Wer hat sich nicht Jahr für Jahr im Herbst bzw. Winter, den sogenannten R-Monaten, auf die in diesem Zeitraum, anknüpfend an frühere Zeiten unzureichender Kühlung, erhältlichen Muscheln gefreut?

Der Krieg gegen die Muscheln – die neueste
Drehung der Daumenschraube im Supermarkt

Als eine besondere Bereicherung des alltäglichen Lebensmittelangebotes verspricht der Einkauf von Muscheln dank ihres leckeren, von den Geschmacksrichtungen gängigerer Speisen sich abhebenden Eigengeschmacks immer wieder einen kulinarischen Genuß. Verstärkt wird die Gaumenfreude durch die Art und Weise ihres Verzehrs, denn bekanntlich nimmt man ja in aller Regel die Schale in die Hand, um aus dieser die Muschel mit dem Mund zu schlürfen.

Muscheln haben kein Gehirn

Gemessen an den Verkaufszahlen der letzten Jahre ist die beliebteste Spezialität aus dem Meer die Miesmuschel [1], die ebenfalls wie die zum Verzehr angebotene Auster in Kulturen gezüchtet wird, da die natürlichen Vorkommen als Folge der drastischen, aber so leicht vermeidbaren Bevölkerungsexplosion geschrumpft sind. Muscheln lassen sich ohne allzu­großen Aufwand nach verschiedenartigen Rezepten als Leckerbissen zubereiten und ermöglichen eine genußvolle Abwechslung in unseren zunehmend düsteren Zeiten. Und wie inzwischen nahezu jede die eigene Person bereichernde Annehmlichkeit oder geistige Erquickung ist auch der Genuß von Muscheln ein Dorn im Auge der Feinde der Menschheit. Unüberhörbar stacheln sie vornehmlich mittels ihrer grünen Verzichtsprediger seit Jahren zum Verkaufsverbot von Muscheln an, und dies unter dem schon beim weiträumig durchgeboxten Fleischverzicht bewährten Hetzstichwort: „BRUTAAAL!!!“ Na, na, dann darf man aber auch keine Schmeißfliege oder Tigermücke töten – immerhin im Vergleich zu Muscheln höher entwickelte Tiere! Die Tatsache, daß Muscheln kein Gehirn haben, läßt diese Wegbereiter der Massenverelendung, da es ihnen nur um den Verzicht geht, völlig unbeeindruckt. Und wie von Sibylle Hoevels an anderer Stelle näher beleuchtet, schürt die unbewußte Triebabwehr des sexuellen Charakters der Muschel hier die Aggressivität. [2]

Nun soll uns nach Fleisch und Spargel auch die Muschel vom Teller geraubt werden. Hierzu ein „Einkaufs“-Erlebnis: Anfang November 2025 wollte ich für ein nettes Abendessen 2 kg Miesmuscheln in einem größeren REWE-Markt in der Nähe kaufen. Mit sichtlichem Bedauern äußerte der Angestellte an der Fischtheke:

Wir können keine Muscheln und auch keine Austern mehr verkaufen. Der Verkauf ist von der Zentrale verboten worden wegen Tierschutz.

Erbost über diese bevormundende Vorenthaltung erkundigte ich mich näher zum Vorwand. Daraufhin der Angestellte:

„Es hieß, da die abgelaufene Ware entsorgt werden müsse und noch lebend sei, sei dies Tierquälerei. Schon viele Kunden haben nach Muscheln gefragt. Uns entgeht ein Riesengeschäft. Wir können als Angestellte nichts machen. Vielleicht können Sie sich ja als Kunde bei der Zentrale beschweren. Betroffen sind die von der Zentrale geführten Märkte, nicht die von einem Privatmann geführten.“

Meinem Versprechen gemäß habe ich kurze Zeit später die REWE-Zentrale angerufen, um mich über die Vorenthaltung von Muscheln zu beschweren. Während der Konzern stets aufdringlich von „Kundenzufriedenheit“ säuselt, war mein fast über eine Stunde währendes Bemühen nur ätzend und kränkend: Zunächst eine gefühlte Ewigkeit: „Tüüt, tüüt, tüüt“. Dann eine eher unangenehme Stimme, die ich bis Nummer 5 ertragen habe:

