Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez lud in der Vorwoche zur Konferenz „In Defense of Democracy“ („Zur Verteidigung der Demokratie“). Bei dem zweitägigen Treffen haben internationale Staats- und Regierungschefs aus zahlreichen linksgerichteten Ländern „ihren Zusammenhalt zum Schutz der Demokratie vor Rechtspopulisten beschworen“, so Agenturmeldungen vom Sonntag. Aus Deutschland reiste Vizekanzler Lars Klingbeil nach Barcelona. Ebenfalls vor Ort war Alexander Soros von der gleichnamigen Stiftung.
In Barcelona fand die „In Defense of Democracy“-Konferenz statt, bei der die beiden Regierungschefs Sánchez (Spanien) und Lula (Brasilien) als Gastgeber fungierten. Zeitgleich fand auch die „Global Progressive Mobilisation“-Konferenz statt, die ebenfalls von Sánchez und Lula initiiert wurde. Beide Veranstaltungen fanden in den gleichen Messehallen statt.
Als Vertreter der deutschen Bundesregierung reisten SPD-Vizekanzler und Finanzminister (BMF) Lars Klingbeil sowie SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf in die spanische Hauptstadt, um laut sozialdemokratischer Wahrnehmung vor Ort „ein klares Signal gegen die globale Rechte gesetzt“ zu haben. Die Parteiwebseite „Vorwärts“ berichtete über das Treffen:
„6.500 Menschen aus mehr als 40 Ländern und allen Kontinenten kamen am Freitag und Samstag in Barcelona auf Einladung des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez zusammen.“
Klingbeil hielt demnach am Samstagnachmittag „eine knapp zehnminütige Rede auf Englisch“. Das BMF-Presseteam zitiert den Minister auf X mit den Worten:
„Wir wollen keine Welt, in der sich Brutalität und Breitbeinigkeit durchsetzt. Wir wollen Demokratie und Freiheit international verteidigen.“
„Wir wollen keine Welt, in der sich Brutalität und Breitbeinigkeit durchsetzt. Wir wollen Demokratie und Freiheit international verteidigen. Ich bin Premierminister @sanchezcastejon sehr dankbar, dass er zu „In Defence of Democracy“ geladen hat.“ – Vizekanzler Lars Klingbeil pic.twitter.com/FF3V1lSZ14
— Bundesministerium der Finanzen (@BMF_Bund) April 18, 2026
Ebenfalls vor Ort war Alexander Soros, der amtierende Stiftungsleiter der „Open Society Foundations“, die seit 2018 ihren Sitz in Berlin hat. Der Sohn von George Soros, des Gründers des umstrittenen Stiftungsnetzwerks, teilte ebenfalls auf X seine Begeisterung zur Konferenz mit, „einem einzigartigen Treffen“. Weiter führte Soros aus:
„Es war uns eine Ehre, so viele beeindruckende Führungspersönlichkeiten und Aktivisten zum ersten Global Progressive Summit in Barcelona begrüßen zu dürfen (…) Zum ersten Mal kamen Partner wie die Progressive Alliance, Global Progress und die Sozialdemokratische Partei Europas unter einem Dach zusammen, gemeinsam mit einer breiten Koalition aus Bewegungen und Führungspersönlichkeiten, die sich für eine gerechtere und demokratischere Zukunft einsetzen.“
It was an honor to welcome so many incredible leaders and advocates to Barcelona for the inaugural Global Progressive Summit — a first-of-its-kind gathering that brought together thousands from over 100 countries and organizations.For the first time, partners including… pic.twitter.com/GVAiI8ny8s
— Alex Soros (@AlexanderSoros) April 18, 2026
Laut Agenturmeldungen hatte die Konferenz das Ziel, sich „gegen das Erstarken nationalkonservativer und ultrarechter Kräfte“ zu positionieren, das von den Teilnehmern „als Bedrohung für Demokratie und Multilateralismus eingestuft“ werde. Das erste diesbezügliche Treffen war 2024 abgehalten worden.
Die Konferenzen wurde neben dem Hauptverantwortlichen Sánchez auch durch den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva organisiert und mitgeleitet. Dieser betonte dabei am Freitag in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El País, die Konferenz in Barcelona sei kein „Anti-Trump-Treffen“. Weiter heißt es laut der Welt-Zeitung aus dem Hause Springer:
„Bei einer Pressekonferenz hatte Lula am Freitag gewarnt, eine Schwächung der Demokratie könne zum Aufstieg eines neuen ‚Hitler‘ führen. In zahlreichen Ländern sind rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien auf dem Vormarsch, beispielsweise in Deutschland die AfD, in Frankreich der Rassemblement National (RN), in Spanien die Partei Vox, in Großbritannien Reform UK.“
Der „Vorwärts“-Artikel zitiert dazu Bundesminister Klingbeil:
„Mit Blick auf die politische Lage machte Klingbeil deutlich, dass die progressive Seite geschlossen auftreten müsse: ‚Denn wir werden gebraucht. Wo andere trennen, bauen wir Brücken.‘ Damit verband der SPD-Chef eine klare Abgrenzung nach rechts. Die globale Rechte sei organisiert, sagte Klingbeil, deshalb müssten es progressive Kräfte ebenfalls sein.“
„Die Zukunft gehört nicht jenen, die am lautesten sind“, erklärte der SPD-Chef weiter. In seiner Kurzrede hätte der Vizekanzler auch „deutliche Worte für die Macht großer Digitalkonzerne“ formuliert. Er kritisierte demnach „Tech-Oligarchen, für die Hass ein Geschäftsmodell sei“.
Ob es erneut zu einem Zusammentreffen mit dem aktuellen Stiftungsleiter Alexander Soros kam, ist nicht bekannt. Dieser informierte vor drei Jahren über ein persönliches Treffen mit dem damaligen Bundesvorsitzenden der SPD.
Im Juni 2018 informierte die Soros-Stiftung darüber, dass sie „mit ihrem ungarischen Büro nach Berlin gezogen“ wäre. Dazu hieß es wörtlich in der Mitteilung:
„‚Die ungarische Regierung hat unsere Arbeit verunglimpft und falsch dargestellt‘. Mit diesen Worten begründet Patrick Gaspard, Präsident der Open Society Foundations (OSF), warum die Stiftungen von US-Milliardär George Soros Budapest als Standort nach mehr als 30 Jahren verlassen.“
Im Juni 2023 wurde bekannt, dass Alexander Soros die Führung der kontrovers wahrgenommenen, weltweit agierenden Stiftungsgruppe von seinem Vater übernehmen wird (RT DE berichtete).
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