Das Mainzer Unternehmen BioNTech beendet mit radikalem Entschluss sein mRNA-„Impfstoff“-Produktionsnetzwerk in Deutschland. Der Mainzer Konzern wird drei Standorte endgültig schließen, da sich laut aktueller Unternehmensführung nach dem Ausscheiden des Gründer-Ehepaars Şahin und Türeci keine neuen Besitzer für die Standorte fanden. Rund 1.800 Mitarbeiter verlieren damit ihren Job. BioNTech kündigte an, die betroffenen Werke gestaffelt zu schließen.

Im Mai dieses Jahres informierte das erfolgsverwöhnte Unternehmen BioNTech die Medien, dass man sich von den drei deutschen Standorten im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein, im hessischen Marburg und in Tübingen in Baden-Württemberg trennen wolle, da der Konzern demnach mit einer „zu geringen Auslastung, Überkapazitäten und notwendigen Kosteneinsparungen“ belastet werde. 

Dass die geplanten Verkäufe der drei Standorte nicht realisiert werden konnten, liege im Wesentlichen „an dem aktuell schwierigen Markt- und Investitionsumfeld“, so die Erklärung des Unternehmens laut Agenturmeldungen.

Für alle betroffenen Niederlassungen habe es demnach „Prüfungen und vertrauliche Gespräche“ zum möglichen Verkauf an internationale, nationale und mittelständische Firmen und Investoren gegeben, die jedoch nicht von erhofftem Erfolg gekrönt waren. „Interne Experten und professionelle Makler“ hätten die Verkäufe ausgelotet, erklärte BioNTech. 

Im Juni erklärte Stéphane Bancel, Moderna-Vorstandschef, noch in einem Interview, dass die Konkurrenzwerke für ihn „interessant“ wären, da sein Unternehmen sich in Deutschland breiter aufstellen will (RT DE berichtete).  

Zuvor informierte bereits im März das Milliardärs- und Gründerehepaar Uğur Şahin und Özlem Türeci – nachweisliche „Corona-Krisenprofiteure“ der Stunde in den Jahren 2020 bis 2023 – darüber, ihr Unternehmen zu verlassen, um „ein eigenständiges, neues Biotechnologie-Unternehmen zu gründen, das mRNA-Innovationen der nächsten Generation erforscht und entwickelt. Das Handelsblatt (Bezahlschranke) informiert zu diesbezüglichen aktuellen Hintergrunddynamiken:

„Es geht auch ums Geld. Şahin und Türeci sollen für die Wirkstoffprojekte, die sie mitnehmen wollen, eine angemessene Vergütung zahlen. BioNTech hat dabei eine starke Verhandlungsposition: Die Patente für die Wirkstoffe liegen sämtlich beim Unternehmen. Ein Scheitern der Gespräche wäre für BioNTech weniger problematisch als für Şahin und Türeci, heißt es aus den Kreisen.“

So wäre eine anvisierte Einigung zwischen den Ex-Besitzern und dem Unternehmen bislang noch nicht unterzeichnet worden. Die Verhandlungen sollen demnach „in einigen Wochen abgeschlossen werden“. Ungenannte Beteiligte erklärten gegenüber dem Handelsblatt, dass dabei nicht auszuschließen sei, dass „die Verhandlungen vollständig scheitern“.

Der SWR berichtete am 24. September, vor Bekanntwerden der drei Standortschließungen, dass die Stadt Mainz befürchte, dass das „erfolgreiche Forscher-Ehepaar Şahin und Türeci die Stadt verlassen werde“. Demnach wurden die Stadtverantwortlichen nun darüber informiert, dass „die beiden ihre neue Firma „Arife“ in Mainz gegründet haben„. Weiter heißt es im Artikel:

„Die Stadt Mainz nahm in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt fast 3,3 Milliarden Euro an Gewerbesteuern ein.“   

Laut Medien lautet der Fahrplan der aktuellen Unternehmensführung nun, die Schließung der drei Werke in Tübingen Ende 2027, Marburg Anfang 2028 sowie in Idar-Oberstein Ende 2028 umzusetzen.

Das Unternehmen BioNTech, mit aktuell noch weltweit rund 7.200 Beschäftigten, befindet sich seit Jahren in einem notwendigen Wandlungsprozess samt Umstrukturierung. Nach dem rund dreijährigen, mehr als lukrativen Milliardengeschäft mit dem „COVID-Impfstoff“ Comirnaty, konzentrierte sich die Firma nach dem Wegbruch dieses Geschäftsfelds ab dem Jahr 2023 auf mRNA-Produkte für den nicht weniger gewinnbringenden Onkologiemarkt.

Der Konzern hatte dabei seinen Fokus auf Krebstherapeutika verlagert, jedoch bis zum überraschenden Ausstieg des Gründerehepaars dazu noch kein einziges Präparat erfolgreich auf dem internationalen Markt platzieren können.

In den ersten sechs Monaten 2026 verzeichnete BioNTech laut Branchenberichten dabei einen Verlust von 1,35 Milliarden Euro – nach 802,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

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