Präsident Putin antwortete in Moskau auf Journalistenfragen, wie sich die militärische Lage in der Ukraine entwickle und wie Russland auf einen Angriff der Europäer antworten würde bzw. auf angenommen fortgesetzte Piratenakte gegen ihre Schiffe in neutralen Gewässern reagieren könnte.
Wladimir Putin: „Falls EU-Europa gegen Russland einen Krieg anfinge,
würde es anders als mit Ukraine ganz schnell gehen!“
Frage: Am Wochenende haben Sie einen der Kommandoposten der Vereinten Streitkräfte besucht und Ihre Aufmerksamkeit auf die Einnahme von Krasnoarmeysk gerichtet. Wird die Stadt inzwischen vollständig von den Streitkräften der Russischen Föderation kontrolliert und warum misst man diesem Ort so große Bedeutung zu?
Wladimir Putin: Dieser Stadt wird tatsächlich sowohl von Seiten der ukrainischen – als auch der russischen Streitkräften besondere Bedeutung zugemessen. Sie stellt nicht nur ein Objekt eines Netzes an Kommunikationssträngen mit der ganzen Region verbundener Infrastruktur dar: Das Wichtigste ist jedoch, dass der Ort insgesamt – um es in der Sprache der Militärs auszudrücken – ein gutes Sprungbrett zur Lösung aller Aufgaben, die zu Beginn der speziellen Militäroperation festgelegt wurden, abgibt. Das heißt, dieser Sektor und Ausgangspunkt kommt der russischen Armee gelegen, um in alle Richtungen, die der Generalstab für die vielversprechendsten hält, vorstoßen zu können.
Genau aus diesem Grund wurde dieser Stadt zusammen mit einer Reihe anderer Festungsgebiete in der Volksrepublik Donezk von ukrainischer Seite, wie auch von unseren Streitkräften, stets eine Priorität eingeräumt: Die Gegend stellt zugleich eines der mächtigsten Festungsgebiete dar. Heute befindet sich besagte Stadt vollständig in den Händen der russischen Armee, wie der Kommandeur der «Zentrum-Gruppe» kürzlich bekannt geben ließ.
Diese Frage wird deshalb gestellt, weil offenbar bis heute Zweifel am Wahrheitsgehalt bezüglich der Einnahme der Stadt bestehen. Vor diesem Hintergrund habe ich vorgeschlagen, dass Ihre Kollegen, ausländische und sogar ukrainische – wir sind gerne bereit auch ukrainischen Journalisten dieses Recht einzuräumen – die Stadt Krasnoarmeysk zu besuchen, um sich mit eigenen Augen ein Bild zu machen bzw. sich zu überzeugen, wer diesen Ort tatsächlich kontrolliert.
Ich erinnere mich, als wir das vor einer Woche ansprachen, hat das ukrainische Außenministerium eine Warnung ausgegeben und erklärt, wonach es das kategorisch ablehne. Man begann Journalisten zu bedrohen und dergleichen. Doch inzwischen hat das Außenministerium der Ukraine nichts mehr damit zu tun, zumal die Stadt inzwischen vollständig in die Hände der russischen Streitkräfte gefallen ist.
Natürlich besteht eine gewisse Gefahr, da die Kontaktlinie ganz in der Nähe verläuft und sich Drohnen dort ständig in der Luft befinden. Doch, unsere russischen Militärkorrespondenten machten sich bereits vor Ort an die Arbeit. Ich bin sicher, dass sich auch im Westen Reporter finden werden, welche ihre berufliche Pflicht ehrlich erfüllen möchten und bereit wären, ihr Publikum objektiv über das Weltgeschehen, einschließlich die Lage in der Ukraine, informieren zu lassen. Deshalb würden wir alles tun, um deren Sicherheit zu gewährleisten. Wir sind bereit, sie durch alle Stadtteile von Krasnoarmeysk zu begleiten und das Gleiche würde für Kupjansk gelten.
Frage: Könnten Sie die Situation bezüglich Kupjansk klarstellen? Erst gestern hatte Selenskyj erklärt, dass die ukrainischen Streitkräfte sich noch immer in Kupjansk befänden. Was hat das Ihrer Meinung nach auf sich?
