Viktor Orbán hat sein Abgeordnetenmandat im ungarischen Parlament niedergelegt. Den Sitz in der Volksvertretung hatte der amtierende Ministerpräsident bei den jüngsten Wahlen als Spitzenkandidat seiner Fidesz-Partei errungen.
Vor dem Hintergrund der Wahlniederlage seiner Partei erklärte Orbán am Samstag in einer Videobotschaft auf X (Twitter), sein Mandat gehöre der gesamten Partei. Daher müsse er dieses Amt aufgeben und sich stattdessen der Reorganisation der patriotischen Bewegung sowie der Neugestaltung der Fidesz-Parlamentsfraktion widmen.
Die Fraktion werde am Montag, dem 27. April, unter der Führung von Gergely Gulyás gebildet, betonte Orbán. Der Parteitag zur Verlängerung der Befugnisse, der ursprünglich im Herbst stattfinden sollte, sei auf Juni vorgezogen worden. Der Parteivorstand empfehle Orbán, als Vorsitzender der Fidesz-Partei im Amt zu bleiben.
Orbán ist seit 1990 Mitglied des ungarischen Parlaments und seit 2003 Vorsitzender der Fidesz-Partei. Als Regierungschef ist er seit 2010 im Amt. Die Niederlage bei den Parlamentswahlen am 12. April bezeichnete Orbán als Schock und räumte ein, dass Fidesz einer grundlegenden Erneuerung bedarf. Die Oppositionspartei Tisza erhielt laut Wahlergebnis die Mehrheit der Parlamentsmandate. Ihr Vorsitzender Péter Magyar soll am 9. Mai als Regierungschef ins Amt eingeführt werden.
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