„Wenn Sie…, dann wählen Sie die Nummer 1, wenn Sie…, dann wählen Sie die Nummer 2…«. Nachdem ich 5 eingegeben und meine Beschwerde vorgetragen hatte: ‚Hier sind Sie falsch. Sie hätten die Nummer 2 wählen müssen.’“

Also 2: Nun wollte der Angerufene nicht einmal den Begriff „Muschel“ verstehen. Also auf ein Neues, nun der dritte Anlauf unter 1. Nur, wer hat schon Zeit und Muße für eine derartige Nerverei? Nachdem ich erneut meine Beschwerde vorgetragen hatte, stellte die Mitarbeiterin zunächst umständliche, in der Sache gänzlich unerhebliche Nachfragen zu Ort und Zeit meines Kaufversuchs und behauptete schließlich ungeniert verlogen:

„Ein Verkaufsverbot für Muscheln gibt es nicht“.

Mein Einwand, daß Muscheln in dem von der REWE-Zentrale geleiteten Markt seit Wochen nicht erhältlich sind, verpuffte völlig, da die mit Sicherheit von der Konzernleitung zur Lüge instruierte Angestellte frech durch Auflegen des Hörers das Telefonat beendet hatte. Am nächsten Tag suchte ich den REWE-Markt erneut auf, um die Fischverkäufer zu informieren sowie zum Protest durch Auslegung von Unterschriftenlisten zu ermutigen. Beide Fischverkäufer riefen entrüstet: „Das ist eine Lüge. Wir haben das Verbot schriftlich!“ und übergaben mir folgendes Schreiben:

Danach erlaubte ich mir das „Späßchen“, die KI zu befragen: Warum verkauft REWE keine frischen Miesmuscheln mehr? Die Antwort hierzu:

„REWE verkauft keine frischen Miesmuscheln mehr, weil es bei Stichproben zu gesundheitlichen Bedenken wegen möglicher Verunreinigung mit Krankheitserregern kam. Dies ist ein Grund, warum der Handel das Risiko scheut und auf das Angebot verzichtet, um die Verbraucher zu schützen.“

Verlogener geht es wohl nicht mehr: Bedenken, mögliche Verunreinigung, das Risiko scheuen…, und weiter unten kommt noch einmal:

Um die Gesundheit der Verbraucher zu schützen.

Die „Gesundheit“… Kommt uns dieses paternalistische Betulichkeitslügenwort zum Zweck der Entrechtung, Verelendung und geistigen Verarmung nicht zum Erbrechen bekannt vor?

So verschwinden nicht nur Stück für Stück die Exponate aus den Museen, sondern auch der eine oder andere Alltagsdurchbrecher aus den Supermärkten (was hierzulande in den 80er Jahren mit Froschschenkeln und Wachteleiern begann, obwohl die Frosch- und [wildlebenden] Wachtelpopulationen der Welt seither merkwürdigerweise keineswegs größer geworden sind, komisch aber auch…).

Also, das eine wie das andere kackfrech gelogen! Und da es sich bei der „abgelaufenen Ware“ ja größtenteils um tote Muscheln handeln dürfte, ist hier das Propagandastichwort „Tierquälerei“ besonders absurd. Was nicht nur der Anblick der Innenstädte belegt, sondern auch drückend spürbar ist [3], ist der mit der Errichtung der US-Weltherrschaft vor allem auch weiterer Bevölkerungsexplosion einhergehende Niedergang unseres Lebensstandards. Vorgesehen ist Massenverelendung mit Billigfraß. Und es wird wohl nicht mehr lange unter „Miesmuschel“ bei Wikipedia im Präsens lauten: „Die Gemeine Miesmuschel ist neben der Auster eine der wichtigsten Speisemuscheln„. Eine Ernährung mit hochwertigen Lebensmitteln ist nicht für eine Weltbevölkerung zu ermöglichen, deren Zahl immer größer wird, während die Fläche nicht wachsen kann – die Erde läßt sich nun mal nicht aufblasen. Letztlich stellt sich beim Genuß von Muscheln wie bei allen Genüssen die entscheidende Frage: Geburtenkontrolle zwecks Bevölkerungsreduktion auf ein Optimum oder Senkung des Lebensstandards?

