Der, 2010 vom damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew und seinem US-Amtskollegen Barack Obama in Prag unterzeichnete Atomwaffen-Sperrvertrag „New Start“ ging nicht in die „Verlängerung“.

Das letzte große Abkommen zur nuklearen Beschränkung ist somit am 5. Februar 2026 ausgelaufen.

Weltweite Sorge vor neuerlichem Wettrüsten

Der letzte Atomwaffen-Abrüstungsvertrag zwischen den USA und Russland ist am 5. Februar ausgelaufen. Moskau und Washington konnten sich nicht auf eine Verlängerung des „New Start“-Abkommens (Strategic Arms Reduction Treaty) von 2010 einigen.

Im April 2010 hatte US-Präsident Barack Obama den Vertrag mit dem damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew im Bemühen um einen „Neubeginn“ mit Moskau unterzeichnet. Die USA und Russland hatten sich damit verpflichte, ihre atomaren Sprengköpfe jeweils auf maximal 1550 zu verringern, 30 Prozent weniger als 2002 waren vereinbart worden und damit 74 Prozent unter dem Ziel des ursprünglichen Start-Vertrags von 1991.

Überdies wollten beide Seiten ihre Trägerraketen und schweren Bomber auf maximal 800 begrenzen. Der Vertrag hatte darüber hinaus beiden Parteien gegenseitige Kontrollbesuche erlaubt.

Während Präsident Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) hatten die USA mehrere Abrüstungsvereinbarungen mit Russland aufgekündigt. Man war hierbei sowohl aus dem INF-Vertrag über die atomare Abrüstung im Mittelstreckenbereich aus als auch aus dem Vertrag „Open Skies“ ausgestiegen, der Rüstungskontrolle durch Beobachtungsflüge über dem Gebiet anderer Vertragsstaaten vorgesehen hatte. In den Verhandlungen über eine Fortsetzung des „New Start“-Abkommens war Trump erstmals dafür eingetreten, China einzubeziehen, was jedoch nicht gelungen war.

Letztmalige Verlängerung des „Start“-Vertrages

Im Jänner 2021, war auf Anregung des ehemaligen sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow, das Abkommen verlängert worden. Kurz vor Auslaufen von „New Start“ im Februar 2021 stimmte die russische Duma einem von Präsident Wladimir Putin vorgelegten Gesetz zu, das Abkommen um fünf Jahre zu verlängern.

Nach Beginn des Ukraine-Konfliktes im Februar 2022 hatten sich bekanntlich auch die Spannungen zwischen den USA und Russland verstärkt. Moskau hatte zunächst die US-Inspektionen seiner Militärstandorte im Rahmen von New Start aufgekündigt. Knapp ein Jahr nach Beginn des Ukraine-Konfliktes hatte Präsident Putin dann im Februar 2023 verlautbart, „Russland suspendiert seine Beteiligung am New-Start-Vertrag.“

Im September 2025 war es Putin gewesen, der Präsident Trump vorgeschlagen hatte, das New-Start-Abkommen um ein Jahr zu verlängern. Der US-Präsident hatte den Vorstoß zwar „eine gute Idee“ genannt, dann jedoch passierte nichts.  Dem vorausgegangen war eine beispiellose Annäherung zwischen dem russischen Staatschef und Trump seit dem erneuten Amtsantritt des Republikaners im Januar 2025.

Rüstungskontrolle von Atomwaffen – quo vadis?

Die US-Regierung besteht aktuell auf einer Beteiligung Chinas an einem zukünftigen Abrüstungsvertrag. „Wahre Rüstungskontrolle“ sei im 21. Jahrhundert nur mit der Beteiligung Pekings möglich, da China über „riesige und schnell wachsende Waffenvorräte“ verfüge, erklärte dazu US-Außenminister Marco Rubio am 4. Februar.

Peking wiederum erklärte seinerseits am 5. Februar, sich „zum jetzigen Zeitpunkt nicht an Verhandlungen über nukleare Abrüstung“ beteiligen zu wollen, da Russland und die USA weiterhin über deutlich größere „nukleare Fähigkeiten“ verfügen würden.

Moskau hingegen erklärte, sich mit dem Auslaufen des „New Start“-Abkommens nicht mehr an die Beschränkungen der Zahl seiner Atomsprengköpfe gebunden zu fühlen.

Atomwaffenexperten warfen Trump vor Ablauf des Abkommens eine gefährliche Untätigkeit vor. „Die Trump-Regierung hätte schon vor Monaten handeln sollen“, erklärte der Politologe Jon Wolfsthal von der Denkfabrik Federation of American Scientists (FAS) in Washington.

Ende Oktober hatte Trump überdies den Wiedereinstieg in US-Atomwaffentests angekündigt, die seit 1992 beendet waren.




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