Im dritten Teil seiner Pressekonferenz erläutert Sergey Lawrow perfide Machenschaften der atlantischen Kriegspartei für einen neuen Militärblock als NATO-Ersatz für die Europäer, doch mit der Ukraine als führender Akteur.

Sergey Lawrow: „Die Primitivität der Politik durch
die Leitung des UN-Sekretariats, ist erschreckend!“ – Teil 3

Frage: Moskau warnt immer häufiger vor der Militarisierung der Europäischen Union in Erwartung des vermeintlich möglichen Krieges mit Russland. Wie wirkt sich das auf die Zusammenarbeit Serbiens mit Russland und China aus, nachdem letztere beiden Länder ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats sind: Jene haben die selbsterklärte Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkannt und stellen somit eine wichtige Stütze im Kampf zur Wahrung der territorialen Integrität Serbiens dar?

Sergey Lawrow: Moskau warnt vor der Gefahr einer Militarisierung der Europäischen Union. Das Wesentliche an den aktuellen Ereignissen ist jedoch nicht, dass man davor warnt, sondern vielmehr, dass die Militarisierung sehr schnell und konzentriert voranschreitet. Man verheimlicht dabei nicht, dass …

… besagte Militarisierung von den derzeitigen europäischen Eliten als Garant für deren Existenz verstanden werde!

US-Amerikaner unternehmen alles in ihrer Macht Stehende, um die Prozesse der Militarisierung Europas im Zuge ihrer Strategie voranzutreiben und sich der Verantwortung für die Sicherheit der Alten Welt zu entziehen. Sie wollen, dass Europa die Hauptlast aller Folgen ihrer Abenteuer übernehme, um die amerikanische Staatskasse nicht länger zu belasten:

Das alles wird ganz offen ausgesprochen!

Keith Kellogg wurden als einem der Sonderbeauftragten Donald Trumps für ukrainische Angelegenheiten spezielle Liaison-Aufgaben in Bezug auf das Kiewer Regime übertragen. Er war eine Zeit lang von der Bildfläche verschwunden, doch ist inzwischen wiederaufgetaucht, indem er aktiv die Notwendigkeit der Schaffung ein neues Militärbündnisses propagiert:

Demnach soll die Ukraine zwar nicht in die NATO aufgenommen werden, da dies von Präsident Donald Trump und Mitgliedern seiner Administration verworfen worden war. Doch Keith Kellogg als vormaliger Nationaler Sicherheitsberater Washingtons und pensionierter Generalleutnant der US-Armee treibt gemeinsam mit sogenannten europäischen „Größen“, die Idee der Gründung eines neuen Militärblocks mit der Ukraine als Mitglied voran. Doch das nicht nur als Mitglied, …

… sondern sogar als dessen führender Akteur!

Wolodymyr Selenskyj steht aktiv hinter diese Idee. Die Vereinigten Staaten wollen somit die Hauptverantwortung zur Eindämmung Russlands auf Europa übertragen, um in Richtung China die Hände freizubekommen, woraus sie auch kein Hehl machen. Gemäß dieser Interessenslage versuchen sie, nicht nur Diskussionen, sondern auch praktische Schritte zur Schaffung eines solchen, im Voraus angekündigten antirussischen Militärblocks unter Beteiligung der Ukraine anzuregen.

In diesem Zusammenhang erwähnte ich Keith Kellogg, obwohl dieser derzeit nicht mehr ganz „im Geschäft“ scheint. Doch einer der führenden Militärs, der stellvertretende Pentagon-Chef Elbridge Colby, hat kürzlich bei seiner Anhörungen im US-Senat erklärt, dass Donald Trump entschlossen sei, Russland und die Ukraine zu einem Kompromiss zu bewegen, wobei „die Erreichung eines Friedens – zu für Kiew fairen Bedingungen – als entscheidendes Element eines Systems zur langfristigen Eindämmung Russlands“ zu betrachten wäre.

Das ist im Grunde alles, was man über den Verlauf der Verhandlungen wissen muss, die auf Initiative von Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin begonnen wurden, von uns begrüßt werden und zu deren Fortsetzung wir uns weiterhin bereit erklären.

