Alastair Crooke, ehemaliger britischer Diplomat, ex-MI6-Mitarbeiter und politischer Kommentator zu Gast bei Judge Napolitano, analysiert den US-Flottenaufmarsch gegen Iran und Konsequenzen eines Angriffes, was USA und Israel zögern und auch Russland und China nicht unbeteiligt lässt.

Transkript des Gesprächs zwischen Judge Napolitano
und Alastair Crooke zum USA/Israel – Iran Konflikt

2.02.2026 – Judge Napolitano (li) interviewt Alastair Crooke (re) zur US/Israel – Iran Krise | Quelle: Screenshot Judging Freedom

Judge Napolitano: Hallo zusammen, hier ist Richter Andrew Napolitano mit „Judging Freedom“. Heute ist Montag, der 2. Februar 2026. Alastair Crooke ist heute bei uns. Das Thema lautet: Kann Trump sich in Bezug auf den Iran entscheiden oder wurde er in die Enge getrieben?

Alastair Crooke, willkommen, mein lieber Freund! … Ich möchte noch etwas vorausschicken, nachdem Sie, Ihre reizende Frau und ich nicht nur berufliche Kollegen, sondern auch sehr gute Freunde, sind: Ich schätze es ganz besonders, meine neue Woche stets mit Ihnen starten zu können. Das ist einfach eine großartige Gelegenheit für mich und für alle, die uns zusehen sowie für Chris, meinem Produzenten, denn wir reden ständig über Sie. Ihr Wissen ist einfach erstaunlich und wie Sie Ihre Antworten auf den Punkt bringen.

Meine erste Frage zielt auf ein Thema aus der US-Innenpolitik, doch Sie decken ein breites Spektrum ab – daher möchte ich Sie fragen:

Glauben Sie, dass Trump versucht sein könnte, einen Krieg mit dem Iran auszulösen, um die amerikanische Öffentlichkeit von seinen schrecklichen innenpolitischen Nöten und seinen miserablen Zustimmungswerten abzulenken? So, wie unser Freund Gerald Celenti zu sagen pflegt:

Wenn alles andere fehlschlägt, werde man in den Krieg geführt!

Alastair Crooke: Ich denke, er wäre versucht, einen Krieg loszutreten, falls er sich sicher wäre, dass dieser mit einem kurzen Knall rein, doch gleich wieder raus führte: So, wie im Juni mit dem Angriff auf die Nuklearanlagen im Iran!

Ich glaube, eine große Show mit großen Schlagzeilen über einen Krieg gegen den Iran, der kurz, sauber und präzise abliefe, das könnte ihn absolut erfreuen. Das sind in der Tat die Vorgaben, die er auch an die Israelis ausgeben ließ. Es wird auch vom Chef von CENTCOM [US-Zentralkommando mit Sitz in Florida] bestätigt, der sagt, dass er einen kurzen Krieg ohne Verwicklungen und ohne Verlängerung suche – einfach nur einen schnellen Angriff.

Ich meine, so etwas würde Trump gefallen: Der „Fall Maduro“ stellt für ihn das Beispiel einer solchen Operation dar. Alles an einem Tag erledigt und Maduro stand schon am nächsten Morgen vor Gericht!

Das Problem [in Bezug auf den Iran] besteht jedoch darin, dass er diesbezüglich keinen einfachen Einstieg findet und die Israelis immer wieder versuchen, die Operationen auszuweiten. Die Israelis überladen ihn derzeit mit Geheimdienstinformationen und sagen:

„Es geht nicht nur um die Atomwaffen oder den Sturz des Staates… Wir sind nicht sicher, ob Sie [die USA] die Islamische Republik stürzen könnten! Die USA können nicht einfach durch einen Fernangriff den gesamten Staat stürzen: Dazu braucht man Bodentruppen oder Operationen, die sowohl am Boden als auch aus der Luft durchgeführt werden. Aber, was wir von Ihnen wollen, ist, dass Sie das iranische Raketensystem zerstören!“

Doch, das ist nicht ganz einfach. Denn die Raketen des Irans sind, wie ich schon mehrfach sagte, über 57 verschiedene Regionen verteilt und absichtlich tief vergraben, geschützt durch Tunnelanlagen. Es wäre also schwierig, sie zu zerstören!

