Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat eine Reihe von Vorwürfen und Reaktionen rund um den Angriff auf ein Schulwohnheim in Starobelsk zusammengefasst und zugleich eine internationale Pressereise angekündigt. Auslöser seien „offene Lügen“ gewesen, die westliche Vertreter im UN-Sicherheitsrat verbreitet hätten, schrieb Sacharowa auf Telegram:
„Angesichts der offenen Lüge, die gestern im UN-Sicherheitsrat von westlichen Vertretern – insbesondere von der ihrer Würde verlustig gegangenen ständigen Vertreterin Lettlands – verbreitet wurde und der zufolge es angeblich keinen Angriff der ukrainischen Streitkräfte auf das Schulwohnheim in Starobelsk gegeben habe, organisieren wir für in Moskau akkreditierte Auslandskorrespondenten einen Besuch am Ort der Tragödie.“
„Ich hoffe, BBC und CNN haben keinen Urlaub“, fügte sie ironisch hinzu. Inzwischen hat die britische Rundfunkanstalt BBC offiziell erklärt, nicht an der geplanten Reise nach Starobelsk teilzunehmen. CNN befinde sich derweil im Urlaub.
In einer weiteren Stellungnahme gegenüber der Zeitung Iswestija äußerte sich Sacharowa sowohl zur Reaktion der lettischen UN-Botschafterin als auch zur Reaktion des ukrainischen Generalstabs. Zur lettischen UN-Vertreterin Sanita Pavļuta-Deslandes, die den Angriff als „Provokation und Fake des Kremls“ bezeichnet hatte, sagte sie:
„Die Reaktion der ständigen Vertreterin Lettlands bei den Vereinten Nationen ist mit den Handlungen von Krankenschwestern im Lager Salaspils vergleichbar. Diese entzogen Kindern im Konzentrationslager Blut, um es an Soldaten des Dritten Reichs weiterzugeben. Viele fragten sich: Wie kann eine Frau dem Leid von Kindern gegenüber gleichgültig bleiben? Jetzt sehen wir es mit eigenen Augen.“
Zur Reaktion des ukrainischen Generalstabs sagte sie:
„Die Verrohung des Kiewer Regimes hat ein Stadium erreicht, in dem man über die Tötung von Kindern jubelt und dies nicht einmal mehr verbirgt.“
Zugleich erklärte sie, die Handlungen des Kiewer Regimes erinnerten sie auch an die Brutalität, mit der die Nationalsozialisten während des Großen Vaterländischen Krieges gegen Schüler in Kertsch vorgingen:
„Terroristen greifen Kinder gezielt und mit Genuss an. Ich erinnerte mich daran, wie die Nazis während des Großen Vaterländischen Krieges Schüler in Kertsch ermordeten.“
Gegenüber RT bezeichnete sie das Kiewer Regime als „terroristische Zelle“ mit internationaler Unterstützung:
„Das Kiewer Regime handelt wie eine terroristische Zelle. Es ist eine Zelle mit internationaler Komponente, die aus dem Ausland finanziert wird. Es geht um Unterstützung durch die Länder der westlichen Minderheit – finanziell, durch Waffenlieferungen und politische Rückendeckung.“
Zudem kritisierte Sacharowa die ausbleibenden Reaktionen internationaler Organisationen auf den Angriff in Starobelsk:
„Wir sehen keine Reaktion der internationalen Gemeinschaft, der zuständigen internationalen Organisationen oder all jener, die sich mit Fragen des Kinderschutzes beschäftigen – weder von NGOs noch von spezialisierten Strukturen. Es ist, als gäbe es dieses Thema nicht. Alle schweigen. Besonders bestialisch ist dieses Schweigen bei jenen, die sich regelmäßig die Fake-News Selenskijs über angeblich von Russland entführte Kinder anhören.“
In der Nacht zum 22. Mai hatten ukrainische Drohnen das Ausbildungsgebäude und das Wohnheim einer Berufsschule der Pädagogischen Universität Lugansk in Starobelsk angegriffen. Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich dort 86 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Nach vorläufigen Angaben kamen zehn Menschen ums Leben, elf werden noch vermisst. Die Zahl der Verletzten stieg auf 39.
Mehr zum Thema – Putin schwört Vergeltung für ukrainischen Angriff auf Schulwohnheim