Gleichwohl hat das auch uns getroffen. Im August 2025 nahmen wir in Alaska Vorschläge, von denen wir ausgingen, dass sie von den Vereinigten Staaten aus tiefstem Herzen und mit den besten Absichten unterbreitet worden waren, an: Seitdem wurden diese Vereinbarungen – nicht der Geist, sondern die Vereinbarungen bzw. das Verständnis von Alaska – von eben jener europäischen Führungselite aus Brüssel, Paris und Berlin torpediert und blockiert. Von London hallte es aktiv zurück. Von dort aus der Ferne wird sogar versucht, diesen „disharmonischen Akkord“ einer offenen russophoben Stimmung auf den gesamten europäischen Kontinent – einschließlich NATO und EU – zu übertragen.

Inzwischen wird ein neuer Block mit der Ukraine als Hauptakteur geplant. Wolodymyr Selenskyj erklärt ganz offen, dass die Ukraine Europa vor Russland schützen werde. All das geschieht vor dem Hintergrund von Diskussionen, dass der Ukraine nach Beendigung der Kampfhandlungen unbedingt Sicherheitsgarantien gewährt werden müssten.

Das neo-nazistische, russophobe, offen rassistische Regime von Wolodymyr Selenskyj hat die russische Kultur aus dem Alltag verbannt. Es ist das einzige Land der Welt, welches so etwas umsetzte. Ohne diesbezügliche Ratschläge aus dem Westen, hat die Ukraine die russische Sprache, russische Bildung und Kultur sowie die kanonische Ukrainische Orthodoxe Kirche einfach verbieten lassen. Wir teilten unseren westlichen Kollegen, die zu vermitteln versuchten, mit, dass dies falsch sei. Diese hingegen wollen die Kampfhandlungen erst eingestellt sehen, um dann den Rest zu besorgen. Doch das wäre falsch, sich damit nur später auseinanderzusetzen. Denn, es ist keine Frage von irgendwelchen Bedingungen oder Forderungen. Es ist vielmehr etwas, wozu jedes normale Land verpflichtet wäre!

Das ist über die Charta der Vereinten Nationen festgelegt: Die Achtung der Rechte jedes Menschen, einschließlich jener auf Sprache und Religion, was gleichermaßen in zahlreichen Menschenrechtskonventionen und in der Verfassung der Ukraine wiederzufinden ist. Doch in all den Gesprächen zur EU-Perspektive des Kiewer Regimes wagt niemand aus den westlichen Ländern zu sagen:

Lasst vor den Fragen zur Zukunft des ukrainischen Staates das Land in einen normalen, menschenwürdigen Zustand versetzen!

Niemand tut dies und darüber will niemand sprechen!

Hingegen gibt es sowohl in Europa wie auch in Washington Stimmen, die im Fall irgendeiner Einigung mit Russland vor Ort sofort zur Abgabe einer sofortigen Sicherheitsgarantie bereit wären. Auch die Stationierung von Stabilisierungstruppen wird erwähnt. Der französische Präsident Emmanuel Macron scheint von dieser Idee „berauscht“. Der britische Premierminister Keir Starmer „spiegelt“ diese Stimmung ebenfalls wieder. US-Außenminister Marco Rubio sagte erst vor kurzem, dass die Franzosen und Briten offenbar ein „Stabilisierungs-Kontingent“ dort aufstellen wollten. Es ist klar, dass sie dies ohne Technologien, über welche nur die Vereinigten Staaten verfügen, nicht schaffen könnten. Was Washington angeht, so erklärten sich diese zur Unterstützung bereit, sobald es Frieden gäbe. Das bedeutete zugleich: Es ist keine Rede davon, das ukrainische Regime weder durch Wahlen in einen normalen Zustand zu verwandeln, noch seitens der „demokratischen“ Welt gewisse Auflagen aufzuerlegen.

