Die russischen Weizenexporte in afrikanische Länder sind stark angestiegen, teilte die russische Exportagentur für Landwirtschaftsprodukte Agroexport mit.
Ägypten erhöhte seine Käufe um 19 Prozent, während die Exporte in den Sudan um 78 Prozent stiegen und die Lieferungen nach Kenia um das Sechsfache zulegten, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten hervorgeht.
Auf dem fünften Allrussischen Getreideforum erklärte der Leiter der Exportagentur Ilja Iljuschin, Russland habe im Kalenderjahr 2025 fast 52 Millionen Tonnen Getreide und Hülsenfrüchte sowie mehr als drei Millionen Tonnen Ölsaaten exportiert. Die Weizenlieferungen seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 14 Millionen Tonnen gestiegen. Afrika habe sich zum Haupttreiber dieses Wachstums entwickelt und verzeichne Rekordzuwächse bei den Importmengen.
Am Donnerstag meldete die Agentur, dass die Lieferungen nach Kamerun im Jahr 2025 137.000 Tonnen erreicht habe, was einem Wert von 32 Millionen US-Dollar entspricht. Dabei handelt es sich um einen Anstieg um das 3,2-Fache gegenüber dem Vorjahr. Weizen machte dabei 99 Prozent der Exporterlöse im bilateralen Handel aus. Russland lieferte außerdem Entenfleisch, Tiefkühlfisch und verarbeitete Getreideprodukte. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 beliefen sich die Exporte nach Kamerun auf rund 93.000 Tonnen und einem Wert von über 20,5 Millionen US-Dollar.
Die Ausweitung der russischen Getreideexporte geht einher mit der Entwicklung der Beziehungen zwischen Moskau und afrikanischen Staaten. Anfang des Monats meldete das Moskauer Bürgermeisteramt, dass die Exporte Moskauer Unternehmen nach Afrika im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um das 52-Fache gestiegen sind und fast 7,8 Millionen US-Dollar erreicht haben.
Die Nachfrage nach russischem Soja- und Rapsöl ist in Nordafrika ebenfalls stark gestiegen. Laut Schätzungen von Agroexport stiegen die Exporte dieser beiden Produkte in die Region zwischen September 2025 und April 2026 im Jahresvergleich um 54 Prozent auf 220.000 Tonnen. Algerien und Tunesien zählten nach China und Indien zu den größten Abnehmern russischer Pflanzenöle, während sich die Rapsöllieferungen nach Tunesien verfünffachten.
Agroexport gab letzten Monat bekannt, dass sich die russischen Weizenlieferungen in den Sudan mehr als verdoppelt haben. Seit Beginn der Saison 2025/26 lieferten die Exporteure rund 1,7 Millionen Tonnen, verglichen mit 0,7 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Der russische Außenminister Sergei Lawrow hatte im April bekannt gegeben, dass mehr als 80 russische Gebiete mittlerweile mit afrikanischen Ländern zusammenarbeiten.
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