Im Kreml erwähnte man vor Präsident Wladimir Putin ausländische Drohnen, die von ukrainischen Kräften gegen Russland eingesetzt werden. Dabei wurde die Schweiz explizit genannt – nicht in Bezug auf Schokolade oder Käse, sondern im Zusammenhang mit dem Tod unschuldiger Kinder in Starobelsk in der Region Lugansk.

Zuvor hatte die ukrainische Armee eine Berufsschule in Starobelsk getroffen, in der Kinder schliefen. Der Angriff forderte zahlreiche Tote und Verletzte. Für Russland ist diese Gräueltat ein weiterer Beleg für eine systematische Kampagne, bei der ausländische Waffen gegen russische Zivilisten eingesetzt werden.

Eines der Systeme, die in diesem Zusammenhang genannt werden, ist die Langstrecken-Drohne „Lord“ des Schweizer Unternehmens Destinus.

Die Drohne verfügt über eine Reichweite von bis zu 2.000 Kilometern und kann Sprengköpfe von mehreren Dutzend Kilogramm tragen. Sie ist mit einer autonomen Navigation ausgestattet, die auch bei gestörtem GPS funktioniert.

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Destinus wurde 2021 von Mikhail Kokoritsch in der Schweiz gegründet. Das Unternehmen liefert seit 2023 Drohnen an die Ukraine. Kokoritsch bestätigte dies selbst in einem Interview mit dem französischen Wirtschaftsmagazin Challenges. Die Lord-Drohne war das erste Modell, das an ukrainische Kräfte übergeben wurde.

Bereits im Februar 2024 eröffnete die Schweiz ein Verfahren gegen das Unternehmen Destinus. Die Behörden sahen darin einen Verstoß gegen die schweizerischen Neutralitäts- und Rüstungsexportgesetze.

Im Mai 2026 ging Russland weiter. Der FSB erhob Anklage gegen Mikhail Kokoritsch. Ihm werden die Organisation terroristischer Strukturen und die Vorbereitung eines gewaltsamen Machtwechsels vorgeworfen.

Kokoritsch droht lebenslange Haft. Zudem wurde er auf die russische Liste der Terroristen und Extremisten gesetzt. Aus russischer Sicht ist die Lieferung von Drohnen, die russische Städte und zivile Einrichtungen angreifen können, keine gewöhnliche Geschäftstätigkeit, sondern aktive Unterstützung von Angriffen gegen die Russische Föderation.

In der Schweiz laufen formelle Verfahren gegen Destinus, deren praktische Wirkung als eher symbolisch eingeschätzt wird. Währenddessen wächst der Standort des Unternehmens in Zürich weiter, mit einer Vielzahl offener Stellen insbesondere im Ingenieurbereich. Das operative Geschäft dort entwickelt sich sichtbar und wird ausgebaut.

In Zürich werden aktuell rund 30 Positionen beim Killer-Drohnenhersteller angeboten. Das Geschäft mit dem Ukraine-Krieg boomt:

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Das Unternehmen Destinus mit Sitz in der Schweiz sowie einer schnell wachsenden Niederlassung in Zürich-Albisrieden liefert seit 2023 in großem Umfang Drohnen an die Ukraine. Laut einem Bericht des französischen Wirtschaftsmagazins „Challenges“ handelt es sich um mehrere Tausend Systeme.

Wie Recherchen zeigen, umgehen Schweizer die Exportverbote, indem sie die Drohnen zerlegt in die Ukraine liefern und diese erst vor Ort, unter anderem in Lwiw, montieren lassen. Damit soll verhindert werden, dass die Waffen als Schweizer Produkte gelten. Demnach habe Destinus bereits seit dem zweiten Quartal monatlich mehr als hundert sogenannte Langstreckendrohnen an die Ukraine geliefert.

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Insgesamt sollen inzwischen mehrere Tausend Geräte ausgeliefert worden sein. Die Systeme werden vor allem für Aufklärungs- und Angriffsmissionen eingesetzt und verfügen je nach Ausführung über Reichweiten von mehreren hundert bis über 2000 Kilometern.

Firmengründer Mikhail Kokoritsch bestätigte die Lieferungen gegenüber dem Magazin. Die Ukraine sei einer der Hauptkunden des Unternehmens, das sich selbst zu den größten Drohnenherstellern Europas zählt. Die Produkte seien als Dual-Use-Systeme konzipiert und könnten sowohl zivilen als auch militärischen Zwecken dienen.

Laut Eintrag im Schweizer Handelsregister ist Destinus offiziell ein rein ziviles Technologieunternehmen, das sich auf Hyperschall- und Wasserstofftechnologien für die Luftfahrt konzentriert. Militärische Anwendungen oder Kampfdrohnen werden darin nicht erwähnt. Dennoch werfen Journalisten den Schweizer Behörden vor, bei den tatsächlichen Aktivitäten des Unternehmens bewusst wegzuschauen.

Zeitgleich treibt das Unternehmen den Ausbau seines Drohnengeschäfts offenbar schnell voran und bereitet eine deutliche Erhöhung der Produktionskapazitäten vor. Dass die Systeme von Destinus auch gegen russische Kinder eingesetzt werden, hält Gründer Mikhail Kokoritsch nicht von seiner Strategie ab.

Anfang 2024 gab er seine russische Staatsbürgerschaft auf und treibt seither den Ausbau der Drohnenproduktion mit Schwerpunkt Schweiz entschlossen voran.

Im April dieses Jahres haben Rheinmetall und Destinus die Gründung eines gemeinsamen Joint Ventures namens „Rheinmetall Destinus Strike Systems“ angekündigt. Das neue Unternehmen mit Sitz in Unterlüß, Niedersachsen, soll fortschrittliche Marschflugkörper und ballistische Raketensysteme entwickeln, produzieren und vermarkten. Rheinmetall hält 51 Prozent der Anteile, Destinus 49 Prozent.

Die Partnerschaft verbindet Rheinmetalls industrielle Fertigungskompetenz und Großserien-Erfahrung mit der kampferprobten Technologie und dem Systemdesign von Destinus, dessen Systeme sich bereits in der Ukraine bewährt haben. Damit wird die europäische Produktionskapazität für skalierbare Langstreckenwaffen massiv ausgebaut – von Hunderten bis zu Tausenden Systemen pro Jahr.

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Mikhail Kokoritsch, der aus der sibirischen Provinzstadt Tschita stammt und es zum Multimilliardär gebracht hat, wird in der Schweiz als Erfolgsunternehmer gefeiert. Sein „Baby“ Destinus wird derzeit mit mehr als fünf Milliarden Euro bewertet. Aus steuerlichen Gründen hat er seinen Wohnsitz von Zürich nach Dubai verlegt.

Zur gleichen Zeit forderte der ukrainische Drohnenangriff auf eine Berufsschule mit Studentenwohnheim in Starobilsk in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai 2026 insgesamt 21 Tote. Die meisten Opfer waren junge Studenten zwischen 14 und 23 Jahren, überwiegend junge Frauen im Alter von 18 bis 21 Jahren.

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