Von 1946 bis zum Jahr 2016 blieb der Nachdruck von „Mein Kampf“, welcher schon ab dem Jahr 1925 seine weite Verbreitung fand,  aufgrund des Urheberrechtes untersagt. Das mag dazu beigetragen haben, dass die konzeptuelle Zielrichtung deutscher Außenpolitik, wie von der NSDAP sehr früh schon ausgerufen und 1941 im Unternehmen Barbarossa kulminierte, weiten Teilen der Bevölkerung inzwischen nicht mehr voll gewahr und bewusst sein dürfte.

Denn in „Mein Kampf“ steht seit 1925 klar und deutlich festgehalten:

Zitat

… Ich gestehe offen, dass ich schon in der Vorkriegszeit [Anmerkung der Redaktion: Gemeint ist der 1. Weltkrieg] es für richtiger gehalten hätte, wenn sich Deutschland, unter Verzicht auf die unsinnige Kolonialpolitik und unter Verzicht auf die Handels- und Kriegsflotte, mit England im Bunde gegen Russland gestellt hätte und damit von der schwachen Allerweltspolitik zu einer entschlossenen europäischen Politik kontinentalen Bodenerwerbs übergegangen wäre.

Zitat Ende

Sergej Lawrow zum Wiederaufflammen kolonialer & nazistischer Reflexe im Westen heute

Von REDAKTION | Mit anderen Worten: Die NSDAP legte im Jahr 1925 ihren Plan offen, um der UdSSR eine „strategische Niederlage“ zufügen zu wollen. Doch wie dieses Abenteuer ausging, ist bekannt: Aus dem beabsichtigten „kontinentalen Bodenerwerb“ auf Kosten Russlands nach 1941 wurde nichts – ganz im Gegenteil: Weite Landstriche Deutschlands verschwanden von der Landkarte!

Sollte „entschlossene europäische Politik“ inzwischen wieder versuchen das koloniale Ziel von Anno dazumal einmal mehr zu wiederholen, so wäre davor schärfstens zu warnen und dringend abzuraten: Es würde, wie zuvor nur im totalen Fiasko enden!

Das Transkript der Rede des russischen Außenministers
Zum 81. Gedenktag des Sieges in deutscher Übersetzung

Liebe Veteranen, Freunde, Kollegen,

heute begehen wir den 81. Jahrestages des Großen Sieges, den das sowjetische Volk, alle Völker der Sowjetunion, im Großen Vaterländischen Krieg von 1941–1945 errungen haben. Dieser Jahrestag fällt mit einer Reihe von Veranstaltungen, die an die Zeit vor dem Ausbruch dieses blutigsten Krieges der Menschheitsgeschichte erinnern, zusammen.

Wir sind stolz darauf, dass unsere älteren Genossen, Mitarbeiter des Volkskommissariats für auswärtige Angelegenheiten der UdSSR und unsere Freunde aus dem Ministerium für Außenhandel, zu denen gehörten, die den Nazismus besiegt haben. Ihr Andenken ist hier, an diesen Wänden, verewigt und wird für immer in unseren Herzen bewahrt bleiben. Wir werden stets zu ihnen als Vorbild, dem wir nacheifern wollen, aufschauen. [Anmerkung der Redaktion: Sergey Lawrow nahm zuvor an einer Kranzniederlegung an besagten Gedenktafeln teil.]

Vieles wurde von jenen, die an einer anderen Front kämpften, erreicht: An der diplomatischen und politischen Front, darunter unsere Kollegen aus einer Reihe von Nachrichtendiensten. Diese Menschen taten ihr Bestes, um der Ausdehnung des Nazi-Reiches durch Gewinnung neuer Verbündeter und Satellitenstaaten entgegenzuwirken. Sie taten alles in ihrer Macht Stehende, um die Alliierte Koalition zu bilden und sicherzustellen, dass unmittelbar nach dem Krieg ein Plan für die künftige Organisation der Welt vorlag. Der fand seinen Ausdruck…

… in der Charta der Vereinten Nationen und Gründung der Organisation der Vereinten Nationen!

