Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa hat am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in Sankt Petersburg (SPIEF) der Nachrichtenagentur Interfax ein Interview gegeben. Sie ging unter anderem auf die Frage ein, ob Havanna Moskau um Unterstützung bei der Aufhebung der US-amerikanischen Wirtschaftsblockade gegen den Inselstaat gebeten habe.

Es handele sich nicht nur um vereinzelte oder mehrere Sanktionen, die die USA gegen Kuba verhängt hätten, meinte Sacharowa. Sie sprach in dem Zusammenhang von „der Atmosphäre und den konkreten Maßnahmen, die Kuba ersticken, es schlichtweg zerstören sollten“. Der Punkt sei, dass Kuba trotz allem überlebt habe.

Moskau unterstütze Havanna, auch auf Anfrage, „denn wir verstehen die Situation, in der sich das Land seit Jahrzehnten befindet“, so die Diplomatin weiter.

Washingtons Sanktionspolitik gegen Kuba sei unbegründet und illegal, fuhr Sacharowa fort. Die USA versuchten, das Land als Aggressor darzustellen und bezeichneten es beinahe als Terrorstaat, „was allgemein für homerisches Gelächter sorgt“.

„Deshalb helfen wir, und zwar auf vielfältige Weise. Wir leisten systemische Hilfe mit Lieferungen, einschließlich Treibstoffexporte, wir leisten politische Hilfe und wir helfen durch den Aufbau von Infrastruktur, unter anderem in der Tourismusbranche.“

Letzteres sei ist für beide Seiten von Vorteil, meinte Sacharowa. Die russischen Bürger hätten die Möglichkeit, eine schöne Zeit zu verbringen, und Kuba könne durch die Entwicklung seiner Tourismusindustrie Einnahmen gewinnen.

Laut Sacharowa haben Moskau und Havanna in dieser Hinsicht viele Anknüpfungspunkte, und Russland habe sich noch nie geweigert zu helfen, „egal wie schwierig es manchmal für uns sein mag“.

Ferner gab die Russlands Außenministeriumssprecherin an, dass die russischen Diplomaten Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt in der UN-Generalversammlung eine Resolution unterstützten, die die Aufhebung des US-Handelsembargos gegen Kuba fordere.

„Für die Vereinigten Staaten bedeutet das gar nichts“, betonte die Sprecherin.

Mehr zum Thema ‒ Russlands Vizepremier: Russische Unternehmen sind bereit, in Projekte in Kuba zu investieren

Abbildung des Banners Meinung ist keine Straftat
Nach oben scrollen