an den Vereinigten Staaten begangen hat, dann ist das eine ganz neue Dimension.“

Zudem wies Graham auf die Olympischen Spiele in Nazi-Deutschland als Beispiel dafür hin, wann Regierungen Stellung beziehen müssen:

„Wenn Sie in der Zeit zurückreisen könnten, hätten Sie Adolf Hitler erlaubt, die Olympischen Spiele in Deutschland durchzuführen?“

Der Senator wolle damit jedoch nicht sagen, Russland sei dasselbe wie Nazi-Deutschland, sondern dass die Gastgeber der Olympischen Spiele verantwortungsbewusste Akteure in der Welt sein müssten.

Dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama empfahl Graham, im September 2013 nicht zum G20-Gipfeltreffen nach Sankt Petersburg zu kommen und auch um einen anderen Veranstaltungsort zu bitten.

Im Februar 2015 kritisierte Graham die Weigerung von Obama, der Ukraine Waffen zu liefern, und erklärte diesbezüglich:

„Präsident Obamas anhaltende Schwäche angesichts der Aggression macht die Welt zu einem gefährlicheren Ort. Seine Weigerung, der Ukraine dringend benötigte Verteidigungswaffen zum Schutz vor russischer Intervention zu liefern, ist ein weiterer Tiefpunkt in einer Präsidentschaft, die viele Tiefpunkte vorzuweisen hat.“

Im Zusammenhang mit der angeblichen Einmischung Russlands in die US-Wahlen im Jahr 2018 stellte Graham ein „Sanktionsgesetz der Hölle“ in Aussicht. Reuters zitierte damals:

„Das derzeitige Sanktionsregime hat Russland nicht davon abgehalten, sich in die bevorstehenden Zwischenwahlen 2018 einzumischen.“

Nach dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 billigte der US-Senat einen von Graham eingebrachten Antrag, der die Übertragung beschlagnahmter Vermögenswerte Russlands für humanitäre und militärische Hilfe an die Ukraine ermöglichen würde. Ein Jahr später schlug der Senator die Lieferung von Kampfflugzeugen und Langstreckenraketen an Kiew vor. Im Jahr 2025 brachte er einen Gesetzentwurf über Sanktionen gegen Russland ein. Unter anderem sah das Dokument einen 500-Prozent-Zoll auf Waren aus Ländern vor, die Energie aus Russland beziehen.

Zur Initiative von Präsident Donald Trump, an Europa US-Waffen für die Unterstützung der Ukraine zu verkaufen, betonte Graham gegenüber Reportern Folgendes:

„An unsere Freunde in Russland … Ihr werdet es mit hochmodernen amerikanischen Waffen zu tun bekommen … Dieser Krieg kommt direkt vor eure Haustür.“

Das russische Ermittlungskomitee hatte im Mai 2023 eine strafrechtliche Untersuchung gegen Graham wegen seiner „russophoben Äußerungen“ angeordnet. Daraufhin setzte das russische Innenministerium den US-Amerikaner auf die Fahndungsliste. Ferner wurde er in die Liste der „mit Terrorismus und Extremismus verbundenen“ Personen aufgenommen.

Der russische Senator und Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses Grigori Karassin brachte sein Mitleid im Zusammenhang mit dem Tod von Graham zum Ausdruck. Er betonte jedoch im Gespräch mit Journalisten:

„Doch gemessen an den von diesem US-Senator vertretenen politischen Ansichten trug er wenig Positives zu den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Russischen Föderation bei.“

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