Diese Arbeit wurde parallel zu den Bemühungen zur Zerschlagung des Nazismus geleistet und ermöglichte es, rechtzeitig eine Einigung zwischen den Großmächten, welche die Alliierte Koalition angeführt hatten, zu erzielen. Wir sind den Bestimmungen dieser Vereinbarungen stets treu geblieben. Es entspricht nicht unserer historischen, politischen oder kulturellen Tradition, ein Dokument zu unterzeichnen und anschließend genau das Gegenteil zu tun. Dafür hingegen sind unsere westlichen Kollegen bekannt. Diese halten die Ergebnisse unserer Waffenbrüderschaft, welche für eine lange Friedensperiode der Menschheit den Grundstein zu legen schien, für nicht sakrosankt.

Gerade jetzt, während wir der heiligen Heldentat des Sieges über den Nazismus gedenken, reckt dieser erneut sein hässliches Haupt empor. Nicht nur ideologisch durch immer zahlreichere Versuche, die Geschichte und die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs umzudeuten, sondern auch durch Bemühungen, die Welt umzugestalten, sodass der Westen wie in der Kolonialzeit fortfahren könnte, um alle anderen ausbeuten und vom Reichtum anderer Länder leben zu können.

Diese Vorgehensweise ist sehr deutlich an den Handlungen heutiger westlicher Führer und Eliten abzulesen. Neben dem ideologischen Aspekt hat der Kampf gegen den Nationalsozialismus heute eine besonders praktische Dimension angenommen, nachdem viele Menschen in Europa offen dazu aufrufen, das zu wiederholen, was Hitler und seine Komplizen einst taten und sich auf einen weiteren Angriff auf unser Land vorzubereiten, …

 … mit dem offen erklärten Ziel, uns eine strategische Niederlage zuzufügen!

Was Deutschland tut, kann mangels einer besseren Bezeichnung, nur mit „erstaunlich“ beschrieben werden. Seit seinem Amtsantritt und offensichtlich ohne Rücksicht auf seine Umfragewerte zu nehmen, hat Bundeskanzler Friedrich Merz wiederholt und lautstark verkündet, dass eines seiner Hauptziele darin bestehe, sicherzustellen, dass Deutschland wieder über die stärkste Armee in Europa verfügen werde. Ich meine es erübrigt sich, auf die Bedeutung seiner Aussage, wonach Deutschlands Armee „wieder die stärkste in Europa“ werden sollte, näher einzugehen. Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass sich viele Nachbarn Deutschlands inzwischen fragen dürften, wohin die europäisch-atlantische „Integration“, unter Führung von in Brüssel fest verwurzelten Bürokraten, die solch eine revanchistische Stimmungen in Deutschland und anderswo im euro-atlantischen Raum aktiv schüren, hinführen werde. Das bereitet zweifellos einer Reihe von Hauptstädten Sorge, darunter unseren baltischen Nachbarn, den Polen und natürlich dem Vereinigten Königreich. All das sehen wir ganz deutlich!

Unsere Arbeit heute geht Hand in Hand mit dem Heldentum einher, welches unsere Soldaten täglich an den Frontlinien der Sonder-Militär-Operation [SMO in der Ukraine] zeigen. Der Zweck unserer Arbeit heute ist, genau wie während des Großen Vaterländischen Krieges, die diplomatische Front am Leben zu halten. Ich glaube, dass dies mit jedem Tag erhöhte Herausforderungen mit sich bringt. Immer größere Probleme werden von jenen verursacht, die Selenskyj als Speerspitze zu ihrem Werkzeug machten und das in die vom Westen gegen unser Land geplante Aggression einfließen lassen. Im Grunde genommen hat diese Aggression bereits stattgefunden, zumal das Nazi-Regime in Kiew mit den tödlichsten Waffen ausgestattet wird, zusammen mit der Aufforderung nur noch härter gegen die Russische Föderation zuzuschlagen.

Sie haben sogar damit gedroht – man wird sehen, wie es ausgehen wird – den heiligen Feiertag des Siegestages beschmutzen zu lassen. Präsident Wladimir Putin hat sich zu dieser Angelegenheit geäußert und auch das Verteidigungsministerium und Außenministerium haben Erklärungen dazu abgegeben. Ich möchte es klar und deutlich sagen: Falls das, was die wieder erstarkten Nazis im Westen derzeit über die Ukraine zu erreichen versuchen, …

… verwirklicht werde, würde es für sie keine Gnade geben!

Wie Sie vielleicht wissen, haben wir auf Beschluss des Präsidenten und durch eine Resolution der Föderalversammlung der Russischen Föderation den 19. April zum ersten Mal in unserer Geschichte zum Gedenktag für die Opfer des Völkermords am sowjetischen Volk – an allen sowjetischen Völkern – festlegen lassen. Unser Volk war das Ziel des Völkermordes, den Hitler und seine Komplizen auf unserem Boden verüben ließen.

