Die Entscheidung Selenskyjs soll der „Wiederherstellung historischer Traditionen der nationalen Armee“ dienen: In der Ukraine wird die UPA vielfach als heldenhafter Verband von Widerstandskämpfern gegen die sowjetische Besatzung gefeiert. In Polen dagegen herrscht Entsetzen über diese Entscheidung: Die UPA – Ukrainska Povstanska Armiia (Українська повстанська армія) „Ukrainische Aufständische Armee“ – war verantwortlich für die schrecklichen Massaker von Wolhynien und Ostgalizien 1943 bis 1945 – einer der blutigsten ethnischen Massenmorde des II. Weltkriegs. Historiker schätzen die Zahl der ermordeten polnischen Zivilisten auf bis zu 100.000, darunter viele Frauen und Kinder, die mit Äxten, Sensen und Heugabeln getötet wurden. Besonders brutal war der „Blutsonntag“ am 11. Juli 1943, an dem Dutzende Dörfer gleichzeitig angegriffen wurden. Polen ordnet die Ereignisse als „Völkermord mit ethnischen Säuberungen“ ein.
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