Judge Napolitano: Was wäre also der erklärte Zweck eines Angriffs auf den Iran?

Es geht ja nicht um die Niederschlagung von Demonstrationen [durch den Iran]. Die gesamte westliche Welt weiß ja, dass diese Demonstrationen auf den [iranischen] Straßen vom MI6, dem Mossad und der CIA angezettelt waren. Viele der Demonstranten wurden dafür bezahlt, um zu töten. Es geht nicht darum, den Öl-Fluss zu kappen. Es geht nicht darum, die nuklearen Fähigkeiten des Irans zu zerstören, denn diese wurden angeblich bereits im Juni vernichtet. Was soll Trump der Welt über seine Ziele auftischen? Will er den Ayatollah um 2 Uhr morgens in seinem Schlafzimmer verhaften und nach Manhattan bringen lassen, um ihn dort vor Gericht zu stellen? Natürlich ginge das nicht!

Alastair Crooke: Ich denke, es gibt zwei Gründe, [die Trump nach außen anführen könnte]: Zum einen könnte er einfach sagen, dass dies eine Regierung wäre, die wir einfach nicht mögen und dass sie keine angenehmen Menschen wären und wir sie ablehnten. Zum anderen sagt er häufig, dass es um die Atomfrage gehe, doch knüpft an jede Diskussion zur Atomfrage Vorbedingungen, die nicht akzeptabel scheinen. Eine von insgesamt vier Vorbedingungen lautet, dass die Iraner alle Anreicherungsaktivitäten einzustellen hätten.

Doch dann legt Trump nach und fordert vom Iran auch deren ballistische Raketen aufzugeben oder drastisch einzuschränken sowie [zusätzlich] noch alle Ihre Verbindungen zur Hisbollah und anderen Stellvertretern kappen zu lassen:

Das ist unmöglich und wurde vom Iran bereits abgelehnt!

Wir befinden uns in dieser seltsamen Situation, dass Leute fälschlicherweise davon ausgehen, dass über Türkei und Russland Verhandlungen liefen. Doch sie verhandeln nicht – nur darüber, ob und wie Verhandlungen aufgenommen werden könnten…

… der Iran wird sicherlich nicht seine Selbstverteidigung, sprich sein Raketenprogramm aufgeben, um ungeschützt vor den Israelis dazustehen…

Der hat hingegen Iran seine Haltung geändert und eines felsenfest verkünden lassen:

Jeder Angriff auf den Iran durch die Vereinigten Staaten oder Israel bedeutet Krieg!

Um das zu unterstreichen, drohen die Iraner nicht nur die Straße von Hormus schließen zu lassen, sondern haben die gesamte Küste mit Anti-Schiffs-Raketen gegen Trumps Armada überzogen. Dazu fliegen Drohnen in das sogenannte Einsatzgebiet der US-Armada, um zu unterstreichen, dass nicht nur amerikanische Stützpunkte in der Region angegriffen, sondern dass Hormus geschlossen und sie Anti-Schiffs-Raketen auch gegen die Armada einsetzen würden.

So ist die US-Armada gezwungen, sich immer weiter von der Küste zurückzuziehen, um außer Reichweite der Anti-Schiffs-Raketen zu gelangen… Dazu kommt, dass die US-Armada nur unzureichend mit Luftabwehrraketen – etwa 50 bis 100 pro Zerstörer – ausgestattet ist… Ein Schwarm von etwa 300 iranischen Drohnen gegen die US-Flottille würde die gesamte US-Luftabwehr, um sich dagegen schützen zu können, verbrauchen und machte sie in Folge verwundbar… Der Iran verfügt auch über rund 30 Mini-U-Boote, die ebenso mit Anti-Schiffs-Raketen ausgerüstet sind. Dazu kommen Schnellboote, die nur schwer zu treffen sind und ebenfalls über Anti-Schiffs-Raketen verfügen:

Die gesamte US-Flotte steht nun ebenso im Visier der Iraner wie sämtliche US-Stützpunkte!