Wladimir Putin: Das müssen Sie ihn selbst fragen. Denn Kupjansk befindet sich bereits seit mehreren Wochen komplett und vollständig in unseren Händen!
Ich habe den Eindruck, dass die Führung der Ukraine sich derzeit mit anderen Dingen, doch nicht mit der Lage in der Kampfzone, beschäftigt:
Man gewinnt den Eindruck, sie lebten irgendwo auf einem anderen Stern!
Zumal sie ständig unterwegs sind, um Gelder einzusammeln, fehlt ihnen wahrscheinlich auch die Zeit sich um die aktuelle Lage der Wirtschaft, geschweige denn um die an der Front, noch zu kümmern.
Was Kupjansk angeht, so besteht die Stadt aus zwei Teilen: Der größere Teil mit dem Stadtzentrum, liegt am rechten Ufer des Flusses. Der kleinere Teil liegt am linken Ufer. Die russischen Truppen kontrollieren sowohl den gesamten Bereich des rechten, wie auch linken Ufers. Etwas weiter südlicher am Flussufer liegt eine andere Ortschaft, namens Kupjansk-Wuslowyj, die sich nach meiner Informationen aus rund zweitausend Gebäuden zusammensetzt. Dort finden Kampfhandlungen statt. Etwa 600 bis 650 Gebäude befinden sich bereits in den Händen der russischen Armee und der Vormarsch geht weiter. Ich denke, dass wir in einigen Tagen auch diese Siedlung separat und ganz eingenommen haben werden!
Außerdem möchte ich daran erinnern, dass auf der linken Seite des Flusses eine feindliche Einheit mit einer Stärke von 15 Bataillonen eingeschlossen ist:
Die russischen Truppen haben mit ihrer Zerschlagung begonnen!
Frage: In Kürze treffen Sie sich mit Steve Witkoff, der eigens zu diesem Zweck nach Moskau kommt. Tatsächlich finden zurzeit Verhandlungen nur mit der amerikanischen Seite statt. Warum schweigen die Europäer und halten sie sich von diesem Prozess so fern?

Wladimir Putin: Die Europäer schweigen nicht – sie sind nur beleidigt, zumal sie von den Verhandlungen vermeintlich ausgeschlossen sind. Doch, ich möchte darauf hinweisen, dass sie sich selbst, doch niemand anderer sie ausgeschlossen hat. Eine Zeit lang hatten wir engen Kontakt zu ihnen. Dann haben sie die Kontakte zu Russland plötzlich abgebrochen. Das erfolgte aufgrund ihrer eigenen Initiative. Warum haben sie das getan? Weil sie der These anhängen, …
Russland eine strategische Niederlage zufügen zu müssen und offenbar bis heute an dieser Illusion festhalten!
- Erstens: Obwohl ihnen im Kopf klar wurde, dass dies längst zu vergessen und nicht mehr möglich sei, neigen sie dazu ihre Wünsche mit der Realität zu verwechseln. Inzwischen können und wollen sie sich das selbst nicht mehr eingestehen: Sie haben sich selbst aus diesem Prozess genommen!
- Zweitens: Das Ergebnis gefällt ihnen heute genauso wenig, wie zuvor. Daher haben sie angefangen die amtierende Administration der Vereinigten Staaten mit Präsident Trump daran zu behindern, Frieden über Verhandlungen zu erzielen:
Sie selbst haben Friedensverhandlungen abgelehnt und behindern inzwischen Präsident Trump!
- Drittens: Sie verfolgen keine Friedensagenda – sie sind vielmehr auf der Seite des Krieges. Selbst wenn sie vermeintlich versuchen, einige Änderungen an Trumps Vorschlägen anzubringen, sehen wir doch deutlich, dass all diese Änderungen nur darauf abzielen den gesamten Friedensprozess zu blockieren, um …
… völlig inakzeptable Forderungen zu erheben, die für Russland völlig unannehmbar wären!

Das verstehen auch sie, sodass sie versuchen die Schuld für das Scheitern des Friedensprozesses Russland in die Schuhe zu schieben. Das ist ihr Ziel – das können wir ganz klar erkennen!
