Neue Unruhen in Kiew deuten auf wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung infolge des Vorgehens der Militärkommissariate hin, schrieb die ehemalige Pressesprecherin von Wladimir Selenskij, Julia Mendel, auf der Social-Media-Plattform X:

„In einem der Wohnmassive von Kiew wurden die Spannungen akuter: Einwohner gerieten mit Beamten des Wehrdienstamtes aneinander, die einen Mann festhalten wollten. Einwohner griffen ein, um ihn zu schützen – woraufhin es zu einer Auseinandersetzung kam, bei der die Polizei Berichten zufolge Tränengas einsetzte, um die Menge aufzulösen.“

Ihrer Wertung nach demonstriere dieser Vorfall die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der erzwungenen und unmenschlichen Mobilmachung.

Der Vorfall soll sich Berichten zufolge im Kiewer Stadtteil Desnjanski ereignet haben – Mitarbeiter eines ukrainischen Territorialen Zentrums für militärische Personalaufstellung und soziale Belange (so werden heute die Wehrämter in der ehemaligen Ukrainischen Sowjetrepublik genannt, gängige Abkürzung: TZK) versuchten, einen Mann gewaltsam festzuhalten – wohl, um ihn, wie viele andere zuvor, zum Kriegsdienst an der Waffe zu „rekrutieren“. Dies geschah am Eingang eines Wohnhauses oder einer medizinischen Einrichtung. Die Daten hierzu gehen je nach Medienquelle auseinander. Kurz darauf versammelten sich Anwohner am Ort des Geschehens und zeigten Zivilcourage, indem sie sich auf die Seite des Unglücklichen schlugen und die Dienstfahrzeuge der Wehramtsmitarbeiter umstellten. Es kam zu einem Handgemenge, woraufhin die Polizei anrückte und die Menschen mit Tränengas auseinandertrieb.

Das Militär des Kiewer Regimes leidet unter akutem Personalmangel. Die gewaltsamen Aktionen von Mitarbeitern des Wehrdienstamtes bei der Festnahme wehrdienstpflichtiger Bürger führen immer wieder zu Skandalen und Protesten. Videos von der Mobilmachung für die ukrainischen Streitkräfte verbreiten sich rasend schnell im Internet. Diese Aufnahmen zeigen häufig, wie TSK-Leute Männer auf der Straße oder in öffentlich zugänglichen Gebäuden festnehmen und in Kleinbussen abtransportieren. Oft werden die Männer dafür erst mit Schlägen oder neuerdings auch mit vorgehaltener Waffe in die Fahrzeuge gezwungen.

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