Geburtstage wurden in unserer Familie im bayerischen Schwaben nicht gefeiert. Auch nicht der meiner Mutter, obwohl er auf den 31. Dezember fiel. Geschenke gab es keine, Kuchen schon, von Mutter selbst gebacken. Wir Kinder durften dann die Teigschüssel leer schlecken. Die Namenstage aber hatten Gewicht. Mein Namenstag, Meinrad, liegt einen Tag nach meinem Geburtstag. Da kam die Verwandtschaft, nicht wegen mir, sondern mein Vater hieß ebenfalls Meinrad.

Warum feiern wir an Silvester?

Von MEINRAD MÜLLER | Silvester war bei uns kein Tag für Lärm oder lange Abende. Man machte das, was anstand. Man sah nach, ob alles passt. Im Haus, draußen, im Hof, im Stall. Es wurde gekehrt und aufgeräumt, irgendwie andächtig. So ist es mir in Erinnerung. Aus einem Gefühl für Ordnung, das man nicht erklären musste.

Am Nachmittag ging man in die Kirche zur Jahresendmesse. Man ließ das Jahr noch einmal an sich vorbeiziehen. Gut, dass es diese Rituale gibt, gäbe es sie nicht, lebte man wie das liebe Vieh, meinte meine liebe Großmutter, geboren 1880.

Niemand wartete auf Mitternacht. Niemand zählte Sekunden. Man ging abends schlafen wie an jedem anderen Tag. Silvester war nichts, wofür man wach blieb. Am nächsten Morgen merkte man, dass ein neues Jahr angefangen hatte. Und dass Mutter zur Feier des Tages Bohnenkaffee kochte. Und als ältester der drei Buben durfte ich die Kaffeebohnenmühle zwischen die Knie spannen und die Kurbel drehen.

Warum der Tag Silvester heißt

Am 31. Dezember des Jahres 335 starb Papst Silvester I. Nach dem Ende der Christenverfolgung stand die Kirche plötzlich offen da und musste im Alltag bestehen. Was im Verborgenen gereicht hatte, musste nun geregelt werden. Zuständigkeiten, Besitz, Verantwortung. Silvester war kein Mann der großen Worte. Er war einer, der Ordnung schuf, damit etwas weitergehen konnte. Darum gilt er als Heiliger. Nicht wegen Wundern, sondern weil es „den Laden“ organisierte. So wie wir unser Leben organisieren sollten.

Vielleicht passt sein Name deshalb bis heute. Silvester ist kein Datum für Krach. Es ist ein Tag, an dem man innerlich nachsieht, ob noch alles an seinem Platz ist. Und wenn nicht, dann räumt man es weg. Still. Ohne Aufheben. Und am nächsten Morgen macht man weiter. So, wie man es eben gelernt hat.

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MEINRAD MÜLLLER (70), Unternehmer im Ruhestand, kommentiert mit einem zwinkernden Auge Themen der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik für diverse Blogs in Deutschland. Der gebürtige Bayer greift vor allem Themen auf, die in der Mainstreampresse nicht erwähnt werden. Seine humorvollen und satirischen Taschenbücher sind auf Amazon zu finden. Müllers bisherige Beiträge auf UNSER MITTELEUROPA gibt es hier, seinen Ratgeber für Hobbyautoren hier.




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