Falls sie tatsächlich auf den Boden der Realität gemäß den Entwicklungen „vor Ort“, wie man in solchen Fällen zu sagen pflegt, zurückkehren wollten: Bitte – so möge ihnen das gestattet sein!
Frage: Péter Szijjártó [Ungarischer Außenminister] hat heute erklärt, dass wir uns buchstäblich jederzeit in einem Kriegszustand mit Europa befinden könnten. Er sagt, dass NATO, zumindest ihr europäischer Teil, ihre Truppen bis 2029 in volle Kampfbereitschaft versetzen wolle und dass bis 2030 die Gefahr eines bewaffneten Konflikts bestehe. Das ist wirklich eine sehr ernste und recht dramatische Aussage. Wie stehen Sie dazu und bereiten wir uns tatsächlich auf so etwas vor?
Wladimir Putin: Wir haben nicht vor, gegen Europa anzutreten, das habe ich schon hundert Mal gesagt. Aber falls Europa plötzlich gegen uns kämpfen wollte und damit anfangen würde, wären wir sofort bereit. Darüber kann es keinen Zweifel geben. Die Frage ist nur, worum es ginge:
Falls Europa plötzlich einen Krieg gegen uns anfangen wollte, denke ich, dass es sehr schnell gehen würde…
Das würde dann nicht, wie mit der Ukraine ablaufen: Gegen die Ukraine gehen wir chirurgisch – ganz vorsichtig – vor! Verstehen Sie das? Dies ist kein Krieg im direkten und traditionellen Sinne des Wortes. Doch, falls Europa plötzlich einen Krieg mit uns anfangen wollte und ihn beginnen würde, kann es sehr schnell zu einer Situation kommen, in der wir [in Folge] niemanden mehr vorfinden würden, mit dem wir verhandeln könnten.
Frage: Bitte kommentieren Sie die Angriffe auf Tanker vor der Küste der Türkei. Gerade heute hat sich ein weiterer solcher Vorfall wieder ereignet!
Wladimir Putin: Ehrlich gesagt habe ich noch nicht einmal die Informationen dazu erhalten. Ich weiß, dass es Angriffe auf Tanker in neutralen bzw. in sogar nicht neutralen Gewässern gegeben habe, die in der Sonderzone eines anderen dritten Staates liegen:
Das entspricht Piraterie und nichts anderem!
Auch früher haben die ukrainischen Streitkräfte versucht, unsere Seehäfen anzugreifen. Wir haben darauf reagiert und ihnen mit ähnlichen Schlägen geantwortet. Wir hatten diese Operationen nicht ausgelöst. Doch ich versichere Ihnen, dass diese [unsere Gegenschläge] effektiver und wirkungsvoller ausfielen. Sie zielten vor allem auf Schiffe, mit denen militärisches Gerät, wie militärische Ausrüstung und Munition in die Ukraine geliefert wurden. Genau diese haben wir getroffen und dorthin gezielt, wie die Sekundärexplosionen, die wir mit Hilfe von Luftaufklärung beobachten konnten, zeigten. Doch, was die ukrainischen Streitkräfte derzeit veranstalten, entspricht Piraterie!
Welche Gegenmaßnahmen könnten wir ergreifen? Erstens werden wir die Bandbreite unserer Angriffe auf Hafenanlagen und Schiffe, welche ukrainische Häfen anlaufen, ausweiten – das wäre das Erste. Zweitens: Falls dies so weiterginge – ich sage nicht, dass wir das tun werden, aber wir werden die Möglichkeit…
… von Gegenmaßnahmen gegen Schiffe jener Länder prüfen, welche der Ukraine bei diesen Piratenaktionen helfen!
Die radikalste Methode wäre, die Ukraine vom Meer abzuschneiden. Danach wäre solche eine Piraterie grundsätzlich unmöglich. Aber das alles entspräche einer Eskalation. Ich hoffe, dass die ukrainische Militärführung, die politische Führung und auch diejenigen, die hinter ihnen stehen, darüber nachdenken, ob es sich lohnt, an solcher Praxis festzuhalten!
Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA
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Von unserer Redaktion ‚Zeitgeschichte und Globalpolitik‘.
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