Ich bin mit Absicht ein wenig vom Thema „Kosovo“ abgekommen: Denn in Bezug auf den Kosovo hat der Westen demonstriert, dass diesbezüglich das Gesetz nichts bedeute. Genauer gesagt, gilt für den Westen nur jener Teil des Gesetzes, der ihm im Moment gerade gelegen käme. Damals passte dem Westen [in Bezug auf den Kosovo] gerade die Bestimmung der UN-Charta, welche besagt, dass alle Nationen gleichberechtigt wären und jede Nation das Recht auf Selbstbestimmung hätte. Dazu hatte der Westen nicht einmal vor, zur Ausübung dieses Rechts die übliche Methode – ich meine die Durchführung eines Referendums oder einer anderen Form der Volksbefragung – durchführen zu lassen:

Dagegen erklärte man den Kosovo einfach zum „unabhängigen Staat“!

Es spielte keine Rolle, dass eine ganze Reihe von Mitgliedern der Europäischen Union und von NATO dieser Vorgehensweise nicht folgten. Jene Schlussfolgerung wurde jedoch festgeschrieben und vorangetrieben. Mit allen Mitteln wird versucht, Kosovo in die UNO, in den Europarat und in andere Organisationen, die für souveräne Staaten geschaffen wurden, „hineinzudrücken“.

Indem jedoch der Westen versuchte, die Russische Föderation zu „zerlegen“ und Russland im Zuge seines Rückführungsversuchs von Gebieten zum russischen Staat mit dem ukrainischen Volk zu entzweien, hat man Russland Steine in den Weg gelegt: Dabei ging es um Gebiete, die Russland gegründet hatte und auf denen ein Volk lebte, welches schon immer Teil des russischen Staates gewesen war. Der Westen sagte damals nur, dass es diesbezüglich kein Recht auf Selbstbestimmung gebe, sondern dass die Souveränität zu respektieren sei.

Ich schweifte einmal mehr vom Kosovo ab, werde aber auf diesen noch zurückkommen. Nachdem vor zwölf Jahren in Kiew ein vom Westen organisierter Putsch ausgeführt worden war, erhob sich die Krim, um sich abzuspalten und auch Neurussland weigerte sich das Regime [in Kiew] anzuerkennen:

Darauf folgte der große Schwindel mit den Minsker Vereinbarungen!

Die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen war vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet worden. Wäre man den Minsker Vereinbarungen gefolgt, wäre der Konflikt schon längst beigelegt. Wir würden jetzt nicht mitansehen müssen, was gerade geschieht. Russland war bereit, besagte Minsker Vereinbarungen zu akzeptieren. Russland hat sie unterstützt, war ihr Mitverfasser [bei der Ausarbeitung]. Russland war bereit, es dabei zu belassen, falls sich alle anderen gleich anständig verhalten hätten.

Die ganze Zeit über erklärten der UN-Generalsekretär und sein Pressesprecher in Bezug auf die Ukraine, dass die UN-Charta und die territoriale Integrität der Ukraine gewahrt werden müssten. Auf unsere Fragen – wie es denn mit dem Recht auf Selbstbestimmung stünde – wichen sie aus.

Kürzlich erwähnte Donald Trump Grönland. Völlig unerwartet vertrat der französische Sprecher von Herrn António Guterres, Stéphane Dujarric, die Ansicht, dass die Grönland-Frage zu lösen sei auf Grundlage:

  • der UN-Charta,
  • der Achtung der Souveränität,
  • des Selbstbestimmungsrechts der Nation!

Wir haben bei der Leitung des Sekretariats offiziell nachgefragt, nachdem inzwischen Grönland das Recht auf Selbstbestimmung zustünde, ob die UN gegebenenfalls jetzt rückwirkend das Selbstbestimmungsrecht der Völker der Krim, Neurusslands und des Donbass anerkennen wollte? Man antwortete uns, dass dies eine andere Geschichte sei. Ich mache keine Witze! Das heißt:

Die Primitivität der Politik durch die Leitung des UN-Sekretariats, ist erschreckend!

Dasselbe gilt für den Kosovo. Was den Kosovo betrifft, so „erledigt“ das UN-Sekretariat die Frage [seiner Unabhängigkeit] gemäß dem Urteil des Internationalen Gerichtshofs, an den sich die Serben übrigens bereits 2008 gewandt hatten. Kurz nach der einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Kosovo entschied der Internationale Gerichtshof, dass es keinen Verstoß gegen das Völkerrecht darstelle, wenn ein Teil eines Staates ohne Zustimmung der Zentralregierung seine Unabhängigkeit erklären wollte: Das wäre zulässig!