Fakten, die einmal mehr das beweisen – sollte noch jemand Beweise benötigen – werden derzeit in großer Menge öffentlich gemacht. Diese zeigen, dass die Nazis die physische Auslöschung zahlreicher ethnischer Gruppen unserer Nation planten, um auf jenen Landstrichen unseres Volkes Deutsche und andere arische Völker ansiedeln zu lassen. Wir verteilen diese Materialien an alle internationalen Organisationen sowie über bilaterale Kanäle durch unsere Botschaften und Konsulate. Unser Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Anerkennung des Völkermords am sowjetischen Volk zum Teil der Aktivitäten internationaler Organisationen werde. Die Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit [OVKS] und die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten [GUS] haben bereits Dokumente zu diesem Zweck verabschiedet. Wir werden diese Arbeit gemeinsam mit unseren Freunden und gleichgesinnten Partnern systematisch und konsequent weiterverfolgen.

Abschließend möchte ich noch einmal allen hier Anwesenden sowie allen Mitarbeitern des Außenministeriums und den Mitarbeitern unserer Regionalbüros in der gesamten Russischen Föderation und unseren Vertretungen im Ausland zu diesem großartigen Tag – diesem großartigen Feiertag – gratulieren!

Teilnehmer zum 81. Jahrestag des Marsches zum „Unsterblichen Regiment“ in St. Petersburg | Quelle: © Ria Novosti, Artem Pryakhin

Ich bin mir bewusst, dass international Gedenkveranstaltungen, wie die zum „Unsterblichen Regiment“ und andere jährliche Initiativen in verschiedenen Formaten stattfinden. Sie sollen in den Gastländern in Erinnerung rufen, dass diese Heldentaten niemals in unserem Gedächtnis verblasen dürfen – auch nicht in Ländern unfreundlichen politischen Klimas:

Nazismus, in welcher Form auch immer, wird besiegt werden!

Es ist kein Zufall, dass die Entnazifizierung der Ukraine, die nach dem vom Westen unterstützten Putsch von 2014 unter ein nazistisch-rassistisches Regime fiel, eines der erklärten Ziele der Spezial-Militär-Operation [SMO in der Ukraine] geworden ist.

Lassen Sie mich diesen Punkt noch einmal betonen. Präsident Putin hat diese Ziele vielfach zum Ausdruck gebracht. Wir müssen alle Bedrohungen für unsere Sicherheit, die von der Ukraine ausgehen, beseitigen und sicherstellen, dass die Rechte unserer Landsleute – der Russen und russischsprachigen Menschen, für welche die russische Sprache und Kultur Teil ihrer Identität und Existenz in diesem Land ist – wiederhergestellt werden:

  • Strafgesetze, welche die russische Sprache in allen Bereichen verbieten, müssen aufgehoben werden!
  • Die Rechte der kanonischen ukrainisch-orthodoxen Kirche müssen auch wiederhergestellt werden!

Wir feiern diesen Tag, während wir standhaft auf unseren Posten stehen!

Ich möchte den ehemaligen Mitarbeitern des Ministeriums dafür danken, dass sie uns großzügig an ihren Erfahrungen haben teilhaben lassen. Es gab in der Geschichte unseres Landes viele Zeiten, in denen die Diplomatie die Bemühungen auf unterschiedlichen Schlachtfeldern unterstützte.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg standen wir vor zahlreichen Situationen, in denen wir auf die eine oder andere Weise in regionale Konflikte verwickelt waren. Jedes Mal verteidigte unsere Diplomatie die Interessen unseres Vaterlandes mit Würde. Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass wir auch künftig diese Herausforderung meistern werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, bevor wir unsere Sitzung schließen, möchte ich den hier anwesenden Angehörigen der Russischen Nationalgarde sowie allen danken, die unser Vaterland an der Front verteidigen und andere vom Staat gestellte Aufgaben erfüllen. Wir schätzen unsere Zusammenarbeit und Ihren Beitrag zur Gewährleistung des feierlichen Charakters der in diesem Saal abgehaltenen Zeremonie.

Ich möchte Ihnen allen einen Frohen Feiertag wünschen!

Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

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Von unserer Redaktion ‚Zeitgeschichte und Globalpolitik‘.
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