Von WOLFGANG HÜBNER | Eine der „Großtaten“ der Berliner Regierung aus Union und SPD ist die im Koalitionsvertrag vereinbarte Lösung der wirtschaftlichen Abhängigkeit von China. In der Realität sieht es jedoch ganz anders aus: China ist 2025 wieder vor den USA der größte deutsche Handelspartner, wobei der fernöstliche Riese deutlich mehr Waren nach Deutschland liefert als dieses nach China exportiert. Das liegt nicht nur an den vielen Billigimporten aus der größten Fabrik der Welt, sondern an der zunehmenden Qualität auch technisch anspruchsvoller chinesischer Produkte, die keinen Vergleich mehr mit „Made in Germany“ fürchten müssen.

Ist das für die deutsche Wirtschaftspolitik schon ernüchternd genug, kommt nun eine weitere Entwicklung hinzu, die im noch lesenswerten Wirtschaftsteil der ansonsten heruntergekommenen FAZ mit der Überschrift „Deutsche Unternehmen wollen chinesischer werden“ erschien. Demnach wollen mehr als die Hälfte der in China tätigen deutschen Unternehmen in den kommenden Jahren keineswegs weniger, sondern mehr investieren: „Als Grund gaben vier von fünf Unternehmen an, dass das nötig sei, um wettbewerbsfähig zu bleiben“. Eine schmerzhaftere Ohrfeige des nüchtern handelnden Kapitals für die realitätsignorante deutsche Politik lässt sich kaum vorstellen.

Die FAZ schreibt dazu: „Das heißt im Kern, dass die (deutschen) Unternehmen chinesischer werden und stärker auf chinesische Entwickler, Führungskräfte und Zulieferer setzen.“ Ganz offensichtlich wollen Unternehmen wie VW also nichts von untauglichen Berliner Vorgaben wissen, die Geschäfte mit und in China zu drosseln, weil das aus „geopolitischen“ Gründen gewünscht wird. Ziemlich ratlos kommentiert der FAZ-Wirtschaftsjournalist: „Die Konzerne verhindern, dass die Abhängigkeit sinkt, die Politik behindert mit ihrer China-kritischen Haltung die Aktivitäten der Konzerne in China“ und fordert: „Es wird Zeit, dass die Politik diesen Widerspruch auflöst“.

Das allerdings ist eine kaum erfüllbare Forderung, solange der deutsche Kanzler sich nur für den Fortbestand des Pleitestaates Ukraine interessiert und sein unrasiert aus dem Flugzeug steigender Wirtschaftsminister Lars Klingbeil in Peking nur als politisches Leichtgewicht behandelt wird. Und wie lautet die heutige Überschrift im FAZ-Wirtschaftsteil? „Wie sich die EU von China lösen will“. Immerhin, der Wahnsinn ist nicht nur deutsch!


Wolfgang Hübner.
Wolfgang Hübner.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Geopolitik, Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ legte 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Hübner ist über seine Facebook-Seite und seinen Telegram-Kanal erreichbar. Seine politische Biographie „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“ ist im Engelsdorfer-Verlag, 226 Seiten, ISBN 978-3-69095-029-9, 24,80 Euro, erschienen.

 

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