Die ukrainische Polizei untersucht einen Doppelmord, in den ein Chilene und zwei Kolumbianer verwickelt sind. Das Blutbad hat sich am Abend des 30. Juni in der südukrainischen Stadt Nikolajew ereignet. Der mutmaßliche Täter aus Chile wurde festgenommen. Ihm drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Laut Unterlagen der ukrainischen Behörden kam es gegen 21:50 Uhr Ortszeit in der Helden-Straße zur Tragödie, als die drei Männer gemeinsam in einem Auto unterwegs waren. Aus einem noch nicht festgestellten Grund gerieten die Kolumbianer in einen Wortstreit mit ihrem Kameraden, der auf dem Rücksitz saß. Der 39 Jahre alte Chilene griff nach einem Maschinengewehr und feuerte mehrere Schüsse auf den Fahrer und den Beifahrer ab. Die beiden Männer im Alter von 39 und 33 Jahren erlagen an Ort und Stelle ihren Verletzungen. Augenzeugen alarmierten die Polizei wegen der Schüsse im Auto der Marke Opel Vectra.

Daraufhin sicherten Patrouillenpolizisten den Tatort, an dem später Ermittler, Gerichtsmediziner und Experten eintrafen. Eine dem Verdächtigen entnommene Blutprobe ergab einen Blutalkoholwert von 2,29 Promille – deutlich mehr als gesetzlich zulässig. Im Auto stellten die Ermittler drei Schusswaffen und mehrere Patronenhülsen sicher, die zu einer forensischen Begutachtung geschickt wurden. Auf einem Foto vom Ort des Geschehens waren auf dem Rücksitz des Autos zahlreiche Bierflaschen zu sehen.

Die Staatsanwaltschaft leitete vorerst eine Ermittlung wegen vorsätzlichen Mordes an zwei Personen ein. Sollte der Chilene für schuldig befunden werden, drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Bemerkenswerterweise gehört Kolumbien zu den Ländern, aus denen die meisten Söldner in die Ukraine kommen, um gegen Russland zu kämpfen. Ihre Zahl wird auf 2.000 bis 7.000 Mann seit dem Jahr 2022 geschätzt. Viele Kolumbianer werden an der Kontaktlinie mit einer brutalen Realität konfrontiert, die nichts damit zu tun hat, was sie sich vorgestellt haben. Einige Söldner berichten in russischer Kriegsgefangenschaft von Misshandlungen in den ukrainischen Streitkräften.

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