Jetzt macht der REWE-Konzern, der mit seinen verbandelten Ketten (Penny, Nahkauf, etc.) zu den führenden Unternehmen im deutschen Lebensmittelhandel gehört, offensichtlich zum Verkaufsverbot von Muscheln als Vorreiter einen Testlauf. Nur, ist es nicht erstaunlich, daß ein Konzern ein begehrtes Gut („Riesengeschäft“) aus seinem Angebot entfernt, ohne dazu verpflichtet zu sein?! Noch besteht ja kein allgemeines Verkaufsverbot für Muscheln! Auch dies ist ein Anzeichen dafür, daß der Markt – seit Jahrhunderten Stätte des Warentausches – von der Bühne verschwindet und einer für die Gefängniswirtschaft typischen, kärglich rationierten Zuteilungswirtschaft weicht, der Kapitalismus also in sein marktloses monopolistisches Gegenteil umgeschlagen ist. [4]

Noch sind Muscheln in verschiedenen Supermärkten erhältlich, besonders noch in „Kaufland“, und möglicherweise kann ein Protest der Kunden gegenüber der REWE-Zentrale zumindest für eine gewisse Zeit den Raub der Muscheln vom Speiseteller verhindern. Hier die Gelegenheiten zur Gegenwehr zu nutzen, empfiehlt sich schon aus Selbsterhaltungsgründen. A. J.

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Ketzerbriefe 254 – Flaschenpost für unangepaßte Gedanken, 79 S., € 5.-,
ISSN 0930-0503 / ISBN 978-3-89484-317-5
Im Abonnement (6 Hefte) € 37,50 inkl. Versandkosten

Inhalt

  • In memoriam Saddam Hussein
  • Der Krieg gegen die Muscheln – die neueste Drehung der Daumenschraube im Supermarkt
  • Gleichschaltungslücke Halle – die freie Buchmesse
    von Fritz Erik Hoevels
  • Halle hat geklappt – aber der Verrat ist schon geplant
    von Peter Priskil
  • „Rettet unser Krankenhaus“ – eine Kundgebung in Breisach als Lehrstück in Staatsbürgerkunde
  • Amphibiensterben – und das immergleiche eiserne Tabu
    von Kerstin Steinbach
  • „No Kings“: Der Zorn der Milliardäre
    von Viktor Kartin
  • Stadtbild? – Von wegen „Bild“!
    Rezension: Collin McMahon
  • George Soros’ Krieg – Wie die Open Society Foundations die Welt an den Rand des Dritten Weltkriegs gebracht haben
    von Isabelle Armand
  • Schandurteil des Landgerichts Freiburg
  • Vorläufiges Urteil im Ballweg-Prozeß: Freispruch zweiter Klasse, aber die Verfolger setzen auf Zeit
  • Nachruf auf Ludwig A. Minelli
  • Kurz und selbstentlarvend

[1]  »Miesmuschel« ist der gebräuchliche Name für alle Arten der Mytilidae, von denen für den menschlichen Verzehr die Mytilus edulis die wichtigste Art ist.
[2]  Näheres hierzu: Sibylle Hoevels, Die neuen Speisetabus, System ubw 1/1991.
[3]  Allein diese Daten veranschaulichen den Abstieg ins Elend: Laut einer Umfrage im November 2022 schränkten 63 % der Deutschen ihren Konsum ein. Und jeder Sechste läßt Mahlzeiten ausfallen – hungert also Tag für Tag. Doch während das Volk darbt und hungert, strömen unsere hart erschufteten Steuergelder in dreistelliger Milliardenhöhe in ukrainische Abgründe, d.h. den US-Krieg gegen Rußland.
[4]  Instruktiv dargestellt im Grundlagenwerk von Fritz Erik Hoevels, Wie unrecht hatte Marx wirklich? Band I: Gesellschaft und Wirtschaft, Ahriman, Freiburg 22023.




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