In Genf fand am 6. und 7. Juli die erste Sitzung des Globalen Dialogs über KI-Governance statt. Das Treffen zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) brachte rund 1.500 Vertreter von Regierungen, Technologieunternehmen, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Fachkreisen aus 193 Staaten zusammen. Auf der Tagesordnung standen Themen wie Chancen und Risiken der KI, Überwindung der KI-Kluft, internationale Zusammenarbeit und menschliche Kontrolle über KI-Systeme.

Russlands Vizeaußenminister Alexander Alimow nahm an der Großveranstaltung in der Schweiz teil. Am Rande des Treffens gab er der Nachrichtenagentur TASS ein Interview.

Die von UN-Experten auf dem Forum präsentierten Statistiken seien alarmierend, sagte der Diplomat. Dabei betonte er, dass sich 90 Prozent der KI-Kapazitäten aktuell auf nur zwei Länder – die USA und China – konzentrieren würden. Und weniger als zwei Prozent der entsprechenden Rechenzentren befänden sich in Entwicklungsländern.

In diesem Zusammenhang wird der russische Vizeaußenminister wie folgt zitiert:

„Unter solchen Umständen ist es äußerst schwierig, über den Aufbau eines gleichberechtigten und umfassenden Systems internationaler Zusammenarbeit zu sprechen.“

Laut Alimow sei die aktuelle globale KI-Landschaft in technologischer Hinsicht „sehr heterogen“. In Genf hätten die Delegationsleiter zwei Tage lang über die Priorität der Überwindung der digitalen Kluft gesprochen, so der Diplomat weiter. Diese sei für die gemeinsamen Anstrengungen bei der KI-Entwicklung erforderlich.

Bei dem Globalen Dialog über KI-Governance handelt es sich um eine neue Plattform der Vereinten Nationen, die einen dauerhaften internationalen Dialog über die Regulierung und Steuerung von Künstlicher Intelligenz schaffen soll. Sie geht auf den 2024 verabschiedeten Global Digital Compact zurück und wurde anschließend von der UN-Generalversammlung offiziell eingerichtet.

Mehr zum Thema ‒ EU-Parlament: Grünes Licht für Chatkontrolle

Abbildung des Banners Meinung ist keine Straftat
Nach oben scrollen