Dazu zählt die große Luftwaffen-Basis, Al Udeid in Katar und die anderen US-Basen. So lautet die Botschaft, die Trump im Moment vom Iran empfängt. Jeder Angriff, egal woher er käme, würd sofort einen iranischen Gegen-Angriff auf Israel und die amerikanische Streitkräfte nach sich ziehen!

Judge Napolitano: Was erwarten Sie oder was verstehen Sie unter den Aussagen des israelischen Premierministers Netanjahu gegenüber den Amerikanern: „Wartet ab – oder lasst es uns angehen!“

 Alastair Crooke: Ich denke, die Israelis sind in dieser Hinsicht etwas vorsichtig. Sie wissen, dass noch keine Entscheidung gefallen ist und lassen daher weiterhin Leute nach Washington entsenden. Zuerst war es der Chef des Mossad und inzwischen ist dort einer ihrer Militärkommandanten eingelangt. Ich denke, er war gerade dort oder ist noch dort, um die neuesten Informationen zu überbringen – sowohl israelische Geheimdienstinformationen über das ballistische Raketensystem des Iran, das Israel als größte Bedrohung ansieht.

Es hat sich also etwas geändert: Die nukleare Bedrohung ist in den Hintergrund getreten. Jetzt steht das iranische Raketensystem im Vordergrund. Also geben die Israelis so viele Informationen wie möglich weiter, um Trump damit versorgen zu lassen. Aber selbst die israelische Presse sagt, dass sie über keine guten Informationen über das Innere des Iran zur Weitergabe an Trump verfügten:

Denn, die Iraner haben dank Star Link einen Großteil des [westlichen] Netzwerks im Iran ausheben können. Das hat eine wichtige Rolle gespielt. Die Iraner konnten feststellen, wer die Star-Link Satellitenschüsseln benutzte und haben diese Personen weitgehend festnehmen können. So wurde ein Großteil des Netzwerks Israels im Land hochgenommen. Das ist der Stand der Dinge!

Die Israelis geben zu, nicht vollständig im Bilde zu sein… Sie haben sogar vorgeschlagen, was ich für verrückt halte, Spezialeinheiten vor Ort gegen ein Ziel wie Fordo einzusetzen – Fordo [Standort einer iranischen Urananreicherungsanlage] ist ein großer Berg und liegt ziemlich weit außerhalb von Ghom in einer sehr öden Gegend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Amerika dem zustimmen würde…

Eine weitere Option, von der sie immer wieder sprechen, wäre ein Angriff auf die sogenannten Symbole des Staatsapparats, darunter natürlich auf das Basidsch-Hauptquartier [iranische Miliz- und Revolutionsgarde] und auf das anderer…

Natürlich befindet sich der Iran in höchster Alarmbereitschaft und ich bin mir sicher, dass besagte Hauptquartiere leer sind. So stellen sich die Optionen, die derzeit zur Verfügung stehen, dar. Doch keine davon erfüllt Voraussetzungen, wie in Venezuela, um mit einen schnellen Knall rein und wieder raus zu sein: Mit einer großen Show und großem Erfolg, um es auch im TV präsentieren zu lassen!

Es wird zu viel auf die strategische Positionen geschaut, z.B. wie viele Schiffe kommen oder gehen. Was jedoch vielfach übersehen wird, sind die Finanz-Märkte, die genauso wichtig sind: Sie sind volatil – an einem Tag steigen sie und am nächsten Tag gibt es einen Crash… Die Märkte befinden sich in einer sehr heiklen Phase. Trump hat all diese Dinge zu berücksichtigen und sich die Frage zu stellen:

  • Könnte das militärisch funktionieren?
  • Würde es den Aktienmarkt abstürzen lassen?

