Bekanntlich war ja am 24. April auf einem Kreuzfahrtschiff im Südatlantik das Hanta-Virus ausgebrochen.

In Niedersachsen war angeblich dieses Jahr ebenfalls ein Ausbruch der Krankheit, vor allem im Westen des Landes nachgewiesen worden.

Neun gemeldete Infektionen

Nun wurde seitens des Landesgesundheitsamtes mittgeteilt, dass es in diesem Jahr in Niedersachsen bereits neun gemeldete Infektionen mit dem Hanta-Virus gegeben hatte. Davon drei in Meppen (Landkreis Emsland), drei im Raum Osnabrück und eine in der Grafschaft Bentheim.

Außergewöhnlich viele Fälle sind das freilich nicht, in den vergangenen Jahren waren die Zahlen dazu ähnlich gewesen. Auffallend ist jedoch, dass sich wieder hauptsächlich Menschen im Westen des Landes infiziert hatten. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Rötelmaus, die den Erreger überträgt, offenbar dort besonders verbreite ist, wie dazu Peter Tenhaken vom Gesundheitsdienst für Stadt und Landkreis Osnabrück erklärte. Auch andere Nagetiere wie Ratten könne das Virus übertragen.

Kaum Todesfälle in Deutschland

Die Symptome der Erkrankung ähneln denen einer Grippe. Es kommt etwa zu Fieber, Gliederschmerzen und Schwindel. Viele merken daher gar nicht, dass sie sich mit dem Virus infiziert haben. Es kann in selteneren Fällen auch zu schwereren Verläufen kommen, bis hin zum Nierenversagen. Schwere Verläufe können daher auch tödlich enden, kommen in Deutschland aber nur äußerst selten vor, wie die Initiative gesund.bund.de des Bundesgesundheitsministeriums auf ihrer Homepage informiert. Demnach können in Deutschland vorkommende Hanta-Viren nach derzeitigem Wissensstand nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Erkrankte Personen seien daher nicht ansteckend.

Wie man sich schützen kann

Beim Frühjahrsputz in der Garage oder im Gartenhaus sollte man ein wenig vorsichtiger sein. Oftmals nisten sich Mäuse über den Winter in solchen geschlossenen Räumen ein und hinterlassen dort Kot und Urin. Wird der beim Durchfegen aufgewirbelt, können Menschen die Erreger einatmen und sich infizieren. Vor allem wer in der Nähe von Buchenwäldern wohnt, sollte aufpassen. Hier leben die Mäuse hauptsächlich.

Tenhaken vom Gesundheitsdienst empfiehlt folgende Maßnahmen, um sich beim Frühjahrsputz zu schützen:

Gut durchlüften, bevor man mit dem Putzen anfängt

Feinstaubmaske wie FFP-Maske beim Putzen aufsetzen

Feucht durchwischen anstatt nur zu fegen

Nach dem Putzen gut die Hände waschen

„Causa“ Kreuzfahrtschiff

Das besagte Kreuzfahrtschiff liegt aktuell vor dem Hafen von Praia, der Hauptstadt des Inselstaats Kap Verde. Es hatte sich vor einigen Wochen auf den Weg von Argentinien nach Kap Verde gemacht. Unterwegs waren drei Menschen verstorben, ein älteres niederländisches Paar und ein Deutscher. Ob das Virus die Todesursache war, ist allerdings noch unklar. Bei der Niederländerin wurde das Hanta-Virus nachgewiesen, wie die Reederei unter Berufung auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitgeteilt hatte. Ein weiterer Reisender war laborbestätigt an dem Virus erkrankt und wird derzeit auf einer Intensivstation in Südafrika behandelt. Zudem gebe es an Bord Hanta-Virus-Verdachtsfälle, Zwei Besatzungsmitglieder seien erkrankt, teilte die Reederei weiter mit.

Die Frage über hygienische „Zustände“ an Bord von Kreuzfahrtschiffen bleibt allerdings im Raum stehen und sollte wohl Jeden, der eine solche Reise plant ein wenig zu denken geben.

 



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