Der russische Präsident Wladimir Putin hat in Gesprächen mit westlichen Kollegen wiederholt an dieses Urteil erinnert und den russischen Standpunkt dargelegt, wonach wir damals der Ansicht waren, dass dies im Falle Serbiens ein Verrat an seiner Geschichte wäre, zumal Kosovo über viele Jahrhunderte mit der Geschichte des serbischen Staates verbunden gewesen war. Doch nachdem westliche Kollegen besagtes Urteil des Internationalen Gerichtshofs akzeptiert hatten, stellte sich die Frage, warum man es dann nicht auch auf die Verhältnisse nach dem Staatsstreich in der Ukraine anwenden könne, zumal es dort im Gegensatz zu Kosovo Referenden gegeben hatte. Es ist schlichtweg ausgeschlossen, diesen Referenden „Manipulation“ unterstellen zu können, zumal dort eine sehr hohe Anzahl ausländischer Beobachter anwesend war. Dazu gab es keine Stellungnahmen.

Zurück zu Serbien: Warum schweifte ich bezüglich der Kosovo-Frage vom Thema ab? Weil das serbische Volk vermutlich zu verstehen hat, wohin es eingeladen wird. Präsident Aleksandar Vučić hat in Gesprächen gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie Medien wiederholt erklärt, dass er die europäische Perspektive vor allem unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Interessen Serbiens und deren Einbindung in die von der Europäischen Union geschaffene Infrastruktur bewerte. Diese Interessen würden jedoch stets so umgesetzt werden, dass die Beziehungen zu Russland nicht beeinträchtigt würden, denn das serbische Volk stehe, wie alle Meinungsumfragen zeigten, der Russischen Föderation ebenso wie der Volksrepublik China historisch gesehen wohlwollend gegenüber. Präsident Aleksandar Vučić hat wiederholt erklärt, dass er nicht unter Bedingungen, die antirussisch wären, der Europäische Union beitreten wolle.

Wir respektieren diese Haltung, hören aber auch, was die EU sagt. Man wolle die Beitrittsverhandlungen wieder aufnehmen, falls Serbien zwei Bedingungen erfüllte:

  • Erstens hätten sie die Unabhängigkeit des Kosovo anzuerkennen – das reicht bereits aus, um den antiserbischen Charakter dieser Position Brüssels zu verstehen!
  • Zweitens müssten Serbien sich ausnahmslos allen Sanktionen anschließen, welche die Europäische Union gegen die Russische Föderation verhängen ließ!

Das ist alles, doch heißt: Man versucht…

… Serbien zu einer Pufferzone im Kampf gegen Russland zu machen!

Im Gegensatz zur Europäischen Union sind wir daran interessiert, dass es auf dem Balkan in jeder Hinsicht eine verbindende Infrastruktur gibt: Sowohl wirtschaftlich als auch kulturell!

Das gleiche Ziel – zu vereinen und den Nutzen für alle zu maximieren – verfolgt die chinesische „Seidenstraßen Initiative [Belt & Road Initiative – BRI] “, die auf dem Balkan sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreut und aktiv vorangetrieben wird.

Deshalb stehen wir – ebenso wir die Volksrepublik China – natürlich auf der Seite des serbischen Volkes, ebenso wie die Volksrepublik China. Ich habe keinerlei Zweifel daran, dass wir die Entscheidung des serbischen Volkes respektieren werden. Man muss es fragen, welche Zukunft es für sich selbst sehe. Präsident Aleksandar Vučić versteht das sehr gut und spürt als bedeutender und erfahrener Politiker die Stimmung seiner Bürger.

Fortsetzung mit Teil 4 folgt

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Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

  • Teil 1 der PK von Sergey Lawrow vom 15. April 2026 in Peking: HIER
  • Teil 2 der PK von Sergey Lawrow vom 15. April 2026 in Peking: HIER



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