… Denn, die Wirtschaft hat gut zu laufen und der Markt sollte im Aufschwung bleiben. Dazu gesellt sich die Zustimmungsrate und, wie Sie wissen, gab es zuletzt in Texas bei den letzten Wahlen kein sehr gutes Wahlergebnis:

Sie haben dort [in Wahlkreisen], die seit langem fest in republikanischer Hand lagen, verloren!

Es sieht so aus, als ob die hispanischen Wähler ausgelassen hätten… All diese Dinge müssen meiner Meinung nach von Trump berücksichtigt werden… Einige der Nachrichten aus Israel besagen, dass es möglicherweise erst in zwei Monaten soweit sein werde. Israel kennt somit das Ziel nicht. Sie wissen nicht genau, was die USA planen und wann es losgehen könnte. Ich denke, das trifft wahrscheinlich auch auf die meisten Mitglieder des Trump-Teams zu. Zumindest lassen die Israelis verlauten, dass sie es derzeit recht schwierig fänden, Herrn Trump zu verstehen.

Judge Napolitano: Wir werden einen Ausschnitt aus der gestrigen Rede des iranischen Außenministers [Abbas Araghchi] einspielen. Er ist nur etwa eine Minute lang. Ich würde gerne Ihre Einschätzung dazu erfahren, ob dies aufrichtig und glaubwürdig ist. Auf mich wirkt es aufrichtig und glaubwürdig, aber ich denke, Sie kennen ihn und auch die Mentalität sowie die Kultur besser. Chris, Schnitt Nummer eins:

Der iranische Außenminister, Abbas Araghchi spricht zu CNN | Quelle: Screenshot Judging Freedom

Abbas Araghchi: Falls ein Krieg ausbräche, wäre das eine Katastrophe für alle. Im letzten Krieg haben wir uns sehr bemüht, den Umfang der Kampfhandlungen zwischen dem Iran und Israel zu begrenzen. Wenn es diesmal zwischen dem Iran und den USA zu einem Krieg käme, würden zwangsläufig viele Teile der Region involviert und in den Konflikt hineingezogen werden, was sehr gefährlich wäre, da die US-Stützpunkte über die gesamte Region verteilt sind. Unsere Raketen wurden beim letzten Mal im echten Kriegseinsatz geprüft, sodass wir Probleme, Schwachstellen, aber auch Stärken ausmachen konnten. Wir haben aus diesen 12 Kriegstagen viele Lehren gezogen. Ich denke, wir sind inzwischen sehr gut vorbereitet. Aber noch einmal:

Vorbereitet zu sein heißt nicht, dass wir einen Krieg anstreben – wir wollen den Krieg vielmehr verhindern!

Judge Napolitano: Was halten Sie davon?

Alastair Crooke: Ich denke, er bewegte sich auf einem schmalen Grat. Er versuchte zu sagen, was für China und Russland gesagt werden muss, nämlich dass der Iran nicht in jedem Fall auf einen Krieg fixiert wäre. Das ist der Iran nicht! Ich meine, niemand möchte gerne einen Krieg. Aber was Araghchi irgendwie herunterspielt, betrifft die aktuelle Entscheidungsfindung, die gemeinsam vom Militär getroffen wird – vom gesamten Apparat des Iran. Man möchte sich nicht durch Sanktionen, Zölle, sowie verschiedene Zwangs- und Sanktionsmaßnahmen immer weiter aushöhlen und sich nicht einfach von einer Krise zur nächsten Krise immer so weitertreiben lassen. Die Iraner müssen sich dieser Herausforderung stellen, weil sie sehen, dass es die Nation und die Bürger erschöpft:

Diese endlosen politischen Spannungen mit der Gefahr eines Krieges, die über ihnen schwebt!

