Das Raketenabwehramt des US-Verteidigungsministeriums hat mit dem Rüstungskonzern Lockheed Martin einen Vertrag im Wert von 35 Milliarden US-Dollar geschlossen, um die Produktion von Abfangraketen für das Raketenabwehrsystem THAAD auf das Vierfache zu steigern. Dies geht aus Angaben des Pentagon hervor.

Der auf sieben Jahre angelegte Vertrag ist eine Fortführung der im Januar geschlossenen Rahmenvereinbarung zwischen dem US-Verteidigungsministerium und Lockheed Martin. Ziel ist es, die jährliche Produktion von THAAD-Abfangraketen von 96 auf 400 Stück zu erhöhen.

Nach Einschätzung des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS) verbrauchten die US-Streitkräfte während der Kampfhandlungen gegen Iran Hunderte der kostspieligen THAAD-Abfangraketen, um iranische Raketenangriffe auf US-Stützpunkte und Staaten im Nahen Osten abzuwehren.

Laut einem im Mai veröffentlichten CSIS-Bericht wird es mindestens drei Jahre dauern, die Bestände wieder auf das Vorkriegsniveau aufzufüllen. Dadurch entstehe ein „Fenster der Verwundbarkeit“ für einen möglichen Konflikt, insbesondere im westlichen Pazifik.

Neben dem THAAD-Vertrag schloss Lockheed Martin mit dem US-Verteidigungsministerium zudem Vereinbarungen über die Produktion zusätzlicher PAC-3-Abfangraketen für Patriot-Luftverteidigungssysteme sowie hochpräziser operativ-taktischer PrSM-Raketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern.

Die Vereinbarungen sind Teil der Strategie der Trump-Regierung, die US-Rüstungsindustrie auszubauen und die Produktionskapazitäten für moderne Waffensysteme zu erhöhen. Zu diesem Zweck setzt Washington auf steigende Verteidigungsausgaben, langfristige Beschaffungsverträge und zusätzliche Investitionen in die Modernisierung der Streitkräfte.

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