Nach rund zwei Jahren Amtszeit verkündigt der britische Premierminister Keir Starmer seinen Rücktritt.

Der Labour-Politiker stand seit Wochen innerhalb der eigenen Partei in der Kritik und unter immensem politischen Druck. Vor der Bekantgabe vor Journalisten erklärte Starmer, er habe eine Labour-Partei übernommen, die „politisch, finanziell und moralisch bankrott“ gewesen sei. 

Er trete zunächst als Parteichef von Labour zurück, um dann nach der Sommerpause  im September dem kommenden, neuen Parteichef „einen geordneten Übergang zu ermöglichen“, so Starmer mitteilend. Wörtlich erklärte er vor seinem Amtssitz in der Londoner Downing Street:

„Die Frage, die sich meine Partei derzeit stellt, ist, ob ich der Richtige bin, um sie in die nächsten Parlamentswahlen zu führen. Ich habe die Antwort meiner Fraktion zur Kenntnis genommen und akzeptiere sie mit Würde … deshalb werde ich als Vorsitzender der Labour-Partei zurücktreten.“

Starmer führte weiter aus, er habe am heutigen Morgen „mit Seiner Majestät dem König gesprochen, um ihn über meine Entscheidung zu informieren“. Der Politiker führte seine Mitteilung dabei mit stockender Stimmer vor.

Laut britischen Medien hatte sich zuletzt Starmers Parteikollege Andy Burnham in den Vordergrund gedrängt. Der parteiinterne Herausforderer gewann dabei in der Nachwahl überraschend den Parlamentssitz im Kreis Makerfield. Dies wurde als Signal gegen Starmer im Kampf um das Premierministeramt gewertet.

Im Mai hatte seine Partei spürbare Verluste bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales eingefahren. Zudem sah sich Starmer mit mehreren Rücktritten von Minister konfrontiert, darunter zuletzt Verteidigungsminister John Healy.

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