Ich denke, das ist die wahre Botschaft. Das führt zur Thematik, dass diejenige Person, welche das anführt, nicht [Massud] Peseschkian ist. Es ist das kleine Komitee im Obersten Nationalen Sicherheitsrat: Die Person, die darin das Sagen hat und die Entscheidungen trifft, ist Mohammad Bagher Ghalibaf, ein ehemaliger Militäroffizier:

Ein Mann, der qualifiziert ist und Airbusse fliegen kann. Sie erinnern sich vielleicht, dass er seinen Airbus nach Beirut geflogen hat, als der [iranische Luftraum] während des jüngsten Krieges mit Israel gesperrt war. Er hat einen harten und starken Charakter und in diesem Krieg das Sagen: Er leitet das Komitee. Dieses untersteht inzwischen einem viel kleineren Komitee im Obersten Nationalen Sicherheitsrat, das sich aus Militär-, Geheimdienst- und Sicherheitsexperten zusammensetzt.

Judge Napolitano: Haben die Iraner irgendeine Art von Verteidigungsabkommen [mit Russland und China] abgeschlossen – ich bin mir nicht sicher, wie man es beschreiben soll. [Nach Gerüchten] soll es angeblich keinen Vertrag oder Pakt darstellen:

Doch eine Art Vereinbarung mit den Russen und den Chinesen?

Alastair Crooke: Darüber herrscht absolutes Schweigen… Wer etwas anderes behauptet, spricht nicht die Wahrheit. Man sagt nichts! Doch inzwischen gibt es gewisse Gerüchte, ich meine innerhalb der Duma – des russischen Parlaments – die etwas aussagen: Man sagt, es wäre absolut richtig, dass Russland und China alle Unterstützung leisteten, welche der Iran benötige. Sie schlagen sogar vor – ich sage nicht, dass dies vom Außenministerium kommt – ich gebe Ihnen nur etwas aus dem Hintergrund wieder: Es gebe sogar Vorschläge, …

… wonach Russland bzw. China dem Iran in dieser Zeit ihren nuklearen Schutzschirm zur Verfügung stellen sollten!

Man geht sogar so weit und denkt an, ihre Nuklearstreitkräfte, im Iran oder in den angrenzenden Gewässern stationieren zu lassen:

Die Chinesen schicken offenbar inzwischen schon Schiffe!

Ich habe noch keine Rückbestätigung dazu erhalten, aber ich meine, dass die Chinesen ihre neuen Raketenzerstörer dort stationieren werden. Wir wissen es nicht genau. Sicher ist, dass Hilfe mit schweren Transportflugzeugen während der vergangenen Tage in Teheran angelandet wurde:

 Vielleicht vier oder fünf riesige Tupolew Transport-Maschinen aus Russland pro Tag!

Judge Napolitano: Was wären die wirtschaftlichen Folgen, falls die Iraner als Reaktion auf einen US-Angriff die Straße von Hormus schließen würden und könnten die Amerikaner besagte Meerenge offenhalten?

Alastair Crooke: Sicher nicht! Ich glaube nicht, dass Sie einen Amerikaner finden werden, der behauptet, dass Hormus offengehalten werden könnte. Die Meerenge ist an ihrer engsten Stelle extrem schmal. Wie ich schon sagte, sind alle Ufer dort mit Land-See-Raketenstellungen übersät. Die Iraner können Hormus schließen. Sie müssen Hormus nicht einmal verminen. Sie können sie allein durch die Drohung dank ihrer Raketen schließen und damit Schiffen die Durchfahrt verwehren.

Es wurde vom Iran festgelegt, dass Golfstaaten, die sich nicht dem Angriff der USA anschließen würden, freie Schiffs-Durchfahrt gestattet würde. Es wäre wie in Suez: Einige Staaten würden die Erlaubnis zur Durchquerung der Meerenge erhalten, andere würden angegriffen, falls sie es versuchen wollten:

Das könnte erhebliche Auswirkungen auf die Energieversorgung nach sich ziehen!

