Von Rainer Rupp

So langsam scheint sich ein Teil der US-Medien wieder an die eigentliche Aufgabe der Presse zu erinnern, also nicht Sprachrohr der Regierung und der hinter ihr stehenden Oligarchen zu sein, sondern deren Taten und Rechtfertigungen in Bezugnahme auf geltende Gesetze zu hinterfragen. Aktuell ist das US-Kriegsministerium im Fokus der Kritik, dem jetzt US-Mainstream-Medien vorwerfen, weiterhin zu versuchen, die katastrophalen Verluste der US-Streitkräfte zu verschleiern.

Dabei kommen hanebüchene Sachen an den Tag, z. B., dass ein „uraltes“ iranisches Kampfflugzeug amerikanischer Herstellung, das also noch aus den Zeiten der brutalen Schah-Diktatur stammt, mindestens eine US-Basis in einem mit den USA verbündeten, benachbarten Golfstaat erfolgreich bombardiert hat. Das berichtete der bekannte US-Nachrichtensender NBC News Ende letzter Woche unter Berufung auf namentlich nicht genannte US-Regierungsbeamte.

Die weiteren Details enthüllen eine haarsträubende Blamage für das US-Militär: Demnach war ein iranischer Northrop-Grumman-F-5-Kampfjet, der noch vor der Islamischen Revolution von 1979 hergestellt worden war, in der Lage, den US-Stützpunkt Camp Bühring in Kuwait zu bombardieren, obwohl er über eine umfangreiche Luftverteidigung verfügte. Der Nachrichtensender stellte fest, dass dies das erste Mal seit dem Koreakrieg war, dass es einem feindlichen Starrflügelflugzeug gelungen ist, eine angeblich gut gesicherte US-Militäranlage zu bombardieren.

Kuwait war am 1. März auch Schauplatz eines verheerenden iranischen Drohnenangriffs. Dabei wurden sechs Soldaten der US Army Reserve getötet und mehr als 20 weitere verletzt. Das Ziel war ein provisorisches Einsatzzentrum im Hafen Shuaiba. Nach Angaben von Überlebenden gegenüber CBS News sei die Anlage ungeschützt gewesen. Kriegsminister Pete Hegseth behauptet jedoch, dass die Drohne einfach so „durch die (US‑)Luftabwehr geschlüpft“ sei.

Das Pentagon hat inzwischen mindestens 13 getötete US-Soldaten und über 400 Verletzte in dem Konflikt bestätigt. Die meisten amerikanischen Stützpunkte in der Region wurden inzwischen evakuiert, weil sie extrem verwundbar waren. Die New York Times berichtete am 25. März, dass von den 13 genutzten US-Militärbasen die meisten „praktisch unbewohnbar“ seien. Besonders schwer getroffen wurden die Anlagen in Kuwait – direkt an der iranischen Grenze.

Laut einem NBC-Bericht erlitt auch das Hauptquartier der Fünften Flotte der US-Marine in Bahrain „schwere Schäden“. Weitere Basen im Land wurden ebenfalls stark beschädigt, aber Reparaturen gelten als machbar, falls die USA in der Lage sein sollten, ihre Basen in der Region zu behalten, was für Iran jedoch inakzeptabel ist. Auch in den Golfstaaten vollzieht sich ein Umdenken, da vermehrt die rhetorische Frage aufgeworfen wird, ob die US-amerikanischen Militärstützpunkte tatsächlich die Sicherheit gewährleisten oder nicht vielmehr iranische Raketen und Drohnen anziehen.

Das Washingtoner Think-Tank American Enterprise Institute (AEI) schätzt, dass Iran mehr als 100 Ziele auf elf US-Basen getroffen hat. Die Reparaturkosten allein für die Bauanlagen belaufen sich demnach auf mindestens fünf Milliarden Dollar – ohne die zerstörten Radarsysteme, Waffentechnik und andere Ausrüstung.

Die Glaubwürdigkeit der US-Militärmacht, so der bittere Schluss, der durch die Artikel reflektiert wird, sei dahin.

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