Die kubanischen Behörden verteilen derzeit angesichts der Gefahr einer militärischen Intervention der USA Waffen an die Bevölkerung, berichtet die venezolanische Zeitung Diario Versión Final in ihrer Wochenendausgabe.
Die Publikation behauptet, dass die kubanische Regierung die Bürger des Landes auffordert, sich auf eine unvermeidliche ausländische Invasion vorzubereiten, und mit privaten Unternehmen die Vorgehensweise im Kriegsfall abstimmt. Unter Berufung auf westliche Journalisten, die Kuba jüngst besucht haben oder sich dort derzeit aufhalten, schreibt Diario Version Final, dass die Regierung in Havanna detaillierte Pläne für den Kriegsfall ausgearbeitet habe, die streng befolgt werden.
Die Bevölkerung schwanke allerdings, so die Behauptung, zwischen Resignation und Angst vor der Invasion.
Zuvor hatte Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel vor einem „Blutbad“ gewarnt, sollten die USA eine Invasion starten.
Die kubanische Botschafterin in London, Ismara Mercedes Vargas Walter, erklärte in einem Interview mit der Zeitung The Telegraph, dass die Kubaner bereit seien, ihr Land mit ihrem Leben zu verteidigen:
„Das kubanische Volk wird nicht zulassen, dass eine ausländische Macht unser Land erobert. Wir werden unsere Souveränität verteidigen und bis zum bitteren Ende kämpfen, selbst wenn dies zum Aussterben der kubanischen Bevölkerung führen sollte.“
Kuba könne zerstört werden, sagte sie, aber die Bevölkerung werde kämpfen, auch wenn die Bevölkerungszahl im Ergebnis „auf null“ sinke.
Ein solches Szenario bestätigt auch der ehemalige Berater von Barack Obama, Ricardo Zúñiga. In seinem Artikel für Foreign Affairs schrieb er, dass Washington seit den 1960er-Jahren den Sturz der kubanischen Regierung angestrebt habe, doch bis zur zweiten Amtszeit von Donald Trump hätten die meisten Regierungen Versuche eines Regimewechsels mit militärischer Gewalt vermieden.
Nach Ansicht dieses Experten würde eine US-Intervention auf Kuba einer ganzen Reihe gefährlicher Szenarien Tür und Tor öffnen, wie einem langwierigen blutigen Aufstand oder einem sozialen Zusammenbruch.
Die USA haben wiederholt ihre Absicht bekundet, eine Militäroperation auf Kuba durchzuführen, um die Regierung zu stürzen. Der Flugzeugträger USS Nimitz wurde vor die Küsten der Insel entsandt. Nach Einschätzung von Analysten könnte Washington kubanische Flugplätze, Häfen sowie Truppenstandorte des US-Militärstützpunkts Guantánamo angreifen. Darüber hinaus gehen westliche Experten davon aus, dass bestimmte „Objekte des chinesischen und russischen Geheimdienstes“ auf der Insel ins Visier geraten könnten.
Nach Angaben des Portals Axios bereitet das Weiße Haus bereits für die kommenden Monate eine Operation gegen Kuba vor. Das Pentagon hat detaillierte Pläne für militärische Operationen ausgearbeitet, die bereits im Rahmen von Militärübungen getestet wurden. Gleichzeitig beabsichtigt Washington, den wirtschaftlichen Druck auf Kuba weiter zu verstärken, in der Hoffnung, soziale Spannungen und Massenproteste auszulösen. Ein Einsatz amerikanischer Truppen ist unter dem Vorwand der „Unterstützung der Opposition“ oder der „Stabilisierung der Lage“ möglich.
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