Ich glaube nicht, dass dies für China ein großes Problem darstellen würde… Viele Beobachtern ist entgangen, dass es inzwischen eine Eisenbahnverbindung [zwischen Iran und China] gibt. Sie wurde, ich meine, im Mai letzten Jahres zwischen Iran und China eröffnet und durchquert viele Staaten. Es ist ein großes Projekt, das funktioniert und als Versorgungslinie initiiert wurde, um Öl per Bahn anliefern zu können, falls der Seeweg abgeschnitten würde. Ich glaube also nicht, dass dies große Probleme verursachen würde.

Allerdings würde es die Golfstatten stark treffen. Ich denke, dies ist einer der Gründe, warum die Golfstaaten gegen einen Krieg gegen den Iran sind… Die Golfstaaten sind gegen den Krieg, weil dieser enorme Konsequenzen nach sich ziehen würde.

Aber die Golfstaaten haben noch einen anderen Beweggrund, der sehr wichtig ist: Es geht um die Mobilisierung der Schiiten der gesamten Region. Alle Schiiten werden von ihren Marja‘, welche die Schiiten leiten, angeführt. Darunter hat Großayatollah Ali al-Sistani im Irak gesagt, falls die USA den Iran angreifen würden – eine Fatwa für einen globalen Dschihad gegen Amerika und Israel erlassen würde. Viele der Widerstandsgruppen im Irak hätten bereits Märtyrererklärungen unterschrieben und wären bereit.

Vergessen Sie nicht, dass es sogar in Saudi-Arabien eine schiitische Bevölkerung gibt – zwar nicht sehr groß, aber immerhin etwa 13% der Bevölkerung sind Schiiten. In Bahrain sind es sogar 80%… Die Folgen einer solchen Entwicklung wären für die arabischen Golfstaaten wahrscheinlich beängstigender als der Arabische Frühling vor einigen Jahren:

Das ist also ein weiteres Element des iranischen Systems zwecks Abschreckung!

Ich glaube, dass Trump bisher keine Schwachstelle ausmachen konnte, die er wirksam ausnutzen könnte, um ein Ergebnis für einen schnellen und sauberen Einzelschlag zu finden, was in Amerika und bei seiner Basis gut ankommen würde. Ich meine, er wird auch ein Auge auf den Markt, der heute Morgen meiner Meinung nach wieder mit einem starken Rückgang – einem kleinen Einbruch – eröffnet hat, zu werfen haben… Auf dem Anleihemarkt herrschte definitiv inzwischen eine sehr volatile Stimmung. Das könnte sich je nach Lage der geopolitischen Situation noch stark weiter verschärfen.

Judge Napolitano: Wenn ich Sie also fragen würde: Inwiefern wird der durchschnittliche Amerikaner durch den Iran geschädigt? Die Antwort würde lauten: „Gar nicht!“ Aber inwiefern würde der durchschnittliche Amerikaner durch einen Angriff auf den Iran geschädigt werden? Kann man sich ausmalen, falls der Benzinpreis auf 10 Dollar pro Gallone explodieren würde, wie Trumps Zustimmungswerte dann aussehen könnten?

Alastair Crooke: Nun, es ist nicht nur das: Es käme noch zu einem Abverkauf des Dollars und zur Inflation – nicht nur bei den Benzinpreisen, sondern auch bei Lebensmitteln und allem anderen, denn alles wird mit Fahrzeugen transportiert. Es gäbe also enorme Auswirkungen. Ich glaube, die jungen MAGA-Anhänger sagen bereits: „Es gibt niemanden, der uns retten kann!“ Damit meinen sie Republikaner und Demokraten. Ich denke, das ist ein sehr eindringlicher Appell, der von jungen Demokraten und Republikanern ausgeht, die im Keller ihrer Eltern sitzen, ohne Aussicht auf einen Job, während bereits weitere Stellen durch KI wegfallen und die Preise ständig steigen, was sowohl ihre Eltern als auch sie selbst trifft. Das hätte also – meiner Meinung nach – enorme negative Auswirkungen auf Amerika. Vielleicht nicht für die Superreichen, aber…

… für die 93% der Bevölkerung, die nicht zur Kategorie der Milliardäre zählen!

