Am heutigen 6. Juni jährt sich die Landung der Alliierten in der damals deutsch besetzten Normandie zum 82. Mal. An der Militäroperation beteiligt waren Truppen aus den USA, Großbritannien und Kanada sowie polnische und französische Soldaten.

Im Rahmen der Operation Overlord eröffneten sie damit im Juni 1944 die von Nazi-Gegnern aller Länder lang erhoffte zweite Front, nachdem die Sowjetunion in den Jahren zuvor nahezu allein dem Druck der deutschen Truppen standgehalten und sie zu diesem Zeitpunkt bereits zurückgedrängt hatte. Die Unterstützung der westlichen Alliierten hatte sich zuvor (abgesehen von der Landung auf Sizilien) auf Hilfslieferungen und die Bombardierung Deutschlands beschränkt. Im englischsprachigen Raum ist der 6. Juni auch heute noch ein wichtiger Gedenktag.

Der Kiewer Machthaber Selenskij beschränkte sich anlässlich der Wiederkehr des Jahrestags nicht darauf, den vereinten Kampf gegen den Nationalsozialismus zu würdigen oder den damaligen Kämpfern für die Befreiung Europas zu danken. Vielmehr zog er im Anschluss an einen Rückblick auf die Vergangenheit einen Vergleich, der das heutige Russland mit dem damaligen Dritten Reich auf eine Stufe stellt

Auf der Plattform X erklärte der nicht mehr demokratisch legitimierte ukrainische Präsident: „Damals ist es geschehen. Wir arbeiten daran, dass es heute wieder geschieht.“ Und fuhr fort:

„Und obwohl gestern in Petersburg ein weiterer zynischer Befehl erteilt wurde, weiter zu töten, für die Armee, die versucht, unsere Freiheit zu zerstören, hat die Geschichte dies schon einmal gesehen. Auch die Nazis hatten nach dem D-Day ihre eigenen Hoffnungen. Aber die Freiheit siegt immer noch. Und selbst unter den dunkelsten Umständen finden die Menschen Wege, sich zusammenzuschließen, um das Leben zu schützen.“

Selenskij beendete seinen Post mit einem Dank an seine Verbündeten im Ukraine-Krieg, die aus seiner Sicht den Kampf der Alliierten im Zweiten Weltkrieg zur Befreiung Europas fortsetzen: „Ich danke all jenen, die jetzt dazu beitragen, die Werte zu schützen, die im Zweiten Weltkrieg gesiegt haben. Ich danke allen, die das Leben verteidigen.“ Dann schloss er mit der von der OUN beziehungsweise der UPA gebrauchten Grußformel.

Schon allein diese beiden bekannten Worte konterkarieren allerdings das zuvor Gesagte, das die Werte des Freiheitskampfes gegen den Nationalsozialismus für sich vereinnahmen möchte. Denn die ukrainischen nationalistischen Gruppierungen, von denen dieser Gruß stammt, sind für ihre NS-Kollaboration und für Massaker an wehrlosen Zivilisten berüchtigt.

Als eines der Kriegsziele Russlands bei der militärischen Sonderoperation wird immer wieder die Entnazifizierung der Ukraine genannt, ein Nazi-Vorwurf, den wiederum Kiew zurückweist. Allerdings war es in den vergangenen Jahren und auch kürzlich wieder in der Ukraine zu Ehrungen für NS-Kollaborateure gekommen, so bei der Umbettung des OUN-Anführers Andrej Melnik. Melnik gilt in der Ukraine als Nationalheld.

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