In einem Interview mit der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“ vom heutigen Montag befürwortete der finnische Präsident Alexander Stubb die Aufnahme von Gesprächen mit Russland. Es sei an der Zeit, mit Russland ins Gespräch zu kommen. Dies könne auch unabhängig von den Vereinigten Staaten geschehen.
Stubb zufolge seien die von ihm in Aussicht gestellten Verhandlungen bereits mit europäischen Staats- und Regierungschefs besprochen worden. Am wichtigsten sei eine entsprechende Koordinierung, insbesondere zwischen den E5-Staaten. Darunter sind laut Stubb Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Polen zu verstehen. Auch die russischen Anrainerstaaten im Baltikum und in Skandinavien will Stubb in die Verhandlungen mit einbeziehen.
Stubb wörtlich: „Wenn die US-Politik gegenüber Russland und der Ukraine nicht im Interesse Europas liegt, wovon ich ausgehe, dann müssen wir uns direkt einschalten.“
Ein konkretes Datum für die von ihm vorgeschlagenen Verhandlungen wollte Stubb allerdings nicht nennen. Auch ließ er offen, wer die Gespräche mit Russland führen solle: „Ob es sich um einen Sondergesandten oder eine Gruppe von Führungspersönlichkeiten handelt, werden wir sehen.“ Zuletzt hatte Russlands Präsident Putin unter anderem den deutschen Altkanzler Gerhard Schröder als Verhandlungspartner vorgeschlagen.
Zugleich äußerte sich Stubb skeptisch, was einen baldigen Frieden im Ukraine-Konflikt angeht. Er glaube nicht, dass es bereits im Jahr 2026 zu einem Friedensschluss kommen werde. Stubb nannte drei mögliche Szenarien: Eine Fortsetzung des Krieges, einen Waffenstillstand mit darauffolgendem Friedensabkommen oder einen Zusammenbruch einer der beiden kriegführenden Parteien.
Gegenüber einer angeblichen russischen Bedrohung forderte der finnische Politiker eine bessere Vorbereitung Europas gerade im Bereich der hybriden Kriegsführung. Frankreichs Angebot, seinen nuklearen Schutzschirm auf Europa auszudehnen, begrüßte Stubb.
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