Für diese hätte es verheerende Auswirkungen!

Judge Napolitano: Eine Publikation oder eine Website – ich bin mir nicht sicher – es scheint eine Website namens „Maritime Executive“ zu sein, hat gerade erst berichtet, dass China und Russland planen, später in diesem Monat gemeinsam mit dem Iran Marinemanöver [im Golf] abzuhalten. Was halten Sie davon, falls das stimmte?

Alastair Crooke: Ich kann das nicht bestätigen, aber ich habe Bilder von zwei chinesischen Zerstörern gesehen, die sich angeblich auf dem Weg zum Golf befinden. Natürlich – und sage es nochmals – die US-Armada ist bereits weit zurückgedrängt – sie ist nicht gut durch Raketenabwehrsysteme geschützt – und kann von zu weiter Distanz eigentlich keinen Angriff starten. Ich denke, das ist der springende Punkt, sodass der Iran sagt: „Seid auf der Hut [im Westen]!” Denn ich denke, wir wissen nichts darüber, was China und Russland planen, um den Iran zu unterstützen.

Es könnte durchaus noch Überraschungen geben!

Judge Napolitano: Alastair Crooke, vielen Dank, mein lieber Freund. Danke, dass Sie mir erlaubt haben, viele Themen anzusprechen. Wir haben nicht einmal über die Ukraine und Russland sprechen können, doch die Entscheidungen zum Iran scheinen unmittelbar anzustehen. Ihre Analyse ist von unschätzbarem Wert. Vielen Dank, mein lieber Freund. Wir werden Sie vielleicht später in dieser Woche noch einmal kontaktieren, falls etwas Dramatisches passieren sollte. Ansonsten freuen wir uns darauf, Sie nächste Woche wiederzusehen. Alles Gute!

Alastair Crooke: Wie immer, vielen Dank!

Judge Napolitano: Danke! Heute Vormittag um 10:00 Uhr geht es weiter mit Ray McGovern um 11:30 Uhr und Larry Johnson. Um 14:00 Uhr ist meine langjährige Freundin Colleen Rowley zu Gast, eine ehemalige FBI-Agentin, welche die Aktivitäten der ICE-Beamten auf den Straßen von Minneapolis aufdecken wird. Das sollten Sie nicht verpassen.

Das war Judge Napolitano für „Judging Freedom”!

Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

***

  • Das Video mit Alastair Crook auf Judging Freedom auf Englisch: HIER
  • Jeffrey Sachs zum Angriffskrieg gegen den Iran im Transkript auf Deutsch. HIER
  • Mehr zur möglichen Schließung der Straße von Hormus: HIER
  • Mehr zum möglichen nuklearen Schlagabtausch gegen den Iran: HIER

 




Bitte unterstützen Sie unseren Kampf für Freiheit und Bürgerrechte. Und auch gegen die Klima-Hysterie, die letztlich der Nährboden für Programme ist, die uns das Geld aus der Tasche ziehen sollen, wie wir bereits jetzt schon erfahren dürfen. Stichwort: Energiewende. Und das ist erst der Anfang! Die Umverteilung von unten nach oben hat gerade erst begonnen.

Für jede Spende (PayPal oder Banküberweisung) ab € 10.- erhalten Sie als Dankeschön auf Wunsch ein Dutzend Aufkleber „KLIMA-HYSTERIE? NEIN DANKE“ portofrei und gratis! Details hier.



UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar. Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.



POLITISCHE ANZEIGE des FREIHEITLICHEN PARLAMENTSKLUBS.
Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung

 

The post Alastair Crooke zur US/Israel-Iran-Strategie: Mit viel Lärm in die Sackgasse! appeared first on UNSER MITTELEUROPA .

Abbildung des Banners Denkanstoß statt Denkverbot
Nach oben scrollen